Als Junge liebte ich die Science-Fiction-Vorstellung von einer Maschine, die jede Tatsachenfrage beantworten konnte. Es hätte ein freundlicher Roboter oder eine Kiste aus Metall bei Ihnen zu Hause oder eine der Komponenten eines Raumschiffs sein können. Man würde einfach fragen "Computer, wie weit ist der Mars entfernt?" oder "Computer, ordne die amerikanischen Präsidenten ihrer Größe nach an", und eine klanglose Stimme würde sofort antworten.
Im Augenblick besitze ich mehrere solche Maschinen, darunter ein iPhone, das in meine Hosentasche passt, und alle greifen auf Informationen im Internet zu. (Enttäuschenderweise kann ich mit keiner dieser Maschinen wirklich sprechen - die Science-Fiction-Autoren waren in dieser Hinsicht zu optimistisch.) Die große Überraschung besteht jedoch darin, dass ein Großteil dieser Informationen nicht von Unternehmen, Regierungen oder Universitäten zusammengestellt wird, sondern dass sie von freiwilligen Helfern kommen. Wikipedia ist das am besten bekannte Beispiel mit seinen Millionen von Artikeln, die von Millionen freiwilliger Redakteure geschrieben werden. Aber es gibt auch andere beliebte Websites, wie z. B. Amazon.com und TripAdvisor.com, die unzählige unbezahlte und anonyme Rezensionen enthalten.
Warum spenden Menschen nützliche Informationen?
Man hat sich die Frage gestellt, ob diese Informationen korrekt sind (Antwort: meistens schon), aber mich interessiert eher ihre bloße Existenz. Betrüger, Leute, die für sich selbst Werbung machen wollen, und Leute, die hasserfüllt sind, überraschen mich eigentlich nicht. Aber warum geben Menschen ihre Zeit und Energie dafür hin, anonym korrekte und nützliche Informationen zu spenden? Schließlich legen wir ja auch keine 20-Dollar-Noten in den Briefkasten von Fremden; warum geben wir ihnen dann aber unsere Zeit und unser Fachwissen? Kommentare zu Blogs stellen ein ähnliches Rätsel dar, das in dem klassischen xkcd-Cartoon schön zum Ausdruck kommt, in dem jemand wie wild in die Tastatur tippt; als sie gebeten wird, ins Bett zu kommen, sagt die Person: "Ich kann nicht. Das ist etwas Wichtiges... Jemand hat im Internet etwas Falsches geschrieben."
Anscheinend ruft das Internet dieselben sozialen Impulse hervor, die auch bei Interaktionen von Angesicht zu Angesicht vorkommen. Wenn sich jemand verirrt hat und Sie nach dem Weg fragt, werden Sie wahrscheinlich nicht ablehnen zu antworten oder lügen. In den meisten wirklichen sozialen Kontexten ist es ganz natürlich, dass man seine Meinung über Bücher oder Filme äußert, die man mag, oder dass man das Wort ergreift, wenn es um etwas geht, worüber man viel weiß. Das Anbieten von Informationen im Internet ist die Fortsetzung dieses alltäglichen Altruismus. Es illustriert das Ausmaß der menschlichen Großzügigkeit in unserem Alltagsleben und zeigt auch, wie die Technik diesen positiven menschlichen Zug durch wirklich nutzbringende Ergebnisse fördern und erweitern kann. Man hat schon lange gesagt, dass uns das Web klüger macht; es macht uns auch liebenswürdiger.
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