Cybermobbing: US-Blog prangert rassistische Tweets von Teenagern an
Auf "Hello there, Racists!" werden rassistische Twitter-Postings von US-Teenagern veröffentlicht. Das Tumblr-Blog steht in der Kritik, weil es Namen, Wohnort und Schulen seiner Opfer nennt - und deren Zukunftschancen ruinieren könnte.
Hamburg - "Es gibt einen Grund, warum man es das Weiße Haus nennt", twitterte am 6. November ein College-Student aus dem US-Bundesstaat Tennessee. Am gleichen Tag wünschte er sich weiterhin, dass Barack Obama samt Familie in ebendiesem verbrenne und die Sklaverei wieder eingeführt wird. Zehn Tage später steht er für seine rassistischen Äußerungen am Internetpranger. Das Tumblr-Blog "Hello there, Racists!" zitiert nicht nur seine Tweets und zeigt ein Bild des jungen Mannes, sondern verlinkt auch noch dessen Facebook-Seite und Arbeitgeber.
Seit einer Woche existiert die Internetseite, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, rassistische Postings junger US-Amerikaner zu veröffentlichen - und zwar unter voller Nennung des Namens und des Wohnorts. In vielen Fällen wird auch die Schule der Protagonisten veröffentlicht, denn diese sind häufig noch Teenager.
Aus diesem Grund ist das Tumblr-Blog gegenwärtig höchst umstritten. "Hello there, Racists!" sei nichts anderes als Cybermobbing, sagen zahlreiche Kritiker. Minderjährige würden aufgrund solcher Seiten ein Leben lang als Rassisten gebrandmarkt. Eine einfache Google-Suche ihres Namens hätte wohl auch noch in Jahren zum Ergebnis, dass der Blog-Eintrag mit ihren rassistischen Entgleisungen zum Vorschein käme. Die negativen Auswirkungen auf College- und Jobsuche im späteren Leben seien nicht zu leugnen.
Kein Mitleid für Rassisten
Für kurze Zeit wurde "Hello there, Racists!" vom Netz genommen - laut Medienberichten, weil sich zahlreiche Opfer des Blogs beim Betreiber beschwert hatten. Inzwischen ist die Seite wieder online. Allerdings kümmert sich nun ein neuer anonymer Blogger darum, junge Rassisten zu outen.
Er sei enttäuscht gewesen, dass die Seite aus dem Internet verschwunden sei, schreibt der Autor in einem Posting. "Ich werde versuchen, den alten Ruhm wieder herzustellen." Mitleid mit den Teenagern kenne er nicht. Sie hätten sich die Konsequenzen aufgrund ihrer dummen Äußerungen redlich verdient. Wenn allerdings jemand mit einer plausiblen Erklärung für seine rassistischen Tweets an ihn herantritt, würde er dessen Posting sofort entfernen.
Für den College-Studenten aus Tennessee ist es allerdings schon zu spät für Erklärungsversuche. Er hat dank seinem Eintrag auf "Hello there, Racists!" inzwischen seinen Job verloren. Zumindest kann man dies auf Twitter lesen.
dkr
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