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Panorama-Dienst Streetside: 40.000 Widersprüche gegen Microsofts Straßenfotos

Verpixelung nach Google-Vorbild: Microsoft lässt deutsche Straßen für seinen Kartendienst fotografieren. Bürger können seit August die Unkenntlichmachung ihrer Häuser beantragen - bislang ist der Andrang laut Informationen des SPIEGEL eher gering.

Navteq-Spezialfahrzeug: Microsoft baut an seinem Street-View-Klon Zur Großansicht
dapd

Navteq-Spezialfahrzeug: Microsoft baut an seinem Street-View-Klon

Hamburg - Laut Microsoft gibt es bisher etwa 40.000 Vorabwidersprüche gegen den Straßenfotodienst Streetside, berichtet der SPIEGEL. Seit Anfang August können Mieter oder Hausbesitzer Microsoft per Post oder Webformular mitteilen, dass sie nicht wollen, dass ihre Hausfassade bei Streetside zu sehen sein wird. Die Möglichkeit zum Vorabwiderspruch soll bis Ende September bestehen.

Zum Vergleich: Gegen Googles Panoramadienst Street View gingen 244.287 Widersprüche ein; der Online-Konzern verpixelte diese Daten und löschte nach eigenen Angaben die Rohdaten unwiderruflich. Die Vorabwidersprüche gegen Veröffentlichungen bei Street View registrierte Google nach eigenen Angaben zwischen April 2009 und Oktober 2010, also über einen Zeitraum von 14 Monaten im Vergleich zu insgesamt zwei Monaten bei Microsoft Streetside.

Der für den Microsoft-Dienst zuständige Präsident des bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht, Thomas Kranig, sagt dem SPIEGEL, seine Behörde habe im August mit einem Ansturm gerechnet, tatsächlich aber seien nur wenige Anfragen eingegangen, es herrsche "fast tote Hose".

Kranigs Fazit: "Offenbar haben sich die Gemüter rund um dieses Thema beruhigt." Microsoft sagt, man habe davon profitiert, dass sich die Menschen bei Google Street View selbst ein Bild davon machen konnten, wie ein solcher Dienst funktioniert, und deshalb jetzt eine eigene "sachliche Risiko-Nutzen-Abwägung" vornehmen können.

Im Dezember 2010 hatte Microsofts oberster Datenschützer in Deutschland die Möglichkeit zum Vorabwiderspruch zunächst ausgeschlossen. Dann erklärte das Unternehmen "nach interner Klärung", man werde doch Vorabwidersprüche annehmen.

lis

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1. unverschämtheit
carsonlau 28.08.2011
Zitat von sysopVerpixelung nach Google-Vorbild: Microsoft lässt deutsche Straßen für seinen Kartendienst fotografieren. Bürger können seit August die Unkenntlichmachung ihrer Häuser beantragen - bislang ist der Andrang laut Informationen des SPIEGEL eher gering. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,782968,00.html
Es ist eine Unverschämtheit, daß man jedem Hansel, der mit dem Haus, für das ICH den Architekten gezahlt habe, Kohle macht, widersprechen muss, wenn einem das nicht passt. Man sollte doch davon ausgehen, daß der, der mit dem Eigentum anderer Geld verdient, dem Bereitsteller der Verdienstquelle auch was zahlt ... und zumindest vorher fragt, ob dem das auch recht ist.
2. Eigentum? ...
Jos20xx 28.08.2011
"Eigentum anderer Geld verdient" Was aber nicht gegeben ist, weil die Öffentlichkeit kein Eigentum ist und dazu gehören auch Hausfassaden. So wie das geregelt ist, ist das schon ganz gut so... Soweit ich weiß, hat Verfolgungswahn nichts mit Privatsphäre zu tun.
3. ich...
inovatech, 28.08.2011
Zitat von carsonlauEs ist eine Unverschämtheit, daß man jedem Hansel, der mit dem Haus, für das ICH den Architekten gezahlt habe, Kohle macht, widersprechen muss, wenn einem das nicht passt. Man sollte doch davon ausgehen, daß der, der mit dem Eigentum anderer Geld verdient, dem Bereitsteller der Verdienstquelle auch was zahlt ... und zumindest vorher fragt, ob dem das auch recht ist.
...sehe das genauso. Leider steht man anscheinend relativ alleine mit dieser Meinung da. Man ist "unmodern" oder will sich der technischen Entwicklung nicht öffnen, bekommt man dann oft zu hören. Ich bin ja mal gespannt wieviel Hanseln man noch in Zukunft widersprechen muss.
4. Immer diese sozialen Randgruppen
avollmer 28.08.2011
Zitat von carsonlauEs ist eine Unverschämtheit, daß man jedem Hansel, der mit dem Haus, für das ICH den Architekten gezahlt habe, Kohle macht, widersprechen muss, wenn einem das nicht passt. Man sollte doch davon ausgehen, daß der, der mit dem Eigentum anderer Geld verdient, dem Bereitsteller der Verdienstquelle auch was zahlt ... und zumindest vorher fragt, ob dem das auch recht ist.
Wenn Sie es sich nicht leisten können Ihr Haus an eine private Straße zu stellen, dann kann es mit dem Umfang der Architektenleistung nicht weit her sein. Wer hat denn Ihr Haus entworfen? Frank Lloyd Wright, Gropius oder ähnliche Größen der Zunft? Wenn Sie nicht wollen, dass das ihre Mitmenschen sehen, dann müssen Sie eben die Nachbargrundstücke aufkaufen, leer räumen lassen, Parzellen verschmelzen und eine Hecke drumherum pflanzen. Hat noch mehr Vorteile, sie können die Sauna in den Garten stellen und im Freien abkühlen oder dort Orgien mit Ponyspielen veranstalten und kein Vorbeilaufender oder -fahrender sieht etwas und beschwert sich obwohl er 27 km weit weg wohnt.
5. VErfolgungswahn?
pfälzerbu 28.08.2011
Zitat von Jos20xx"Eigentum anderer Geld verdient" Was aber nicht gegeben ist, weil die Öffentlichkeit kein Eigentum ist und dazu gehören auch Hausfassaden. So wie das geregelt ist, ist das schon ganz gut so... Soweit ich weiß, hat Verfolgungswahn nichts mit Privatsphäre zu tun.
Selbstverständlich verdienen Google und Microsoft u.a. Geld mit dem Eigentum der Nutzer (in diesem Fall: Häuslebauer)! Es glaubtdoch wohl niemand, dass diese Firmen uns ein besseres Bild der Straßen und Städte schenken wollen...? Oder doch ? Wie naiv sind wir eigentlich ? "Öffentlicher Raum" hin oder her - ich finde, dass hat seine Grenzen, wo Profit daraus geschlagen wird. Aber diese Diskussion wurde ja schon bei Streetview in Gang gesetzt - und hat, wie wir sehen, zu sehen nichts geführt. Ein Uneinsichtiger
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