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Peinliche Panne: Hacker knacken NSA-Computer

Wahrscheinlich politisch motivierten Hackern ist ein sportlicher kleiner Punktsieg gegen Amerikas Geheimdienst NSA gelungen: Sie knackten den Presseserver der Behörde. In der Nacht zu Donnerstag gelang es muslimischen Hackern, die Inhalte von rund 400 US-Websites durch politische Slogans zu ersetzen.

Die Presseabteilung der mächtigen National Security Agency NSA nennt sich "Public Affairs Office" - Nomen est Omen. Einige "Affairs" des Büros sind nun wahrhaft öffentlich, nachdem es Hackern unbestätigten Berichten zufolge gelungen ist, dort in einen Server einzubrechen. Die Hacker wollten mit ihrer Aktion augenscheinlich gegen den von Präsident George W. Bush befohlenen Irak-Krieg protestieren.

Bisher hat die NSA den angeblichen Hack weder kommentiert, noch dementiert, doch Sicherheitsexperten halten die von der Gruppe vorgelegten Beweise für stichhaltig.

In Dateianhängen in einer E-Mail an die renomierte IT-Sicherheitsseite Security Focus fanden sich unter anderem biografische Angaben zu einigen NSA-Mitarbeitern, private, aber wohl nicht als geheim eingestufte E-Mail-Kopien, Schriftverkehr zwischen der NSA und Vertretern von CNN und "Forbes" und ein internes Telefonnummernverzeichnis.

Der auf die amerikanischen Geheimdienste spezialisierte Journalist James Bamford wird mit der Aussage zitiert, dass das vorgelgte Material die nationale Sicherheit wohl nicht gefährde.

Plakatkampagne "Information Security": Die NSA berät die amerikanische Wirtschaft und Politik in Sachen IT-Sicherheit

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Den Hackern, die ihre E-Mail auch an einen Verteiler von rund 500 Armeeangehörigen verteilten, kam es wahrscheinlich darauf an, ein Zeichen zu setzen: Was sie einsammelten und vorlegten, kann als "Proof of Ability" gewertet werden.

Massen-Defacings: Muslime protestieren gegen US-Politik

Einen solchen Beweis legte in spektakulärer Weise auch die als islamistisch geltende Cracker-Gruppe "Unix Security Guards" ab: In der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag ersetzten sie die Inhalte von rund 400 amerikanischen Websites mit politischen Parolen gegen den Irak-Krieg in englischer und arabischer Sprache.

Die Botschaft auf allen betroffenen Seiten lautete: "Dies ist der Beginn des Cyberwars, den wir versprochen haben. Mehr wird folgen, so wie die USA in der Welt tun, was sie wollen, werden wir mit dem Internet tun, was wir wollen. Stoppt die US-Terroristen, und wir werden damit aufhören. Viva Irak!"

Die Gruppe ist in der Vergangenheit mit Defacements israelischer Webseiten in Erscheinung getreten und soll aus Hackern in Ägypten, Kuweit, Indonesien und Marokko bestehen.

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