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Schutz vor Datendiebstahl: Fünf Tipps für bessere Passwörter

Sicher kein gutes Passwort: Hacker probieren 1234567 als Erstes aus Zur Großansicht
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Sicher kein gutes Passwort: Hacker probieren 1234567 als Erstes aus

18 Millionen gestohlene Passwörter und Logins hat die Staatsanwaltschaft Verden entdeckt. Mit ein paar Tricks kann man sich zumindest vor dem Schlimmsten schützen, wenn Datendiebe und Hacker zuschlagen.

Schon wieder sind Millionen Kombinationen aus E-Mailadresse und Passwort aufgetaucht, die offenbar von Kriminellen erbeutet und nun ausgenutzt werden. Möglichst schnell sollen die betroffenen Nutzer nun informiert werden, teilt das Bundesamt für Sicherheit in der Information mit. Mit den folgenden Tipps machen Sie es den Datendieben zumindest nicht ganz so einfach:

1. Verabschieden Sie sich von "123456"

Wenn bei einem Anbieter Passwörter geklaut werden, sind diese zum Glück oft verschlüsselt. Das hilft allerdings wenig, wenn das Passwort einfach zu erraten ist. "123456", "Passwort" oder "geheim" sind immer noch beliebt, aber denkbar schlechte Codewörter. Würfeln Sie lieber ein paar Wörter zusammen, mit mehr als zwölf Zeichen, und ersetzen Sie mehrere Buchstaben durch Zahlen und Sonderzeichen. Dann tragen Sie im Kalender noch ein, dass Sie dieses Passwort in drei Monaten durch ein neues ersetzen. Mehr dazu lesen Sie hier: Wa$ 31n 51ch3r3$ Pa5$w0r7 157.

2. Ein Passwort nur für E-Mails

Eigentlich muss man sich für jeden Dienst ein neues Passwort ausdenken. In der Praxis nervt das allerdings dermaßen, dass man es schon mal vergisst. Aber zumindest für Ihre E-Mails sollten Sie sich ein sicheres Passwort ausdenken, das Sie wirklich nur dafür verwenden. Denn bei vielen Diensten kann man sein Passwort zurücksetzen - und bekommt dann eine E-Mail mit einem Link geschickt, mit dem man sich ein neues Passwort geben kann. Wer in Ihrem E-Mailaccount ist, kann so viele andere Accounts übernehmen. Das sollten Sie verhindern.

Noch besser sind sogenannte Passwort-Manager. Diese Programme kümmern sich automatisch darum, dass jeder Dienst ein eigenes, sicheres Passwort erhält. Experten empfehlen zum Beispiel die kostenlose Open-Source-Software Keepass. Aber auch der vertrauen Sie nicht alle Passwörter an, falls doch mal etwas schiefgeht: Passwörter für E-Mail-Konten speichern Sie nur im Gedächtnis ab. Oder auf Papier.

3. Vergessen Sie Ihr erstes Haustier

Für den Fall, dass man mal ein Passwort vergisst, schlagen viele Anbieter eine sogenannte Sicherheitsfrage vor. Man verrät dem Dienst eine Information, die nur man selbst kennt. Allerdings lassen sich die Antworten auf häufig vorgeschlagene Fragen nach Wohnort, Haustier und Mädchenname der Mutter oft einfach erraten. Also sollte man sich ein Geheimnis überlegen, dessen Antwort man tatsächlich nur selbst kennt - und die Antwort auch noch verrätseln. Eine konkrete Anleitung finden Sie hier.

4. Doppelt hält besser

Etwas, was man wissen muss, und etwas, das man bei sich hat: Nach diesem Prinzip funktioniert die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Sie kennen das vielleicht schon vom Online-Banking, wo man neben dem Passwort noch einen Code braucht, die sogenannte Tan, die man von einem Zettel abliest oder per SMS geschickt bekommt. Einige Anbieter bieten so eine doppelte Anmeldung an, zum Beispiel Google, PayPal oder Facebook. Kommt hier ein Passwort abhanden, ist das ärgerlich, aber nicht bedrohlich. Mehr über die Zwei-Faktor-Authentifizierung lesen Sie hier.

