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Princeton gegen Facebook: Datenexperte nimmt Prognose von Elite-Forschern auseinander

Campus der Princeton University: Dem Untergang geweiht wie Facebook? Zur Großansicht
REUTERS

Campus der Princeton University: Dem Untergang geweiht wie Facebook?

Wissenschaftler der Universität Princeton haben den Tod von Facebook vorausgesagt. Ein Mitarbeiter des sozialen Netzwerks reagiert nun mit Humor: Er prophezeit seinerseits den Untergang der Elite-Uni - und ein grausames Ende der Menschheit.

Es sind düstere Aussichten für Facebook. Zumindest, wenn man den Wissenschaftlern der US-amerikanischen Universität Princeton glaubt. Nach deren Erkenntnissen hat das soziale Netzwerk seinen Zenit bereits überschritten - und ist auf dem besten Weg, ganz von der Bildfläche zu verschwinden. In einer wissenschaftlichen Veröffentlichung prognostizieren die Forscher, dass Facebook in ein paar Jahren das gleiche Schicksal wie die Musikplattform MySpace erleidet. Das Fazit der Arbeit: Facebook verliert in den kommenden drei Jahren bis zu 80 Prozent seiner Mitglieder.

Der Datenexperte Mike Develin sieht das ein wenig anders. Er ist Mitarbeiter des sozialen Netzwerks und zerpflückt die wissenschaftliche Arbeit in einem bissigen Beitrag bei Facebook. "Von ganz besonderem Interesse war die innovative Anwendung von Google-Suchdaten um die Nutzungstrends vorauszusagen, anstatt die tatsächlichen Nutzungstrends zu benutzen", schreibt Develin und verweist auf Grafiken, die einen Anstieg der aktiven Facebook-Nutzer im vergangenen Jahr zeigen.

Doch dabei belässt es der Experte nicht. Er dreht den Spieß um - und prophezeit mit der gleichen mathematischen Methode den Untergang der Elite-Universität. Berücksichtige man das gleiche wissenschaftliche Prinzip der US-Forscher, dann zeigten die Untersuchungen eindeutig, "dass Princeton gefährdet sein könnte, komplett zu verschwinden", schreibt Develin. Im Jahr 2021 werde es demnach keine Studenten mehr geben, und aufgrund der "stabilen wissenschaftlichen Analyse" werde man sich den "künftigen Trümmerhaufen nur noch in der Fantasie als einstige Institution vorstellen können".

2060 wird es keine Luft mehr geben

Doch nicht nur um die Elite-Universität sorge sich Mike Develin. Auch die Zukunft der Menschheit stehe auf Basis dieser wissenschaftlichen Analyse auf dem Spiel. Die Google-Trends zum Suchwort "Luft" hätten ständig abgenommen, schreibt der Datenexperte. Die Voraussagen würden ganz klar zeigen, dass im Jahr 2060 keine Luft zum Atmen mehr übrig sein wird.

In den Kommentaren schlagen sich viele Nutzer auf die Seite des Facebook-Mitarbeiters. Sie machen sich lustig über die Analyse-Methoden der Princeton-Forscher. In ihren Beiträgen setzen sie unter anderem die zunehmende Klimaerwärmung mit der weltweit sinkenden Anzahl der Piraten gleich und sorgen sich, dass immer weniger Nutzer bei Google nach dem Begriff "Internet" suchen. "Uns wird das Internet ausgehen, bevor wir keine Luft mehr haben", schreibt ein Nutzer, "ich weiß nicht, was schlimmer ist."

Am Ende des Beitrags nimmt Develin ein wenig die Schärfe aus seiner zynischen Antwort. Natürlich gehe er nicht davon aus, dass Princeton verschwinden oder die Luft irgendwann ausgehen werde. Aber er wollte mit einem lustigen Beitrag darauf hinweisen, dass einige Analyse-Methoden zu "ziemlich verrückten Ergebnissen führen".

Die Forscher aus Princeton hatten für ihre Berechnungen ein statistisches Rechenmodell angewandt, das auch Seuchenexperten nutzen, um die Ausbreitung ansteckender Krankheiten anhand von Symptom-Anfragen bei Google vorauszusagen. Für die Facebook-Prognose haben sie den Lebenszyklus von MySpace mit Google-Suchanfragen verglichen. Den Wissenschaftlern zufolge gab es demnach einen Zusammenhang zwischen der sinkenden Anzahl der Suchanfragen und dem schwindenden Interesse an dem Netzwerk.

Denn während MySpace im Jahr 2005 noch 580 Millionen Dollar wert war, verlor das Portal in den folgenden Jahren immer mehr Mitglieder. Das Unternehmen News Corp. verkaufte das Portal schließlich im Jahr 2011 für 35 Millionen Dollar, ein Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises.

jbr

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insgesamt 51 Beiträge
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1. Albern
Leser161 24.01.2014
Im Gegensatz zu Facebook ist unsere Atemluft nicht auf Googleanfragen angewiesen. Das nur zur Lockerung. Das Modell von Priceton muss nicht richtig sein, aber was der "Datenexperte" treibt ist Krakeleerei auf Bildnivaeu.
2. Ist doch klar,
happyrocker 24.01.2014
in ein paar Jahren werden die Firmen mit den gekauften "Likes" bei Facebook unter sich sein. Eine Internet-Mode unter vielen, zum Untergang verdammt wie zahlreiche vorher.
3. Toll, der Develin
redbayer 24.01.2014
solange Facebook solche guten Mitarbeiter hat, wird es nicht so schnell untergehen. Eher wird in Priceton die Luft ausgehen, bei solchen Spassanalysen.
4. Wahrscheinlich...
drumb0t 24.01.2014
Wenn die Zeitleiste nur lang genug ist, werden all diese Annahmen wahrscheinlich. Ich würde das Verschwinden Facebooks persönlich auch vor dem Princetons oder der "Luft" einordnen :)
5. optional
kumi-ori 24.01.2014
Die Menschen in Princeton scheinen sehr viel Zeit zu haben. Schon das ein Vorbote des drohenden Untergangs?
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