Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Kampf gegen Raubkopierer: Start-up will illegale Tauschbörsen lahmlegen

Ein russisches Start-up namens Pirate Pay will die Tauschbörsenszene aufmischen - und damit viel Geld verdienen. Mit einer Spezialsoftware kann das Unternehmen angeblich illegale BitTorrent-Downloads unterbinden. Film- und Softwarefirmen haben bereits Interesse bekundet.

Filesharing verboten: Pirate Pay bekämpft die illegale Verbreitung von Filmen und Musik Zur Großansicht
Corbis

Filesharing verboten: Pirate Pay bekämpft die illegale Verbreitung von Filmen und Musik

Russische Software-Entwickler könnten zufällig auf den heiligen Gral der Pirateriebekämpfung gestoßen sein, als sie vor drei Jahren ein System zur Verwaltung von Datenverkehr konzipierten. Wie das Blog "TorrentFreak" berichtet, sei die Software in der Lage gewesen, BitTorrent-Datenströme bei Bedarf abzuschalten. "Nachdem wir den Prototyp fertig hatten, wurde uns klar, dass wir ganz allgemein das Herunterladen von Daten unterbinden konnten. Das bedeutet, das Programm ist zur Bekämpfung der Verbreitung illegaler Inhalte äußerst vielversprechend", erklärte Pirate-Pay-Chef Andrei Klimenko.

Kein Wunder, dass sich schon bald große Rechteinhaber für die Neuheit interessierten. Microsoft soll dem Start-up 2011 mit einer Finanzspritze in Höhe von 100.000 Dollar unter die Arme gegriffen haben. Im Dezember 2011 schließlich nahmen mit den Walt Disney Studios und Sony Pictures zwei große Filmstudios die russischen Newcomer in ihre Dienste. Einen Monat lang sollten sie den neuen Film "Wyssozki - Danke für mein Leben" über einen sowjetischen Musiker der siebziger Jahre mit ihrer Technik vor unerwünschter Verbreitung schützen. Das sei auch mit einigem Erfolg gelungen. Die Russen priesen sich, sie hätten genau 44.845 Übertragungen unterbunden.

Wie die Technik genau funktioniert, wird natürlich nicht verraten. Vermutlich wurden die BitTorrent-Clients mit irreführenden Informationen geflutet und dadurch die realen IP-Adressen der Netzwerk-Server verborgen. Wie viele Downloads den Häschern dabei entgingen, wurde allerdings nicht mitgeteilt. Grundsätzlich bleibt es fraglich, inwieweit der illegale Datenaustausch über ein weit verbreitetes Netzwerk wie das BitTorrent-System überhaupt effektiv bekämpft werden kann. "TorrentFreak" empfiehlt Rechteinhabern, lieber ihre legalen Angebote zu verbessern.

meu

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 47 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Kein Wunder...
sappelkopp 14.05.2012
Zitat von sysopCorbisEin russisches Start-up namens "Pirate Pay" will die Tauschbörsenszene aufmischen - und damit viel Geld verdienen. Mit einer Spezialsoftware kann das Unternehmen angeblich illegale BitTorrent-Downloads unterbinden. Film- und Softwarefirmen haben bereits Interesse bekundet. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,832983,00.html
...dass Film- und Softwarefirmen Interesse haben. Die Gefahr ist nun, dass es zu einem "Wettrüsten" kommt.
2. Es stört also
felisconcolor 14.05.2012
Zitat von sysopCorbisEin russisches Start-up namens "Pirate Pay" will die Tauschbörsenszene aufmischen - und damit viel Geld verdienen. Mit einer Spezialsoftware kann das Unternehmen angeblich illegale BitTorrent-Downloads unterbinden. Film- und Softwarefirmen haben bereits Interesse bekundet. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,832983,00.html
den Torrent Stream. So so es unterbindet Downloads. Ah ja. Interessant wäre, wie die Software zwischen illegalen und legalen Downloads unterscheiden will. Schon toll das es immer noch Firmen gibt die sich für die Gängelung des Internets hergeben. Reglementiert ruhig alles bis zum bitteren Ende. Bis ihr feststellt das ihr das Internet erwürgt habt. Die Nutzer ausbleiben und die Scheiben wieder wie früher auf der Strasse getauscht werden. Was im übrigen viel effektiver ist. Ok sowas wie Werbung und der andere lukrative Beifang der wirklich illegalen Plattformen ist damit auch perdü. Unterm Strich gewinnt doch nur der Nutzer der reinen Inhalte. Liebe Medienindustrie kommt endlich aus dem Knick und passt euch dem neuen Markt an. Oder sterbt aus. Das ganze nennt sich nämlich freie Marktwirtschaft. Und die werdet ihr nicht abschaffen auch wenn ihr euch das noch so sehr wünscht. Denn auch ein Schattenmarkt ist ein Markt nur ohne euch.
3. Kein Problem
Elvenpath 14.05.2012
Egal, wie die Technik funktioniert, die Torrent-Programmierer werden schnell ein Gegenmittel finden. Den Kampf gegen Windmühlen kann die Contenmafia nicht gewinnen.
4. chirurgisches DDoS
axiom 14.05.2012
Zitat von ElvenpathEgal, wie die Technik funktioniert, die Torrent-Programmierer werden schnell ein Gegenmittel finden. Den Kampf gegen Windmühlen kann die Contenmafia nicht gewinnen.
Die Kommunikationsports von BitTorrent mit unsinnigen Abfragen überlasten kann jedes Script-Kid. Die TCP/IP Adressen loggen und den Besitzer abmahnen ist auch kein Problem. Wo ist die Neuigkeit?
5.
SasX 14.05.2012
Zitat von felisconcolorden Torrent Stream. So so es unterbindet Downloads. Ah ja. Interessant wäre, wie die Software zwischen illegalen und legalen Downloads unterscheiden will. Schon toll das es immer noch Firmen gibt die sich für die Gängelung des Internets hergeben. Reglementiert ruhig alles bis zum bitteren Ende. Bis ihr feststellt das ihr das Internet erwürgt habt. Die Nutzer ausbleiben und die Scheiben wieder wie früher auf der Strasse getauscht werden. Was im übrigen viel effektiver ist. Ok sowas wie Werbung und der andere lukrative Beifang der wirklich illegalen Plattformen ist damit auch perdü. Unterm Strich gewinnt doch nur der Nutzer der reinen Inhalte. Liebe Medienindustrie kommt endlich aus dem Knick und passt euch dem neuen Markt an. Oder sterbt aus. Das ganze nennt sich nämlich freie Marktwirtschaft. Und die werdet ihr nicht abschaffen auch wenn ihr euch das noch so sehr wünscht. Denn auch ein Schattenmarkt ist ein Markt nur ohne euch.
Genau das würde mich auch interessieren. Und bevor einer kommt und legale Torrent-Downloads anzweifelt: Blizzard verteilt beispielsweise die Updates für World of Warcraft auch über Torrents. Der Blizzard-Downloader nutzt dabei dann die Möglichkeit, dass die Spieler die Updates gegenseitig tauschen, voll automatisch mit.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Zum Autor
  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: