PowerPoint-Alternativen Zehn Programme für gute Präsentationen

Wer eine Präsentation halten muss, erstellt sie häufig mit PowerPoint. Doch es gibt Alternativen zum Standardprogramm von Microsoft.

Von "t3n"-Autor Sébastien Bonset


Fast jeder nutzt PowerPoint, doch viele pflegen eine eher komplizierte Beziehung zu der Präsentationssoftware. Das liegt unter anderem daran, dass wahrscheinlich jeder schon mal einer gähnend langweiligen Präsentation beigewohnt hat. Mit PowerPoint erstellte Präsentationen sind nicht per se schlecht und ansprechende Präsentationen müssen noch nicht mal viel Zeit in Anspruch nehmen. So kann man sich die Arbeit beispielsweise mit entsprechenden Vorlagen und Templates deutlich erleichtern.

Wem die Microsoft-Software dennoch zu konservativ oder komplex erscheint, der kann mittlerweile aus unterschiedlichsten PowerPoint-Alternativen wählen, die teilweise einen ganz anderen Ansatz verfolgen.

Die Chancen stehen gut, dass man als PowerPoint-Verweigerer die Konkurrenz aus dem Hause Apple nutzt: Viele Anwender schätzen an Keynote besonders die Eleganz und einfache Handhabung der Präsentationssoftware. Neben den beiden Platzhirschen tummeln sich aber mittlerweile Lösungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen in der Softwarewelt. So finden sich sowohl komplett webbasierte Tools als auch Alternativen für den Desktop.

Manche der Lösungen beschränken sich auf das Wesentliche - was zu schnelleren Ergebnissen führen soll - andere stehen PowerPoint im Funktionsumfang um nichts nach. Ein verhältnismäßig neuer Trend sind Tools, die es ermöglichen, Präsentationen mit Markdown zu erstellen.

Bunkr: Selbsternannter PowerPoint-Killer mit Pinterest-Anleihen

Bunkr

Die Web-App des französischen Start-ups Bunkr verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz: Anwender sammeln Inhalte im Pinterest-Stil und ordnen diese auf einzelnen Slides an. Bunkr setzt auf HTML5 und lässt sich somit sowohl am Rechner als auch auf mobilen Geräten nutzen. Erstellte Präsentationen lassen sich auch als PPT oder PDF exportieren. Vereinfacht gesagt besteht Bunkr aus zwei Komponenten: einerseits einem Bookmarklet zum Sammeln von Inhalten und andererseits dem Tool zum Erstellen der Präsentation. Die Idee dahinter klingt sinnvoll, denn oftmals kostet besonders das Zusammentragen visueller Inhalte zum Aufpeppen der eigenen Präsentation am meisten Zeit. Mithilfe des Bookmarklets lassen sich beim Surfen gefundene Videos, Websites, Artikel, Zitate, Notizen und Bilder ganz einfach im eigenen Bunkr-Account speichern und später einer Präsentation hinzufügen.

Emaze: Schicke Effekte und 3D-Templates

emaze

Emaze sieht nicht nur gut aus und bietet Features wie automatisches Speichern, sondern glänzt insbesondere dank der 3D-Templates und schicker visueller Effekte. Dabei kommt Emaze ohne Flash aus und basiert komplett auf HTML5. Die Website lässt sich sowohl am Rechner, als auch auf mobilen Geräten nutzen. Emaze richtet sich explizit an Nutzer, die schnell eine Präsentation erstellen wollen, ohne sich in umfangreichere Software wie PowerPoint einzuarbeiten. Das geht so weit, dass man nicht mal die Textfarbe auswählen kann, denn sie wird durch die Wahl des Templates vorgegeben. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, denn die verfügbaren 2D- und 3D-Templates machen einen visuell hochwertigen Eindruck. Die Anwendung lässt sich 14 Tage kostenlos testen und kostet dann je nach Version entweder neun oder 19 US-Dollar monatlich.

Deckset für Mac: Mit Markdown zur fertigen Präsentation

Deckset

Deckset glänzt im Vergleich zu PowerPoint und Keynote besonders in Sachen Geschwindigkeit, mit der Anwender eine Präsentation zusammenbasteln können. Der Clou der Mac-Software: Präsentationen basieren auf Markdown. Statt sich vieler Menüs bedienen zu müssen, schreibt man einfach in einem herkömmlichen Texteditor. Die Textdatei kann dann direkt in Deckset geöffnet werden und wird automatisch in eine Präsentation verwandelt. Man kann zwischen unterschiedlichen Themes wählen, farbliche Anpassungen vornehmen und Bilder, Videos oder GIFs hinzufügen. Insgesamt ist Deckset sehr einfach gehalten und damit auch kein hundertprozentiger Ersatz für Keynote oder PowerPoint. Vielmehr eignet sich die Software besonders für Anwender, die sich nicht stundenlang mit dem Design und Layout der einzelnen Folien auseinandersetzen wollen. Die App kostet rund 30 Euro.

