Netzwelt-Ticker: Google präsentiert Privatsekretär mit Gruselfaktor

Von Carolin Neumann

Der Assistent Google Now soll Android-Nutzern bei der Tagesplanung immer einen Schritt voraus sein - sofern sie ihm viele Daten anvertrauen. Außerdem: RIM verschiebt den Start von Blackberry 10, ein Programm deckt Webzensur auf und "Age of Empires Online" ist jetzt komplett kostenlos.

Wird er "gruselig oder cool", Googles neuer persönlicher Assistent? Das Android-Feature Now soll zum Beispiel anhand der Kalenders oder der Aufenthaltsorte von Nutzern antizipieren, was sie den Tag über planen und welche Informationen vom Wetter bis zu Abflugzeiten jemanden gebrauchen könnte. Am hilfreichsten dürfte Now sein, wenn die Anwender die Privatsphäreeinstellungen möglichst lax definieren und Google mitlesen lassen, wo sie gerade sind. Andere Tipps soll das Programm basierend auf der Browser-History geben.

Die "New York Times" gibt zu bedenken, dass die meisten der angekündigte Angebote zwar längst durch Fremd-Apps zu haben seien, denen man diese Daten gebe. Doch gebündelt bei Google würden die Informationen möglicherweise für den erwähnten Gruselfaktor sorgen und bei aller Nützlichkeit mehr Sensibilität bei der Offenheit mit Daten hervorrufen.

RIM verschiebt Start von Blackberry 10

Es ist kein gutes Zeichen für die Zukunft des kanadischen Herstellers: Research in Motion (RIM) hat angekündigt, Version 10 des Blackberry-Betriebssystems erst 2013 zu veröffentlichen. Auf der Neuerung des hauseigenen Smartphone-Klassikers ruhen viele Hoffnungen des Konzerns, der in zuletzt vor allem durch sinkende Verkaufszahlen, technische Probleme und allerlei Negativschlagzeilen auffiel.

Am Donnerstag gab RIM einen Quartalsverlust von einer halbe Milliarde Dollar bekannt, der Aktienkurs fiel erwartungsgemäß. Für den Branchendienst "Ars Technica" steht RIM nun offiziell auf einer Liste möglicher Todeskandidaten und prophezeit, vom neuen Blackberry-System werde nun alles abhängen.

Kommen soll es im ersten Quartal 2013. Eigentlich waren die ersten Geräte mit Blackberry 10 für die gewinnbringende Vorweihnachtszeit geplant, und der neue Firmenchef Thorsten Heins betonte auch mehrfach, man sei im Zeitplan. Nun erklärte das Unternehmen die spätere Veröffentlichung mit Verzögerungen bei der Entwicklung der neuen Software.

WeiboScope deckt chinesische Internetzensur auf

Ein einfacher Datenabgleich sorgt für mehr Transparenz beim chinesischen Microblogging-Dienst Sina Weibo, der dort einen Marktführerstatus hat wie Twitter und ein wichtiges Meinungsmedium ist. Im Rahmen eines Universitätsprojekts haben Entwickler ein System namens "WeiboScope" geschaffen, das mehrmals am Tag die Profile von Nutzern des Dienstes herunterlädt und die dabei gewonnenen Daten miteinander vergleicht, um herauszufinden, wenn Inhalte zensiert wurden. Derzeit werden von rund 300 Millionen Nutzern nur etwa 300.000 beobachtet, die jeweils mehr als 1000 Leser haben. Der Leiter des Projektes, Journalismusprofessor Fu King-wa, hofft jedoch, das Programm bald ausweiten zu können.

Auch das noch:

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  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.

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