"Presidential Alert" USA testen Warnsystem per SMS

Es plingte und vibrierte auf vielen Handys der Nation: Die USA haben per Test-SMS geprüft, ob ein landesweites Warnsystem für Notfälle einsatzbereit ist. Das erfreute nicht alle Amerikaner.

Nachricht auf Smartphonebildschirm
REUTERS

Nachricht auf Smartphonebildschirm


Die USA haben ein nationales Warnsystem per SMS getestet. "Presidential Alert" (Warnung des Präsidenten) stand laut einem CNN-Bericht am Mittwochnachmittag (Ortszeit) auf den Displays der Mobiltelefone von Menschen im ganzen Land. "Dies ist ein Test eines nationalen drahtlosen Notfallwarnsystems. Es ist keine Aktion erforderlich."

Mit den Nachrichten soll vor Notfällen wie beispielsweise Terrorangriffen oder einer großflächigen Katastrophe gewarnt werden. Es gehe demnach um "kritische, lebensrettende Informationen", die so viele Mobiltelefone wie möglich erreichen sollten. Die Warnungen werden auch über das Fernsehen und Radio ausgespielt.

Abbestellen nicht möglich

Im Gegensatz zu bestehenden Warnnachrichten für extreme Wetterlagen können die "Nachrichten des Präsidenten" laut CNN nicht abgestellt werden. Obwohl die Nachricht "Warnung des Präsidenten" genannt wird, schreibt sie nicht der Präsident, sondern die Katastrophenschutzbehörde Fema.

Die Warnnachrichten sorgten in den USA auch für Spott und Kritik. Der Komiker Stephen Colbert legte Amerikaner, die die Warnungen künftig nicht mehr erhalten möchten, eine radikale Lösung nahe:

Sein Moderatorenkollege Trevor Noah spielte mit einer selbst getexteten Warnung auf die First Lady der USA, Melania Trump, an.

Comedian Ellen DeGeneres hatte eine andere Idee, für welche Zwecke so eine national versandte SMS nützlich sein könnte:

Andere Nutzer meldeten sich auf sozialen Netzwerken zu Wort und warfen die Frage auf, ob das System, mit dem viele Millionen Amerikaner auf einmal erreicht werden können, auch Missbrauchspotenzial für den aktuellen US-Präsidenten Donald Trump biete. Der ist bekannt dafür, sich auf Twitter gern unmittelbar mitzuteilen.

gru/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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zorro der rächer 04.10.2018
1. Tolle Wurst,
alle Tweets, bzw. Screenshots oder Links zu Tweets gelöscht. Kommt das denn? Keine Courage? Naja, wenigstens räsoniert Spon in anderen Beiträgen so richtig volle Kanne Heidewitzka Herr Kapitän gegen den POTUS. Doch.....jedenfalls n büschn .
aliof 04.10.2018
2. Schön humorvoller Artikel
.. über dies vordergründig nur ein wenig unbequeme Problem, ungewollte Nachrichten zu erhalten. .. wenn denn die Informationen nur in eine Richtung laufen würden-. Aber leider ist es dort wohl so wie auch bei uns : per empfangener SMS sendet auch der Empfänger eine nicht unerhebliche Menge an Information über sich selbst an den Sender der Sendung . .. und an Alle die sonst noch so mit-lauschen wollen. Und doch , es gibt schon jetzt andere Mittel als die im US-Late-Show-Video gezeigte, sich vor dem Ausgespäht-Werden zu schützen.
Das dazu 04.10.2018
3. Mein Gott, die USA
So fortschrittlich, das gibt es schon Monate hier in Portugal ohne Test. Bei hoher Waldbrandgefahr bekommen alle eingebuchten Handies eine SMS, ausländische in Englisch, portugiesische in Portugiesisch, das in der Region, die genannt wird, eine erhöhte Waldbrandgefahr besteht und man aufmerksam sein soll. Da wurde nicht so ein Wind drum gemacht...
wildthin9 04.10.2018
4. Oh, das kommt..
...von Trump's Stab. mit 160 Zeichen kann der Fakepräsi weniger Blödsinn verzapfen als mit 280 bei Twitter wenn Er dann auf SMS umgestellt wird ;), nicht blockbar aber wer würde schon den größten Präsi aller Faker blocken ?
vaikl 04.10.2018
5. Auch hierzulande bekommt es NINA...
...immer noch nicht hin, Katastrophen-Warnungen auf Gemeindeebene zu beschränken. Es wird munter der ganze Kreis todgesimst, wenn 30km weiter am Berghang ein lokales Unwetterchen droht. Momentane Alternative lt. BBK: Alarme abschalten. Toll.
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