Premium-Accounts Twitter-Community fällt auf Ente rein

Sie heißen "Spatz" oder "Taube": Einem Blogger zufolge will Twitter mit Premium-Accounts Geld verdienen. 50 bis 250 Dollar sollen die Mitgliedschaften kosten und dem Nutzer Zusatzfunktionen und vor allem mehr Platz bieten. Allein: Die Geschichte ist frei erfunden.


Noch verdient Twitter kein Geld. Geht es nach dem Mitgründer und CEO des Mikroblogging-Dienstes, Evan Williams, soll sich das aber bald ändern. Man wolle, so kündigte er bereits vor einigen Wochen an, noch im Frühjahr einen ersten Versuch unternehmen, ernsthaft Umsatz zu machen. Nun, da inzwischen nicht nur die Twitter-Community im Netz, sondern auch die Vögel draußen zwitschern, schien der Tag gekommen sein: "Twitter führt neue Premium Accounts ein", vermeldete am Donnerstag das amerikanische Technik-Blog BBspot.

Twitter-Gemeinde: Nutzer nehmen Falschmeldung über Premium-Mitgliedschaften für bare Münze

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Demnach sehe das neue Geschäftsmodell vier verschiedene Mitgliedschaften vor: den Spatz ("Sparrow") für fünf US-Dollar im Monat, die Taube ("Dove") für 15 Dollar, die Eule ("Owl") für 50 Dollar und die Top-Premiummitgliedschaft Adler ("Eagle") zum Schnäppchenpreis von 250 Dollar im Monat.

Derzeit haben etwa sieben Millionen Menschen bei Twitter einen Account. Jeder von ihnen kann Mitteilungen verschicken, die höchstens 140 Zeichen lang sein dürfen und die Frage "Was tust Du gerade?" beantworten sollen.

Während, behauptete BBspot-Blogger Brian Briggs, einem Spatz-User ab jetzt 145 Zeichen pro Tweet zur Verfügung stünden, könne ein Adler sage und schreibe 500 Zeichen pro Kurznachricht absetzen. Außerdem habe der Adler ein Recht auf bis zu 1000 Follower. Zufällig zugeteilte Zuhörer also - ob die ein Recht auf Einspruch haben würden, teilte Briggs nicht mit. Dagegen sei der Spatz in seinem Netzwerk eingeschränkt: Er müsse sich mit fünf zusätzlichen Followern zufrieden geben.

Der Blog-Eintrag versetzte die Twitter-Welt sofort in Aufregung. Unzählige Nutzer verbreiteten die Nachricht unter ihresgleichen wie ein Lauffeuer, und viele nahmen die Nachricht für bare Münze. Dabei ist die Meldung ein "hoax" - eine Ente, wie sie bei BBspot üblich sind. Die Website wirbt mit ihrem Sinn für Humor. Die Blogger von BBspot haben sich auf das Fälschen von Nachrichten rund um die Themen IT und Technik spezialisiert.

Dabei hätte die Idee mit dem neuen Geschäftsmodell ihren Charme. Und so mancher von ihnen hätte mit Sicherheit lieber die Taube auf dem Dach als den Spatz in der Hand, um sein Mitteilungsbedürfnis zu befriedigen.

Für gequälte, überanstrengte Dauer-Twitterer vielleicht die attraktivste Variante wäre übrigens der, laut Briggs, "geheime 'Black'-Account" gewesen. Mit diesem Super-Zugang hätte man seine Tweets nicht mehr selbst schreiben müssen, sondern hätte dafür Schriftsteller wie J.K. Rowling oder Stephen King einspannen können. Diese Option aber, schrieb Scherzbold Briggs, sei "bislang nicht bestätigt" worden.

Schade.

Cinthia Briseño



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