"The Pirate Bay" IT-Experten warnen vor Piraten-Browser

Ein modifizierter Firefox soll den Zugriff auf "The Pirate Bay" sicherstellen, obwohl die Seite in mehreren Ländern gesperrt ist. Doch nun gibt es Kritik: Das Browser-Paket soll nicht sicher genug sein.

PirateBrowser: Ein Tor-Browser der File-Sharing-Plattform "The Pirate Bay"

PirateBrowser: Ein Tor-Browser der File-Sharing-Plattform "The Pirate Bay"


Unter dem Motto "No more Censorship" haben die Verantwortlichen der Tauschseite "The Pirate Bay" vor einigen Tagen angefangen, einen eigenen Browser anzubieten. Pünktlich zum zehnjährigen Bestehen des Filesharing-Verzeichnisses stellten sie ein Software-Paket zum Download ins Netz, mit dem Nutzer über das Tor-Netzwerk surfen können.

Über diesen Umweg lassen sich Internetsperren umgehen. In sieben europäischen Ländern ist der Zugriff auf die umstrittene Tauschplattform gesperrt. Richtig eingestellt, kann die im Paket enthaltene Tor-Software außerdem helfen, die Privatsphäre zu schützen, indem es die IP-Adresse verschleiert.

Zum vollständigen Anonymisieren ist das angebotene Paket allerdings ungeeignet, weisen die Pirate-Bay-Verantwortlichen auf ihrer Seite hin. Unter anderem deswegen hagelt es Kritik von Sicherheitsexperten. Sie kreiden die halbherzige Umsetzung an und raten von der Nutzung des ergänzten und veränderten Tor-Browser-Bundles ab.

"Beim PirateBrowser sieht es so aus, als hätten die Macher die Tor-Browser-Design-Dokumente nicht gelesen. Er wirkt unsicher", beschwerte sich der am Tor-Projekt beteiligte Sicherheitsexperte und Internetaktivist Jacob Appelbaum über Twitter. Auch die Macher des britschen SpyBlog kritisieren, es sei ein "verkrüppeltes Tor-Browser-Bundle: ohne Tor-Button, ohne NoScript, ohne digitale Signatur".

Der derzeit nur für Windows erhältliche PirateBrowser besteht aus einem portablen Firefox. Der Tor-Software beigelegt sind eine Linksammlung und Plug-ins, die Server für den Internetzugang verwalten. Eine Umsetzung für Mac- und Linux-Nutzer soll noch folgen, schreibt "TorrentFreak".

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Filesharing: Zehn Jahre Pirate Bay

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insgesamt 6 Beiträge
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Ambermoon 13.08.2013
1. optional
Die Überraschung, dass ein neues Produkt nicht zu 101% perfekt ist, hält sich ja nun in Grenzen. Aber welche Produkte sind denn *besser*? Wenn es keine gibt, dann kann man das Gemecker ruhig etwas zurückfahren.
pommbaer123 13.08.2013
2.
Worin liegt die Unsicherheit? Kann man abgehört werden?
Nonvaio01 13.08.2013
3. es gibt
Zitat von sysopEin modifizierter Firefox soll den Zugriff auf The Pirate Bay sicherstellen, obwohl die Seite in mehreren Ländern gesperrt ist. Doch nun gibt es Kritik: Das Browser-Paket soll nicht sicher genug sein. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/piratebrowser-it-experten-warnen-vor-piraten-browser-a-916279.html
Mindestens 30 mirror Seiten den Browser braucht man nicht
athelstone 14.08.2013
4. Welch Überraschung...
...dass ein Produkt, das nicht zum anonymen surfen gedacht ist, auch nicht zum anonymen surfen geeignet ist.
oliiix 14.08.2013
5. IT Experten? HaHa
Es wird wiedermal von IT Experten geredet: Dass ich nicht lache!! Ausserdem kommt man nun von jedem Land auf die Torrentseite. Ist dies nicht der eigentliche Punkt der Geschichte? Wer das Tor Addon andersweitig noch nutzen will, muss sich eben mal ERKUNDIGEN! Zu viele Deppen nutzen den Computer zwar, sind jedoch trotzdem zu dumm diesen richtig zu bedienen. Das Problem der Sicherheit ist bei den meisten Anwendern, der Anwender selbst. Und dann kann ich athelstone nur noch zustimmen! Welch Überraschung, dass ein Produkt, das nicht zum anonymen surfen gedacht ist, auch nicht zum anonymen surfen geeignet ist! Was für ein trostloser Artikel!
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