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Proteste in Iran: Facebook und Google lernen Persisch

Der Cyberkampf um Iran geht weiter: Während das Netz in dem Land weiterhin unter Zensurbemühungen des Regimes leidet, umgehen findige Blogger und Aktivisten die Sperren. Auch Facebook und Google haben blitzschnell Farsi gelernt. Manche vermeintlichen Helfer aber sind in Wahrheit Betrüger.

Die Demonstranten, die auf Irans Straßen lautstark die Wahlergebnisse und die angeblich wenig demokratisch gewählte Regierung in Frage stellen, bekommen weiterhin Rückendeckung von Internet-Aktivisten aus aller Welt. Jetzt haben sich die (vor allem für die maskierten Protestaktionen gegen Scientology bekannte) lose organisierte Aktivistengruppe Anonymous und die (gerade von einem schwedischen Gericht zu einem Jahr Haft und hohen Geldstrafen verurteilten) Verantwortlichen der Tauschbörse The Pirate Bay zusammengetan und ein Forum eröffnet, das - in Deutschland wahrscheinlich reichlich illegale - Tipps zur revolutionären Praxis sammelt: anonym surfen, Regierungsserver hacken, Molotow-Cocktails basteln.

Auch Google und Facebook nutzen die Gunst der Stunde und sprechen nun Farsi: Facebook übersetzte Menüs ins Persische, und Google bietet Persisch als neue Sprache im Dolmetscher-Tool "Translate" an.

Und weil kein Internet-Kahn voll ist ohne Internet-Betrüger, sei noch schnell gewarnt vor Cyber-Verbrechern, die den Tumult in Iran ausnutzen, um bei Twitter für mehr oder weniger betrügerische Angebote zu werben. Sie versehen Twitter-Nachrichten mit dem Hinweis #Iranelection - dem derzeit am meisten verwendeten sogenannten Hashtag bei Twitter - und tauchen damit in den "Trending-Topics" bei Twitter ganz oben auf. Wer auf die Links in diesen Spam-Nachrichten klickt, wird auf potentiell gefährliche Web-Seiten gelenkt.

Diesen Huckepack-Trick nutzen Spammer und Betrüger natürlich auch bei anderen "trending topics", zum Beispiel dem gerade veröffentlichten iPhone-Update 3.0.

kno

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