Google Docs: Slides

Google

Auch Google Docs bietet eine kostenlose Lösung, um Präsentationen online zu erstellen. Rund 20 unterschiedliche Vorlagen stehen für das Erstellen neuer Präsentationen zur Verfügung, aber auch PowerPoint-Dateien lassen sich nach dem Hochladen bearbeiten oder abspielen. Die Präsentationsfunktion innerhalb Google Docs zeichnet sich besonders durch die Möglichkeit aus, kollaborativ an den Slides zu arbeiten. Google hält unterschiedliche Revisionen vor, sodass man einen älteren Zustand seiner Präsentation wiederherstellen kann.

Haiku Deck: PowerPoint-Alternativen für Web und iPad

Haiku Deck

Texte sind beim Erstellen einer Präsentation in der Regel nicht das Problem - dazu passende Bilder und Illustrationen zu finden, artet dagegen oftmals in Arbeit aus. Genau hier setzt Haiku Deck an, denn die Präsentationslösung integriert eine Datenbank ansehnlicher Fotos. Praktisch dabei ist, dass Haiku Deck direkt Fotos vorschlägt, die auf den in der Präsentation verwendeten Begriffen basieren. Die Lösung steht in einer Webvariante und als iOS-App zur Verfügung und fertige Präsentationen lassen sich entweder auf einer Website einbinden, über soziale Medien und Mail mit anderen teilen oder in PowerPoint sowie Keynote importieren. Was bei Haiku Deck fehlt, sind Übergänge zwischen den Folien und andere Animationen. Auch in Sachen Sound und genauer Platzierung von Text schaut der Anwender in die Röhre. Die Anwendung lässt sich kostenlos testen und steht in drei Versionen zum Preis von monatlich fünf, zehn und 30 Euro zur Verfügung.

Kingsoft Presentation Free 2013: PowerPoint für lau

Kingsoft

Presentation Free 2013 lässt sich am besten als kostenlose Version von PowerPoint beschreiben, denn die Ähnlichkeit zu der Microsoft-Software ist unverkennbar. Die Windows-Anwendung ist sowohl als alleinstehende Präsentationssoftware als auch als Teil der ebenfalls kostenlosen Office-Suite von Kingsoft erhältlich. Wer sich mit PowerPoint auskennt, dürfte sich auch in Presentation Free 2013 schnell zurechtfinden. Die Lösung kommt mit einer beachtlichen Menge an Vorlagen und einer ganzen Reihe unterschiedlicher Animationen, Layouts und Anpassungsmöglichkeiten. Bei Bedarf lassen sich PowerPoint-Präsentationen importieren und in Presentation Free 2013 bearbeiten. Zwar kann die Software auch mit dem .pptx-Format umgehen, speichert Präsentationen allerdings lediglich im propriäteren .dps-Format oder dem älteren .ppt-Format. Presentation Free 2013 bietet neben Hintergrundmusik und Flash fast alle Funktionen, die man in PowerPoint findet - lediglich auf Visual Basic muss der Nutzer verzichten.

Perspective: Präsentationen auf dem iPad erstellen

Perspective

Bei Perspective handel es sich um eine kostenlose App mit In-App-Purchases für das Freischalten weiterer Features für iOS. Die Entwickler sind der Meinung, dass es sich bei einer Präsentation immer um eine audiovisuelle Geschichte dreht - genau diesen Ansatz verfolgt auch die iOS-App. Entsprechend geht es bei Perspective auch nicht um einzelne Folien, sondern um sogenannte Szenen. Für jede Szene sind unterschiedliche Bilder, Textbausteine, Tabellen, Excel-Dateien, PDFs, CSV-Files und andere Elemente möglich. Die einzelnen Elemente lassen sich animieren, um die Präsentation so lebendiger zu gestalten oder um beispielsweise Trends besser zu visualisieren. Perspective ist eher etwas für fortgeschrittene Nutzer, denn die Handhabung bedarf einiger Einarbeitungszeit. Bei der kostenlosen App handelt es sich lediglich um eine Demo-Version. Wer mehr als eine Präsentation erstellen will, muss rund 50 Euro für Perspective Pro zahlen.

PowToon: Im Cartoonstil animiert

PowToon

Wer in Sachen Präsentationen tatsächlich neue Wege beschreiten will, sollte sich in jedem Fall PowToon ansehen. Die PowerPoint-Alternative legt den Fokus auf animierte Charaktere und Storytelling statt trockener Fakten. Neben Präsentationen lassen sich mit PowToon auch animierte Videos erstellen, die man dann auf der eigenen Website einbinden kann. In der kostenlosen Version werden die eigenen Kreationen mit einem Wasserzeichen versehen - wen das stört, der muss rund 20 US-Dollar pro Monat ausgeben. In jedem Fall dürfte man sich der Aufmerksamkeit seiner Zuhörer bei einer mit PowToon erstellten Präsentation sicher sein.

