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E-Mail-Betrug: Brite trickst sich aus dem Gefängnis

Kurzflucht per Smartphone: Ein Brite schaffte es mit Phishing-E-Mail aus dem Gefängnis Zur Großansicht
Corbis

Kurzflucht per Smartphone: Ein Brite schaffte es mit Phishing-E-Mail aus dem Gefängnis

Anweisung von oben, der Mann ist frei: Die Entlassung des Häftlings Neil M. war für britische Gefängnismitarbeiter Routine - bis sie merkten, dass sie ein E-Mail-Betrüger ausgetrickst hatte.

März 2014, Wandsworth Prison, ein Gefängnis im Süden von London. Neil M., 28 Jahre alt, sitzt in Untersuchungshaft, weil ihm in acht Fällen Betrug vorgeworfen wird. Er soll sich fast zwei Millionen Pfund erschwindelt haben, mit gefälschten Identitäten und Stimmimitationen. Doch groß in die Schlagzeilen wird ihn erst sein nächster Coup bringen, seine erfolgreiche Flucht aus dem Gefängnis.

Wie diesen Februar durch Medienberichte bekannt wurde, führte M. seine Entlassung selbst herbei - durch einen Trick, der an das sogenannte E-Mail-Phishing erinnert. Aus der Untersuchungshaft heraus richtete er mit einem eingeschmuggelten Handy eine Internetdomain ein, die der Domain des für seinen Fall zuständigen Gerichts zum Verwechseln ähnlich sah. Von dieser Domain aus schickte er seinen Bewachern die Replika einer Entlassungsanweisung, im Namen eines Beamten des Royal Courts of Justice.

Die Entlassungsanweisung wirkte offenbar so echt, dass M. prompt aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. Erst drei Tage später flog der Schwindel auf, schreibt die BBC. Anwälte wollten M. sprechen, doch da war er schon nicht mehr im Gefängnis.

Frauen- und Männerstimmen perfekt imitiert

M. stellte sich schließlich selbst den Behörden - und damit dem Verfahren, in dem er als mehrfacher Betrüger angeklagt ist: Ihm wird vorgeworfen, sich am Telefon als Bankmitarbeiter ausgegeben und dabei zwischen mehreren Frauen- und Männerrollen gewechselt zu haben. Dabei soll er so überzeugend gewesen sein, dass Polizisten zunächst auch seine Partnerin Kristen M. festgenommen und angeklagt hatten. Alle Vorwürfe gegen sie wurden aber wieder fallen gelassen.

Der Prozess gegen M. läuft seit Ende vergangener Woche. Dem BBC-Bericht zufolge nannten die Richter M.s Verhalten "genial kriminell", der Staatsanwalt bezeichnete sein Vorgehen als "außerordentlich erfindungsreich".

Wie seine Kurzflucht M.s Strafmaß beeinflussen wird, wird der Brite am 20. April bei der Urteilsverkündung erfahren. M. hat sich in den acht Betrugsfällen bereits schuldig bekannt. Ebenso hat er eine Flucht vor der Justiz eingestanden.

kno

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Er ist gar nicht
Na Sigoreng 30.03.2015
Sie haben ihn vor die Tür gesetzt! Ideen muß man haben - die Griechen könnten den sicherlich als Finanzminister o.ä. gebrauchen! :D
2. Lach......
dschungelmann 30.03.2015
das kann ja heiter werden mit der elektronischen Welt. Ich finde den klasse.
3. Glückwunsch
karlsiegfried 30.03.2015
Analysiert, gedacht, gehandelt. Auf diesem Wege können auch Flugzeuge ohne Piloten und Autos mit Selbstfahrsystem in den Bach gesetztv werden. Weiter so.
4.
andros0813 30.03.2015
nach dem knast ist vor dem film : der kommt bestimmt gross als drehbuchautor/filmemacher/schauspieler raus..schade das er sein talent so untalentiert einsetzt.. wünschen wir ihm alles gute.
5. Nach deutschem Recht ...
JaguarCat 30.03.2015
... wäre seine eigene Entlassung straffrei. Nach anglikanischem Recht wirkt sie strafverschärfend. Wobei es schon selten dämlich ist, dass er nach seiner Flucht aus dem Gefängnis nicht auch noch gleich aus dem Land geflohen ist. In GB droht ihm so lange Haft, dass er von den erschwindelten Millionen auch nichts mehr hat.
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  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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