Spiel-Verfilmung Produktionsfirma will "The Last of Us" ins Kino bringen

Was den Spielern auf der Playstation 3 gefiel, soll nun auch Kinofans begeistern: Eine Produktionsfirma hat angekündigt, das Videospiel "The Last of Us" zu verfilmen. Die Spielhandlung und die ersten Personalien lassen ein düsteres Vergnügen erwarten.

Screenshot aus "The Last of Us": Spielehit mit Kinopotential
Naughty Dog

Screenshot aus "The Last of Us": Spielehit mit Kinopotential


Der Playstation-3-Hit "The Last of Us" soll offenbar verfilmt werden. Nach Angaben des Hollywood-Nachrichtenportals "Deadline" hat die Produktionsfirma Screen Gems angedeutet, den Film vertreiben zu wollen. Außerdem soll Sam Raimi von Ghost House Pictures als Co-Produzent engagiert werden. Evan Wells, der Vizechef des "The Last of Us"-Entwicklerstudios Naughty Dog, sagte gegenüber "Deadline", die Partnerschaft passe perfekt: "Wir hätten keine besseren Partner finden können, die unsere kreativen Vorstellungen und hohen Standards teilen."

Es deutet sich an, dass die Kinoversion wie das Spiel ein düsteres Vergnügen wird. Das Sony-Tochterunternehmen Screen Gems ist bekannt für Horrorstreifen wie "Hostel" und finstere Fantasy-Actionfilme wie "Underworld". Sam Raimi hat unter anderem die Gruselfilme "The Grudge", "30 Days of Night" und "Evil Dead" produziert. Neben den Profis aus dem Filmgeschäft sollen aber auch einige Mitarbeiter von Naughty Dog ins Boot geholt werden. Unter anderem soll Neil Druckmann das Drehbuch für den Film schreiben. Er war der künstlerische Leiter bei "The Last of Us".

Einige "Deadline"-Leser reagieren trotzdem irritiert auf die Ankündigung der Leinwand-Adaption. Das Spiel sei doch schon ein Film, kommentiert einer: "Was wollen sie machen? Alle perfekt gemachten Zwischensequenzen übernehmen und die Spielszenen entfernen?" Ein anderer Kommentator hält dagegen, mit Druckmann als Drehbuchautor habe er keinen Zweifel, dass es "die beste Videospiel-Adaption aller Zeiten werden könnte - dafür braucht es aber auch nicht viel".

Unterwegs in den Ruinen postapokalyptischer Städte

Als Playstation-3-Exklusivtitel war "The Last of Us" ein großer Erfolg für Sony. Laut dem Spieleportal "IGN" verkaufte sich das Spiel bereits in den ersten drei Wochen insgesamt 3,4 Millionen Mal. Während die Kritiken überwiegend positiv ausfielen und dem Spiel eine spannende und rührende Geschichte attestierten, beklagten andere, dass der Titel zu brutal sei und keine neuen Trends setze.

"The Last of Us" spielt in der Zukunft. Ein Pilz hat sich auf der Erde ausgebreitet, einen Großteil der Bevölkerung ausgelöscht und viele Menschen in apathische Monster verwandelt. Einer der Überlebenden ist der Schmuggler Joel, der zunächst widerwillig das 14-jährige Mädchen Ellie in seine Obhut nimmt.

Gemeinsam kämpft sich das Duo durch die Ruinen postapokalyptischer Städte in den USA, ständig auf der Flucht vor Soldaten, Diebesbanden und Infizierten.

jbr

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
BlakesWort 07.03.2014
1.
Würde man heute mit der Produktion beginnen, wäre der Film bestenfalls im Sommer oder Herbst 2016 in den Kinos. Während die Vampire mittlerweile blutleer und ausgesaugt sind, schlurfen die Untoten, Infizierten, Beißer, Walker und wie sie sonst genannt werden immer noch recht munter durch die Subkulturen. "The Last of Us" lebt von seiner Erzählweise und den tollen Charakteren, sowie von der Identifikation des Spielers mit ihnen. Filme bekommen sowas eher selten hin, erfolgreicher sind da Serien. Eine weitere schlechte Spieleverwurstung wäre kein Beinbruch. Zum Glück haben die vielen Flops oder Boll-Machwerke bisher nie Einfluss auf die Verkaufszahlen von Videospielen bzw. weiteren Serienteilen gehabt. Insoweit sind Spiele von Filmen emanzipiert.
asterixxer 07.03.2014
2. Portal
Mich wuerde ja eine Verfilmung von Portal (2) mal interessieren, aber ich fuerchte, dass ist nicht massentauglich genug.
spon-facebook-10000015195 07.03.2014
3. Generell hätte das gesamte Thema Biss
Gesamtheitlich gesehen könnte man die Geschichte um Black Mensa und Aperture Labs verfilmen, denn in den Spielen Half Life und Portal gibt es genug Randgeschichten, die man nie wirklich erfährt. Das wäre sicher guter Stoff.
lan_core 07.03.2014
4. Stimme dem 1. Kommentator zu
Das Spielt lebt vom Spieler - und umgekehrt. Es geht hierbei um die Identifizierung von sich selbst mit dem Protagonisten. Und das macht ein Spiel so erfolgreich. Man ist in einem endzeitgedchehen drin und kann sich darin selbstständig bewegen. Wie das ein Film schaffen will, wer weiß ... Ich glaube nicht, das es ein Kassenschlager wird.
Meisterqn 07.03.2014
5.
Ich habe das Spiel Mut Begeisterung gespielt und empfand die Bindung, die an die Figuren aufgebaut wird als unglaublich fesselnd. Das dürfte in einem Film nicht gelingen. Wie erwähnt würde hier eine hochwertige Serienproduktion mehr Erfolg versprechen. Von mir aus auch nur eine Staffel oder ein paar Folgen. Ich bezweifle, dass es einem Film gelingt, die wachsende Beziehung zwischen den Charakteren adäquat zu erzählen. Das Spiel hätte es definitiv verdient.
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