Prezi

Prezi

Keine Lust auf langweilige Folien, sondern eher ein Faible für Präsentationen mit multimedialem und interaktivem Touch? Dann könnte Prezi genau das Richtige sein. Die Präsentationssoftware dürfte nach PowerPoint und Keynote mittlerweile zu den wohl bekanntesten Lösungen aus diesem Bereich gehören - und das kommt nicht von ungefähr. Prezi-Präsentationen lassen sich am besten als sehr visuelle, interaktive Mindmaps bezeichnen. Man bewegt sich nicht Folie für Folie durch die Präsentation, sondern interagiert mit unterschiedlichen Elementen. Dieser Ansatz macht das Ganze wesentlich dynamischer. Auch wenn es sich im Kern bei Prezi um ein Onlinetool handelt, lässt sich auch offline damit arbeiten. Prezi lässt sich 14 Tage kostenlos testen und schlägt dann je nach Version monatlich mit rund fünf oder zwölf Euro zu Buche.

Zoho Show

Zoho

Zoho Show ist als Onlineversion erhältlich, sowie für Android und iOS. Die Präsentationslösung ist Teil eines kostenlosen Tool-Sets, das nicht zahlenden Nutzern immerhin fünf GB Speicher bietet. Neben umfangreichen Funktionen für das Erstellen von Präsentationen bietet die Lösung Import- und Exportmöglichkeiten für PowerPoint-Dateien, eine Bildbearbeitung und die Möglichkeit, Präsentationen online bereit zu stellen beziehungsweise online zu halten. Letztere Funktion integriert zusätzlich eine Chatfunktion.

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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
territrades 22.05.2016
1. Einiges
Eine wichtige Alternative ist auch die LibreOffice suite und deren Ableger. Nicht perfekt, reicht aber für das nötigste. Hartgesottene machen ihre Präsentationen mit der Beamerklasse in LaTeX. Automatisches Speichern sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Wer Soundeffekte und animierte Übergänge in professionellen Präsentationen verwendet ist sofort abgeschrieben.
vitalik 22.05.2016
2.
Es gab wahrscheinlich bereits dutzende Artikel hier bei SPON, wo es darum ging, wie man eine Präsentation machen soll. Der Ton dieser Artikel war immer, dass es bei einer Präsentation nicht um die bunten Grafiken, sondern um den Inhalt geht. Informationen, welche nur schwer beschrieben werden können, sollen eben auf die Wand projeziert werden. Die Präsentation folgt dem Erzähler und nicht andersrum. Ich habe bereits Präsetationen mit Prezi und anderen "3D" Tools erlebt. Es ist anstrengend. Man fokusiert sich unweigerlich auf die bunten Bilder, welche hin und her springen. Das lenkt sowohl von dem eigentlichen Inhalt, als auch besonders von dem Erzähler ab. Macht bitte die Präsentation nicht zum Mittelpunkt.
tsmx 22.05.2016
3. pptPlex
Die Grundidee von Prezi gibt's auch als AddOn für PowerPoint (mindestens 2007/2010, neuere hab ich nicht probiert), und zwar aus den Microsoft Labs: pptPlex; etwas hakelig zu bedienen, lässt sich dann aber auf jedem Rechner mit PowerPoint öffnen, auch ohne das AddOn - dann zwar nicht mit den Effekten, aber eben noch als normale PPT-Datei - wichtig, wenn die Datei auch weitergeb- und dort nutzbar sein soll. Googeln oder hier downloaden: https://www.microsoft.com/en-us/download/confirmation.aspx?id=28558.
7eggert 22.05.2016
4.
Noch eine Möglichkeit: PDF. Das läßt sich dann sogar Daheim ausdrucken, und wer Übergänge will, aktiviert diese für die Präsentation im Menü des AA-Readers.
lorn order 22.05.2016
5. langweilige Powerpoint Präsentationen
langweilige Powerpoint Präsentationen werden nicht dadurch besser, dass man sie in einem angesagteren Tool bastelt. Wenn eine Präsentation langweilig ist, liegt das zuallerletzt am Tool. Die wichtigsten Fehler sind: keine vernünftige Gliederung der Redner spricht gegen die Wand und nicht zum Publikum Textwüsten Zahlenwüsten vollkommen überfüllte Slides Redner liest die Folien nur vor Schrift so klein, dass man sie von hinten nicht mehr lesen kann Oft werden vollkommen überflüssige Dinge dargestellt, und der Redner erwähnt sogar noch, dass er auf die dargestellte Grafik nicht eingehen wird. Gerade Management-Berater benutzen Powerpoint gerne als Ersatz für eine ordentliche Ergebnisdokumentation und zeigen hoffnungslos überfüllte und komplizierte Slides. Die eindrucksvollsten Präsentationen hat ein mittlerweile leider verstorbener Kollege gehalten, der seine Visualisierungen live und scheinbar aus dem Stegreif mit dicken Eddings auf einem Flipchart gemalt hat. Dem hing das Publikum immer an den Lippen. Der wusste aber auch immer, wa er erzählen und darstellen wollte.
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