Pistole aus dem 3D-Drucker Cody Wilson nimmt jetzt Geld für Waffenbaupläne

Ein US-Gericht hat bestätigt, dass Cody Wilson seine Anleitungen zum Waffenbau nicht mehr zum Download zur Verfügung stellen darf. Doch der Texaner glaubt, ein Schlupfloch gefunden zu haben.

Cody Wilson und seine Plastikpistole "Liberator"
AFP

Cody Wilson und seine Plastikpistole "Liberator"


Der radikale Pro-Waffen-Aktivist Cody Wilson hat damit begonnen, digitale Baupläne für Schusswaffen aus dem 3D-Drucker zu verkaufen, statt sie kostenlos zum Download anzubieten. "Jeder in Amerika, der diese Dateien will, wird sie bekommen", sagte Wilson nun auf einer Pressekonferenz. Dass ein Bundesrichter erst am Montag ein bestehendes Verbot der Verbreitung dieser Anleitungen bestätigt hatte, beeindruckte ihn wenig.

Wilson hatte die Dateien vor vier Wochen erstmals zum Herunterladen angeboten. Nach einem langjährigen Rechtsstreit hatte die US-Regierung seiner in Texas ansässigen Firma Defense Distributed im Juni erlaubt, Konstruktionspläne für Schusswaffen aus 3D-Druckern im Internet zu veröffentlichen. Dazu gehören auch Pläne für eine Handfeuerwaffe aus Plastik, die zumindest von manchen Detektoren nicht erkannt wird, keine Seriennummer hat, aber auch nur bedingt zum Schießen taugt.

Wilsons Kunden bestimmen selbst, wie viel sie zahlen

Mehrere US-Bundesstaaten haben daraufhin die Regierung von Präsident Donald Trump verklagt. Aufgrund der Klage hatte der zuständige Richter in Seattle die Verbreitung der Baupläne Ende Juli vorläufig gestoppt. Der Richter Robert Lasnik verlängerte dieses Verbot am Montag nun bis zur Entscheidung über die Klage der Bundesstaaten.

Wilson jedoch argumentierte am Dienstag, das richterliche Verbot gelte nur für die kostenlose Verbreitung der Baupläne. Im Urteil heißt es, laut dem Waffenkontrollgesetz könnten die Dateien "nicht im Internet hochgeladen, aber per E-Mail oder Post verschickt, auf sicherem Wege übertragen oder anderweitig in den USA veröffentlicht werden".

Er habe deshalb damit begonnen, die Dateien zu verkaufen. Knapp 400 Bestellungen will Wilson bereits erhalten haben. Kunden sollen den Preis für die Baupläne selbst bestimmen, und wenn es nur ein Cent sei. Der Aktivist für das Recht auf privaten Waffenbesitz sieht in dem Verbot der Verbreitung eine Einschränkung seines Rechts auf Redefreiheit. Der Generalstaatsanwalt von Washington, D.C., Bob Ferguson, hält Wilsons neues Vorgehen jedoch für illegal und für eine Missachtung des Gerichts.

Richter Lasnik sagte am Montag, der Schaden, den Wilsons Taten verursachen könnten, wiege schwerer als die Redefreiheit. Die nicht verfolgbaren und schwer erkennbaren Schusswaffen stellten eine "besondere Gefahr" dar.

pbe/AFP

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insgesamt 9 Beiträge
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dasfred 29.08.2018
1. Da stehen zwei Meinungen gegeneinander
Der Erfinder will unregistrierte, durch Detektoren nicht erkennbare Waffen für jeden, die Gerichte wollen alle zumindest bisher gültigen Waffengesetze gewahrt sehen. Wenn sich das Thema zum Massenphänomen entwickelt, dann heißt das, man muss aus Sicherheitsgründen an jedem Flughafen und in jedem Sicherheitsbereich alles gründlich durchsuchen. Die Amis werden glücklich sein, über die Freiheit, vor jedem Flug Stunden vorher einchecken zu dürfen. Am besten gleich in Unterwäsche. Schließlich betont ihr Präsident ja bei jeder Gelegenheit die nationale Sicherheit.
horst_se 29.08.2018
2. Plastikdrucker 3D
Mit einem 3D Kunststoffdrucker und etwas handwerklichem Know-How kann doch jeder selbst Waffen konstruieren und ausdrucken. Dafür benötigt er keinen Cody Mody aus Texas. So what ? American Showtime wie immer.
wdiwdi 29.08.2018
3. Na wenn er jetzt Geld dafür nimmt...
tritt wohl auch die Produkthaftung in Kraft. Und wenn der erste Bastler sich den Arm abreißt, weil das Plastik nicht hält, wird sich das Problem schnell erledigen, gerade in den USA.
flaffi 29.08.2018
4. hort_se
Sowas von richtig. Die Idee ist in der Welt und leider nicht mehr wegzukriegen. Die 3D-Drucker werden immer billiger und leistungsfähiger. Wappnet Euch.
rucksacksepp 29.08.2018
5. Amerikanische Doppelmoral
Liest man den verlinkten Artikel auf netzwelt.org erkennt man, dass von 3d-gedruckten Waffen nicht wirklich Gefahr ausgeht, so funktionieren die Waffen nur sporadisch und eher durch Zufall (Zitat Artikel). Da sind echte Waffen doch viel zuverlässlicher und gefährlicher, aber die sind ja weiterhin legal und einfach zu bekommen. Ob da wohl die Waffenlobby ihre Finger im Spiel hat? Schließlich lässt sich mit den gedruckten Waffen kaum Geld verdienen...
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