Parteizentrale verwischt Grüne ärgern sich über Google-Verpixelung

Ungewollt verpixelt: Die Bundesgeschäftsstelle der Grünen ist in Googles Straßenatlas nur verschwommen zu sehen - nun beklagt Vorstandsmitglied Malte Spitz gegenüber dem SPIEGEL einen "Missbrauch" der von Google in Deutschland angebotenen Vorab-Anonymisierung.


Die Grünen fühlen sich als Opfer von Google Street View. Allerdings geht es ihnen nicht um zu wenig Datenschutz, sondern um zu viel. Die Bundesgeschäftsstelle der Partei am Platz vor dem Neuen Tor in Berlin wird in dem Internetdienst verpixelt - und zwar gegen den Willen der Parteiführung. Recherchen des Bundesvorstandsmitglieds Malte Spitz bei Google ergaben, dass Unbekannte die Verpixelung beantragt hatten. Spitz erklärt in seinem Blog, die Grünen seien die "die einzigen, die unter dieser Hausadresse aufzufinden sind" - ein Antrag von anderen Mietern scheint also ausgeschlossen.

Dieser Missbrauch fiel bei dem Internetdienstleister nicht auf, und da Google die Fotodaten bereits gelöscht hat, ist die Anonymisierung nicht mehr rückgängig zu machen. Die strengen Datenschutzregeln für den Bilderdienst hält Netzexperte Spitz weiterhin für richtig, "auch wenn wir jetzt selber von der missbräuchlichen Nutzung betroffen sind". Allerdings finde er es "ärgerlich", dass ihr gelber Altbau in Berlin nicht mehr zu sehen sei.

Mit diesem Problem sind die Grünen nicht allein. Einige Web-Nutzer ärgern sich die "ungewollte Verpixelung" ihrer Häuser. In der Facebook-Gruppe gleichen Namens sammeln sich jene, deren Vermieter das Haus haben verpixeln lassen, ohne sie zu fragen. O-Ton aus der Selbstbeschreibung der Gruppe: "Das sieht nicht nur furchtbar aus - es lenkt auch Aufmerksamkeit auf diese Häuser - negative Aufmerksamkeit - die so nicht sein muss." Wie man sich dagegen wehren kann? Erste Ideen der Verpixelungsgegner: "Aufklärungskampagne in Richtung unserer Vermieter", "Sammelklage für Mietminderung" oder Beschwerden bei Google (gegen die Verpixelung!).


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lis



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