Mehrere polnische Verlage haben sich zusammengetan und eine Pay Wall eingeführt, eine Bezahlschranke für Online-Inhalte. Wer auf der Website der "Gazeta Wyborcza" bestimmte Artikel aufruft, Kommentare oder Artikel aus dem Magazin, bekommt seit Dienstag nur einen Textanriss angezeigt - und die Möglichkeit, ein Abonnement abzuschließen.
Das gilt dann nicht nur für eine Website, sondern für mehr als 40 unterschiedliche Medienangebote von sieben Verlagen, darunter auch Regionalzeitungen und Lifestyle-Magazine. Die konservative Zeitung "Rzeczpospolita" und das Springer-Boulevardblatt "Fakt" sind bei der gemeinsamen Bezahlschranke nicht dabei.
Eine Woche voller Zugriff kostet 9,90 Zloty (2,36 Euro), ein Monatsabo das Doppelte, der Jahreszugang 199 Zloty (47,53 Euro). Die slowakische Firma Piano Media, von der die Pay Wall betrieben wird, schüttet 40 Prozent der Einnahmen an die Seite aus, über die das Abonnement abgeschlossen wurde. Ein Drittel geht in einen Topf, der nach Besucherzahl aufgeschlüsselt an alle Angebote ausgeschüttet wird, der Rest verbleibt bei Piano Media.
Das Start-up betreibt in der Slowakei und in Slowenien bereits seit vergangenem Jahr ähnliche Bezahlschranken mit Nachrichten-Flatrates. Piano Media hat erfolgreich eine Finanzierungsrunde im April dieses Jahr abgeschlossen und von einem Kapitalgeber zwei Millionen Euro erhalten, um in weitere EU-Länder zu expandieren.
ore/fkn
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