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Geleakte E-Mail: PayPal-Chef rügt Mitarbeiter für vergessene Passwörter

PayPal-Chef David Marcus: "Das ist für mich inakzeptabel." Zur Großansicht

PayPal-Chef David Marcus: "Das ist für mich inakzeptabel."

Wer für den Bezahldienst PayPal arbeitet, soll auch die hauseigene App benutzen - oder sich bitte einen anderen Job suchen. Etwa das hat der Chef den Mitarbeitern in einer internen E-Mail geschrieben. In der Zentrale fehle es an Motivation, und den Cola-Automaten hacke auch niemand.

San José - Der PayPal-Chef ist mit den Mitarbeitern in der kalifornischen Firmenzentrale offenbar nicht zufrieden: Über das Technikportal "Venture Beat" ist eine E-Mail an die Öffentlichkeit gedrungen, in der David Marcus seine Untergebeben zurechtweist, sich mehr für das eigene Produkt zu begeistern.

Zum Beispiel habe er mitbekommen, dass sich bei einem Test des mobilen Bezahlsystems in einem Café "einige von euch geweigert haben, die PayPal-App zu installieren (!!?!?!!), und andere konnten sich nicht einmal an ihr PayPal-Passwort erinnern. Das ist für mich inakzeptabel", donnert er in dem Schreiben. Nur wer die Produkte so oft wie möglich nutze, könne sie auch verbessern.

In anderen Büros laufe das jedenfalls deutlich besser als in der Unternehmenszentrale in San José: "In anderen Büros hacken die Angestellten die Cola-Automaten, damit sie PayPal akzeptieren, weil sie dafür brennen, PayPal überall zu benutzen. Solche Verhaltensweisen kann ich hier in San José nicht entdecken."

Verschwendung kostbarer Lebenszeit

Dabei sollten die Mitarbeiter beim Arbeiten nicht nur ihr Gehalt im Blick haben, sondern das große Ganze - und das scheint nach Ansicht des Chefs wirklich groß zu sein: "Mein Team und ich sind hier, weil wir daran glauben, dass wir die Chance unseres Lebens haben, etwas zu erschaffen, das über uns hinausgeht und Hunderte Millionen Leben beeinflussen wird, in sinnvoller und dauerhafter Weise."

Wer sich für diese große Lebensaufgabe nicht begeistern könne, möge bitte gehen, schließt die Nachricht von Marcus sinngemäß: "Wenn ihr zu den Leuten gehört, die die PayPal-App nicht installieren wollten oder ihr euer PayPal-Passwort vergessen habt, tut euch einen Gefallen und geht, um etwas zu finden, das euer Herz und euren Geist mehr berührt" - alles andere sei Verschwendung von kostbarer Lebenszeit.

Nachdem "Venture Beat" zunächst nur Auszüge aus der Nachricht veröffentlicht hatte, meldete sich David Marcus selbst per Twitter zu Wort: Seine Zitate aus der internen Nachricht seien aus dem Kontext gerissen worden. Kurz darauf veröffentlichte die Nachrichtenseite die E-Mail schließlich in Gänze.

juh

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Schnappatmung
cor 13.02.2014
Vielleicht sollte der Herr CEO mal einsehen, dass sich nicht jeder so für das Produkt begeistern kann wie er. Nur die wenigstens Mitarbeiter sehen ihr Produkt wohl als Lebensaufgabe. Vielleicht sollte man die Mitarbeiter am Gewinn teilhaben zu lassen. Dann klappt das auch mit der Motivation.
2. Paypal selbst ist eine Verschwendung
myoto 13.02.2014
Nutzt der Kerl sein sch**** (önes) Paypal eigentlich selbst? Ob der auch die Probleme hat wie normale Kunden, das einfach Geld einbehalten wird, das Konto gesperrt, monatelange Prüfungen usw? Yeah, Paypal ist so geil, ich muss den Cola-Automaten hacken damit ich da mit Paypal zahlen kann. Ist ja auch einfacher und geiler als ne doofe Münze einzuwerfen. ;)
3. Den Namen Paypal wenn man nur hört, wird der Hals dick
Eppelein von Gailingen 13.02.2014
Das ist die dämlichste Einrichtung auf E-bay, oder anderem Online-Einkauf. Diese Vereinigung setze ich gleich mit der Banken-Mafia. Versucht einmal jemand dieser Paypal zu erklären, man hätte nichts geliefert bekommen, also ist ihre Forderung ein Irrläufer. Was macht diese Mitarbeiter-Brut, sie schickt weiter stoisch Mahnungen und erhöhrt ihre Forderung im Laufe der Zeit auf fast das Vierfache des Ursprünglichen. Irgendwann löschen sie es dann, haben aber die Dreistigkeit, ständig zu ermahnen, man solle doch sein Konto vervollständigen, also bitteschön auch nutzen. Man kann ihnen zigmale Schreiben, ihr Verein und damit ihr Service wären nicht länger erwünscht, mit der Begründung. Sogar solche Schreiben ignorieren diese Beutelschneider. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/paypal-chef-ruegt-mitarbeiter-fuer-vergessene-passwoerter-a-953182.html
4. Leicht durchgeknallt ...
cave-canem 13.02.2014
... und typisch für eine gewisse Klientel! Fahren in den Umnachteten Staaten denn auch ALLE Mitarbeiter bei GM auch nur GM-Produkte, oder alle Ford MA auch nur Fords? Und haben alle Dell-Schrauber auch einen DELL-PC zuhause, und NUR Dell, auch Drucker und Scanner ? **kopfklatsch** Wer so einen Schrott und auch "Dieb" (das wg. der ungesetzlichen Verzögerung der Auszahlung, und der ungesetzlichen Verweigerung des Zugriffs auf eigenen Geldbeträge auf PP-Konten!) wie PayPal untertützt, ist ja selber schuld, und wer da arbeitet leicht schmerzbefreit. Aber sich demnächst auch noch vorschreiben zu lassen, dass auf dem eigenen Toilettenpapier zuhause ein PP-Logo drauf zu sein hat, wäre die einzig logische Steigerung des vom Vorstand verbreiteten Unsinns.
5.
maburayu 13.02.2014
Ich kann ja schon nicht verstehen, warum Leute im Supermarkt so offen mit ihrer PIN umgehen. Und paypal keinen anderen Schutz als das Passwort. Damit am Cola-Automaten zahlen? Wenn schon paypal, dann auch ein Passwort, dass man sich nicht merken kann, sondern nur zuhause im Ordner stehen hat.
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