Digitale Abo-Modelle Paywall-Anbieter Piano Media und Press+ fusionieren

Das US-Unternehmen Press+ gehört künftig zur Wiener Firma Piano Media. Beide Unternehmen sind auf Technologien für Digitalabos spezialisiert. Zu den Piano-Media-Kunden zählt zum Beispiel die Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg.

Piano Media: Experte in Sachen Vermarktungsanalyse und Paywall-Lösungen

Piano Media: Experte in Sachen Vermarktungsanalyse und Paywall-Lösungen


Verlage sollen es künftig angeblich leichter haben, Digital-Abos anzubieten. Damit Paywalls und ähnliche Lösungen schneller umgesetzt werden können, hat eine Investorengruppe unter Leitung von 3TS Capital Partners die beiden Unternehmen Piano Media und Press+ zur Fusion geführt. Einzelheiten über den Vertrag sind nicht bekannt.

Die slowakische Piano Media GmbH mit Hauptsitz in Wien gehört in Europa zu den Branchengrößen in Sachen Vermarktungsanalyse und Paywall-Lösungen. Ihre Software wird aber auch von Medienhäusern in den USA und Indien eingesetzt. Der wohl bekannteste Piano-Media-Kunde in Deutschland ist die in Köln ansässige Gruppe M. DuMont Schauberg, der Verlag hinter Zeitungen wie "Express", "Berliner Zeitung" und "Hamburger Morgenpost". DuMont hatte kürzlich den Online-Auftritt des "Kölner Stadt-Anzeigers" mit einer Paywall ausgestattet - eine Erläuterung zu deren Prinzip findet sich hier.

Eine Spezialität von Piano Media ist die sogenannte "Metered Paywall". Dieses Paywall-Konzept erlaubt Nicht-Abonnenten einen kostenlosen Zugriff auf eine bestimmte Anzahl von Artikeln. Will man das Angebot darüber hinaus nutzen, muss man ein kostenpflichtiges Abo abschließen oder sich zumindest registrieren.

Gründer mit "Wall Street Journal"-Vergangenheit

Die 2009 gegründete US-Firma Press+ ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Anbieter digitaler Abo-Lösungen für Online-Medien wie Magazine und Videoproduzenten - die Software hat sich gegen Googles 2012 eingestelltes Mitbewerberprodukt One Pass durchgesetzt. Über 550 Zeitungen, Magazine und reine Online-Publisher arbeiten weltweit mit ihrer Vermarktungsplattform. Press+-Gründer Gordon Crovitz war einst Herausgeber des "Wall Street Journal".

An der Spitze des neu geschaffenen Unternehmens steht nun ebenfalls jemand mit "Wall Street Journal"-Vergangenheit: Geschäftsführerin Kelly Leach arbeitete als Herausgeberin der europäischen Ausgabe der Zeitung. Außerdem war sie daran beteiligt, für das US-Mutterblatt eine Strategie für digitale Abonnements zu entwickeln. Als größtes Pfund der neu entstehenden Firma sieht Leach den bereits bestehenden riesigen Bestand an Daten. Sie könnten Aufschluss über das Kaufverhalten von Lesern und weitere Vermarktungsmöglichkeiten geben.

abr



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Funni 09.09.2014
1.
Nich nie gehört den Namen der Frima
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