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"Pony Express": Google arbeitet offenbar an Bezahlfunktion in Gmail

Gmail-Konto: Bei so vielen Nutzern winken Informationen und Geld Zur Großansicht

Gmail-Konto: Bei so vielen Nutzern winken Informationen und Geld

Google baut seine Angebotspalette wohl noch weiter aus. Noch in diesem Jahr könnte der Konzern einen neuen Service einführen, mit dem Nutzer aus ihrem E-Mail-Konto heraus Rechnungen begleichen können.

Wenn mittlerweile so viele Rechnungen via E-Mail kommen, warum dann nicht gleich aus der Mailbox heraus bezahlen? Diese Frage beantwortet Google offenbar mit einem Konzept für eine Bezahlfunktion: Laut dem Online-Magazin "Recode" arbeiten Google-Entwickler derzeit an einem Dienst unter dem Arbeitstitel "Pony Express", mit dessen Hilfe die Nutzer Rechnungen direkt in Gmail oder der Inbox-App empfangen und begleichen können. Der bisherige Umweg über die jeweiligen Websites von Unternehmen oder Banken würde damit entfallen.

Laut "Recode" vorliegenden Google-Dokumenten muss sich der Nutzer zunächst verifizieren. Das geschieht durch die Angabe von Name, Adresse und Sozialversicherungsnummer. Letzteres weist darauf hin, dass die Entwickler das Konzept zunächst auf die USA beschränken wollen. Zusätzlich ist noch die Angabe einer Konto- oder Kreditkartennummer erforderlich.

Danach könnten Rechnungen sofort aus Gmail heraus bezahlt werden. Die Einführung soll für das vierte Quartal 2015 geplant sein. Eine Google-Sprecherin wollte sich gegenüber SPIEGEL ONLINE dazu allerdings nicht äußern: "Wir kommentieren Gerüchte und Spekulationen nicht."

Die anfallenden Daten wären sehr wertvoll

Das Tech-Blog "Engadget" ist aber schon jetzt vom Erfolg des Konzepts überzeugt. Googles E-Mail-Dienst verfüge derzeit über mehr als 500 Millionen Nutzer. Schon die bloße Zahl könne ein gutes Argument dafür sein, Unternehmenspartner für die Teilnahme an der Bezahlfunktion zur Kasse zu bitten. Genauso sei es denkbar, den Anwendern eine kleine Nutzungsgebühr zu berechnen. Selbst ohne direkte Monetarisierung erhalte Google jedoch das, was es am meisten begehre: Informationen. Allein die Angaben zu Rechnungsstellern und -Summen wären extrem viel wert.

Auch die IT-Nachrichtenseite "Cnet" sieht eine Logik darin, im Zeitalter von Mobilgeräten dort auch Finanztransaktionen direkt zu erledigen. Die Aufnahme derartiger Dienstleistungen in die Angebotspalette würde Google-Nutzer noch enger an das Unternehmen binden.

Google ist nicht der erste Online-Anbieter, der an der Integration einer Bezahlfunktion in seine anderen Dienste arbeitet. Erst in der vergangenen Woche hatte etwa Facebook verkündet, US-Nutzern seines Kurzmitteilungsdienstes Messenger die Möglichkeit geben zu wollen, einander kostenlos Geld zu überweisen.

meu

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insgesamt 2 Beiträge
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1. mobil und instant
partey 25.03.2015
das geht doch heute alles schon via bitcoin und entsprechender Wallet.
2. email interac
zila 25.03.2015
Ich nutze Emailbezahlung seit Jahren, und das nicht fuer obskure Bitcoins. Nachteil ist der Passwortaustausch. Banktransfer ist in Nordamerika noch immer schwierig zu privat oder Small Business.
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  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

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