Angebliches Porno-Schauen im Netz Polizei warnt vor neuen Erpressungsversuchen

Betrüger verschicken derzeit erpresserische E-Mails: Das Opfer sei beim Porno-Schauen gefilmt worden und soll nun zahlen, damit das Video nicht verschickt werde. Die Masche ist nicht neu - diesmal aber perfider.

Kamera am Rechner
imago/ Wolfgang Zwanzger

Kamera am Rechner


Momentan versuchen Erpresser per E-Mail, Empfänger zur Zahlung hoher Geldbeträge zu drängen: Das Opfer sei beim Porno-Schauen im Internet per Webcam gefilmt worden, heißt es. Wenn es nicht zahle, würde das Video an Freunde und Familie oder den Arbeitgeber verschickt. Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt davor, auf die Forderungen einzugehen.

Laut der Erpressernachricht ist der Rechner angeblich mit einer Schadsoftware infiziert, die aufzeichnet, wie sich Nutzer pornografische Filme im Netz ansehen - während mit der eingebauten Webcam eine Videoaufnahme gemacht wird. Die Masche ist nicht neu, schon im Mai warnte die Polizei vor einer ähnlichen Betrugsserie in Bochum.

Diesmal wirkt das Schreiben auf englisch aber wohl glaubwürdiger: Manchmal nutzen die Erpresser in ihrem Anschreiben offenbar wirklich existierende Benutzernamen und Passwörter der Angeschriebenen.

Wer die Webcam abklebt, kann nicht gefilmt werden

Wie das Tech-Portal "Heise" berichtet, stammen diese Daten meist aus illegalen Datenbankeinbrüchen - einen direkten Bezug zur Erpresser-E-Mail gibt es nicht. Erkennen Empfänger solcher Schreiben darin genannte Passwörter wieder, sollten diese bei den betreffenden Online-Diensten sofort geändert werden.

Das LKA Niedersachsen rät davon ab, die Forderungen zu begleichen. Folgt man den Anweisungen der Erpresser, wird die Zahlung in der Kryptowährung Bitcoin geleistet - und das Geld ist weg. Die Beamten gehen davon aus, dass an den Erpresserschreiben nichts dran ist. Der Rat des LKA: nicht zahlen, stattdessen Anzeige erstatten, Passwörter ändern. Auch bei "Heise" heißt es: "Wer eine solche Mail bekommen hat, kann davon ausgehen, dass deren Inhalt frei erfunden ist und sollte keinesfalls den geforderten Betrag zahlen."

Wer auf Nummer sicher gehen will, vor dem Computer nicht gefilmt zu werden, kann übrigens im Handel nach speziellen Schiebern zum Verdecken der in viele Computer eingebauten Webcams suchen. Eine günstige Alternative ist ein Sticker oder einfach ein Stück Klebeband.

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juh/dpa



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