5. Ein gutes Passwort ist nicht alles

Wer seine Daten und seine Privatsphäre vor Kriminellen schützen will, braucht mehr als nur gute Passwörter. Bei Diensten wie Google, Facebook oder Twitter kann man Apps den Zugriff auf Daten erlauben. Diese Zugriffsberechtigungen sollte man regelmäßig überprüfen und nicht mehr genutzte Apps löschen - sicher ist sicher. Wie man verschlüsselt kommuniziert und sich anonym im Netz bewegt, zeigen wir Ihnen hier.

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insgesamt 58 Beiträge
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1. hilft doch alles nicht wirklich
wolfi55 04.04.2014
Ich kann ein Passwort noch so sicher machen, wenn es bei dem, für den ich das vbrauche unsicher gespeichert ist, dann hilft das alles nicht weiter. Wenn es dort geklaut wird, dann ist es egal ob sicher oder unsicher, weg ist weg. Und malö ehrlich, angesichts der vielen Passwörter ist es doch die pure Not, die die Leute zwingt überall gleiche oder ähnliche Passwörter zu verwenden. Zur Verwendung unterschiedlicher Passwörter rufen nur Leute auf, die die Nutzung des Netzes nur theoretisch betrachten.
2. Der beste Tipp zu Passörtern
avision 04.04.2014
ist immer noch dieser hier: http://xkcd.com/936/
3. ???
Creedo! 04.04.2014
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINE18 Millionen gestohlene Passwörter und Logins hat die Staatsanwaltschaft Verden entdeckt. Mit ein paar Tricks kann man sich zumindest vor dem Schlimmsten schützen, wenn Datendiebe und Hacker zuschlagen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/passwort-emails-und-logins-besser-schuetzen-a-962537.html
Es ist sicher richtig, dass es sinnvoll ist für jede "Anmeldemaske" ein eigenes Password zu verwenden. So kann kein Bösewicht mit der Raub eines Passwords gleich alle Anwendungen des betroffenen Opfers entern. Doch was nützen komplexe Passwörter, wenn die Datendiebe Login-Name UND Passwort zusammen stehlen? Ob die Datendiebe nun "0815" klauen oder "$1Hlk?ß5lL##842%§ApI" ist dabei völlig Wurscht. Wenn einer ein brauchbares Passwort braucht, dann das Unternehmen, das bestohlen wurde. Aber bei diesen Unternehmen scheint man bei der Passwordabfrage ja einfach mit "Enter" weiterzukommen.
4. Guter Tipp, aber ...
agrimm61 04.04.2014
Ähhm, sofern das Passwort im Klartext oder obfuskiert (nicht verschlüsselt) auf der Platte liegt, bringt das stärkste Passwort nichts. Wenn die Leute nicht endlich lernen, ihre eigenen Systeme sicher zu halten, wird das immer wieder passieren. Die Angreifer erhalten die Daten ja nicht via Bruteforce, sondern auf dem Präsentierteller: dem Rechner des Anwenders. So war es im Januar, und so ist es auch jetzt wieder.
5.
avision 04.04.2014
Zitat von agrimm61Ähhm, sofern das Passwort im Klartext oder obfuskiert (nicht verschlüsselt) auf der Platte liegt, bringt das stärkste Passwort nichts. Wenn die Leute nicht endlich lernen, ihre eigenen Systeme sicher zu halten, wird das immer wieder passieren. Die Angreifer erhalten die Daten ja nicht via Bruteforce, sondern auf dem Präsentierteller: dem Rechner des Anwenders. So war es im Januar, und so ist es auch jetzt wieder.
Woher die Daten stammen ist doch überhaupt nicht klar? Oder habe ich da was übersehen? Die könnten doch genau so gut von einem angegriffenem Server stammen. Da liegen die Passörter auch oft ohne salt und unverschlüsselt rum.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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