US-Gericht Dieser Affe hat kein Urheberrecht an seinem Selfie

Wer hat das Urheberrecht an einem Affen-Selfie? Das Tier jedenfalls nicht, hat nun ein US-Gericht im Fall eines Makaken entschieden. Der Fotograf, dessen Kamera der Affe benutzte, aber auch nicht.

Affen-Selfie (Screenshot aus der Wikipedia): Niemand hat das Copyright an diesem Bild inne

Affen-Selfie (Screenshot aus der Wikipedia): Niemand hat das Copyright an diesem Bild inne


Im Streit um das Urheberrecht an einem Selfie hat der Affe Naruto von der indonesischen Insel Sulawesi vor einem US-Gericht eine Niederlage erlitten - von der der Makake vermutlich gar nichts mitbekommen hat. Im September hatte die Tierschutzorganisation Peta eine Copyright-Klage im Namen des Affen eingereicht.

Naruto müsse zum "Urheber und Eigentümer seines Fotos" erklärt werden, forderte Peta und sah darin offenbar eine gute Gelegenheit, sich für weitreichendere Tierrechte einzusetzen und auf ein schlagzeilenträchtiges Thema aufzuspringen. Das Urheberrechtsgesetz in den USA verbiete einem Tier nicht das Copyright, argumentierte Peta, "und da Naruto das Foto gemacht hat, gehört ihm das Copyright, wie es jedem Menschen gehören würde".

Den Bundesrichter William Orrick in San Francisco sah das am Mittwoch anders. Zwar könnten US-Kongress und -Präsident grundsätzlich den Schutz von Gesetzen auch auf Tiere ausweiten, erklärte er. Es gebe aber "keinen Hinweis" darauf, dass dies beim Urheberschutz der Fall sei. Der Affe Naruto besitze daher kein Copyright an seinen Fotos.

Auch der Kamerabesitzer hat kein Urheberrecht am Selfie

Der britische Fotograf David Slater hatte 2011 eine Serie von Tierbildern auf Sulawesi aufgenommen. In einem später veröffentlichten Buch fügte er zwei von Naruto aufgenommene Selbstporträts hinzu - die Bilder des grinsenden Affen gingen um die Welt.

Slater argumentierte damals, er habe das Urheberrecht an den Fotos, weil er das Stativ aufgebaut habe und dann nur für wenige Minuten weggegangen sei. In dieser Zeit habe der Affe seine Kamera an sich gerissen. Der Fotograf klagte zudem darüber, dass ihn die Verbreitung der Fotos im Internet viel Geld gekostet habe, weil weniger Leute sein Buch gekauft hätten.

Das US Copyright Office betonte 2014 in einem Bericht, dass niemand das Urheberrecht an Bildern hätte, die durch die Natur, Tiere oder Pflanzen entstanden seien.

mbö/AFP

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insgesamt 19 Beiträge
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felisconcolor 07.01.2016
1. Gutes
Urteil. Was sich PETA dort geleistet hat, war schon nur noch durch Kopfschütteln zu kommentieren. Und wenn man ehrlich ist schon ziemlich dreist. Beachtenswert ist dann auch der letzte Abschnitt des Artikels.
Amadablam 07.01.2016
2. Haha
Ich hätte gerne mal die Prozessvollmacht gesehen, die Peta vom Makaken erhielt - natürlich es sei denn, sie wären dessen gesetzliche Vertreter...
frenchie3 07.01.2016
3. Letztens, als eine meiner Katzen
über mein Tablet auf dem Sofa latschte hat mich die Kiste aufgenommen. Kann ich die Rechte jetzt mit den Futter- und Arztkosten verrechnen oder habe ich gar mein eigenes Recht am Gesicht? Ist das überhaupt wichtig weil der Kater versprochen hat nichts zu veröffentlichen?
eldoloroso 07.01.2016
4. Gesetzliche Vertretung? Das wäre in der Tat spannend
Zitat von AmadablamIch hätte gerne mal die Prozessvollmacht gesehen, die Peta vom Makaken erhielt - natürlich es sei denn, sie wären dessen gesetzliche Vertreter...
Dann könnte der Fotograf endlich Peta in Haftung für den durch ihren Schützling ausgeführten Kameradiebstahl nehmen...
mistermoe 07.01.2016
5.
"Das US Copyright Office betonte 2014 in einem Bericht, dass niemand das Urheberrecht an Bildern hätte, die durch die Natur, Tiere oder Pflanzen entstanden seien." - Bedeutet das jetzt, das sämtliche Fotos weltweit freiverfügbar sind? Der überwiegende Teil der Bilder dürfte ja durch Vertreter der Gattung "SäugeTIER" gemacht worden sein. Oder wurden weitere Einschränkungen vorgenommen hinsichtlich der Intelligenz des aufnehmenden Tiers? Wobei, das würde zumindest den Großteil der Bilder von Malle frei verfügbar machen. Haha.
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