Angebliche Masturbationsvideos Polizei warnt vor neuer Porno-Betrugsmasche

Ein Krimineller behauptet in E-Mails und Briefen, Personen aus Bochum beim Pornoschauen gefilmt zu haben. Die Polizei rät Empfängern des Schreibens dringend davon ab, auf seine Forderung einzugehen.

Polizeifoto des Schreibens
Polizei Bochum

Polizeifoto des Schreibens


Mit angeblichen Aufnahmen von Selbstbefriedigung versucht ein Unbekannter derzeit in Bochum Menschen dazu zu bringen, ihm 500 Euro in Bitcoin zu überweisen. In E-Mails und Briefen behauptet er, private Computer gehackt und sich Zugriff auf die eingebauten Kameras und Mikrofone verschafft zu haben. So sei er angeblich in den Besitz anstößiger Videobilder gelangt, die die Angeschriebenen beim Schauen von Pornos und beim Masturbieren zeigen sollen.

"Auf Knopfdruck kann ich dieses Video an alle Kontakte Ihrer E-Mail und Social Media weiterleiten", droht der Kriminelle in seinem Schreiben, das die Polizei am Montag veröffentlicht hat. Nur wer ihm das Geld überweise, könne verhindern, dass das Video verbreitet werde.

Gleich mehrere Männer hätten sich nach Erhalt des Schreibens in der vergangenen Woche an die Polizei gewandt. Die "sicherlich nicht geringe Anzahl" Adressaten sei willkürlich ausgewählt worden, betont die Polizei dazu.

"Empfehlen dringend, nicht auf die Forderungen einzugehen"

Ein Polizeisprecher sagt: "Wir warnen vor dieser Masche und empfehlen dringend, nicht auf die Forderungen einzugehen." Ob es die Hackerangriffe und das angebliche kompromittierende Material tatsächlich gebe, sei Gegenstand der Ermittlungen.

Allzu wahrscheinlich scheint es aber nicht, dass der Kriminelle die Videos wirklich besitzt: "Ein Betroffener, der per Brief angeschrieben wurde, ist übrigens schon seit längerer Zeit verstorben", heißt es von der Polizei.

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mbö/dpa



insgesamt 22 Beiträge
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themistokles 07.05.2018
1. Offensichtlicher Betrug
Ich frage mich ja immer noch, wer auf solche E-Mails heute noch hereinfällt. Und das scheint mir noch eine ziemlich schlechte Masche zu sein. In der gleichen E-Mail wird zwischen "Du" und "Sie" wahllos hin- und hergewechselt....
akronymus 07.05.2018
2. definitiv nichts dahinter
Solche Mails gibt es auch mit Absender aus Nigeria - ohne jeden Hinweis darauf, wo sich das angebliche kompromittierende Material befinden soll (eigene Website, Video-Dienst, Cloud, ...) Die Absender setzen einfach darauf, dass in paar Leute in Panik geraten und überweisen.
jan_huus 07.05.2018
3.
Die genannten Mails mögen von "harmlosen" Betrügern stammen, dennoch ist ein solches Hacking des Computers natürlich grundsätzlich möglich. Wer sich also nicht auf Youtube und Co. wiederfinden möchte sollte seine Computer-Kamera dauerhaft optisch abdecken, z.B. durch einen Klebestreifen, und nur zur gewollten Nutzung wieder freimachen.
Walther Kempinski 07.05.2018
4. black mirror
Die Idee entstammt wohl aus der tollen Serie Black Mirror. Der Erpresste musste da einen Bankraub für die Erpresser durchführen. Das Ende war wie üblich sehr überraschend
upalatus 07.05.2018
5.
Ist es dem Spiegel bisher entgangen, dass in hoher Zahl Menschen (Schwerpunkt Minderjährige) in Chatrooms usw. in dererlei Situationen reingetrickst werden, das per simpler Bildaufzeichnung gespeichert wird und natürlich leider oft auch für Erpressungen verwendet wird?
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