Rassismus-Vorwurf: Mister Wong lacht nicht mehr

Der deutsche Bookmark-Dienst Mister Wong hat sein Logo entfernt. Der lachende Asiate Wong ist verschwunden - amerikanische Nutzer hatten sich über die Darstellung empört und den deutschen Betreibern Rassismus vorgeworfen.

Birnenförmiges Gesicht, Glatze, Krawatte und ein breites Grinsen: So sah fast eineinhalb Jahre lang das Logo des deutschen Bookmark-Dienstes Mister Wong aus. Herr Wong war der grinsende Asiate im Logo. Darüber haben sich amerikanische Nutzer empört - jetzt ist Mister Wongs Gesicht aus dem Logo verschwunden. Wong-Gründer Kai Tietjen entschuldigt sich im offiziellen Unternehmens-Blog.

Altes Logo: So lachte Mister Wong bis vor kurzem

Altes Logo: So lachte Mister Wong bis vor kurzem

"Es war nie meine Absicht, oder die des Unternehmens, die Gefühle andere mit dieser Illustration zu verletzen", schreibt Tietjen. Begonnen hatte die Aufregung im Mai. Da empörte sich Ernie Hsiung über das Wong-Logo. Hsiung ist einer der Gründer des Blogs "8 Asians" - geschrieben von acht Amerikanern und Kanadiern mit asiatischen Wurzeln.

Er werde "unglaublich wütend", wenn er dieses Logo sehe, schrieb Hsiung. "Stereotypen" seien das, der Werbeslogan "ping pong, king kong, Mister Wong" komme möglicherweise aus einem Land, wo die "Menschen nicht so feinfühlig gegenüber politischer Korrektheit seien wie in Nordamerika".

Als Mister Wong Anfang Juli eine lokale Version seiner Seite für die Vereinigten Staaten startete, kochte die Aufregung um das Logo erneut hoch. In den Kommentaren zur Startmeldung im Fachblog "Mashable" regten einige Leser sich über den grinsenden Wong auf. Ein Nutzer schrieb: "Nicht der Name ist fragwürdig, sondern das klischeehafte, stereotype Bild eines Mister Wong, das damit einhergeht. Ich hoffe, sie werden das wenigstens in der US-Beta entfernen."

Das ist nun geschehen. Vorigen Freitag wies ein Mister-Wong-Mitarbeiter in einem Kommentar bei "8 Asians" darauf hin, das Logo sei nun gelöscht worden. Wong-Gründer Kai Tietjen erklärt: "Obwohl das viele unserer Nutzer enttäuscht hat, fühlen wir, dass das die richtige Entscheidung gewesen ist."

lis

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 70 Beiträge
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1. Alles verbieten !
Mocs 30.07.2007
Die lachende Kuh der Fromageries Bel ist eine Diskriminierung aller nichtlachenden Kühe. Dieses Logo muß weg ! In der Tamponwerbung werden immer nur Fauen angesprochen - ich fühle mich diskriminiert - Tamponwerbung muss weg ! Wie krank ist diese Welt eigentlich ?
2. Humor ist tot
Dennis K. 30.07.2007
Egal was man macht, in einer globalisierten Welt wird sich immer irgendwo einer finden, der über etwas nicht lachen kann und gleich die Rassismuskeule schleudern...
3. schmarrn
ph-low 30.07.2007
das mag schon sein, daß man hierzulande nicht so "feinfühlig" bezüglich der political correctness ist wie in nordamerika. lol! was an einem grinsenden asiaten, der dazu noch immerhin der meister der bookmarks ist, was ja eigentlich etwas gutes und nicht negativ besetztes ist, so furchtbar schlimm sein soll, verstehe ich nicht wirklich. es gibt sicher mehr als genug (amerikanische) seiten mit stereotypischer darstellung von deutschen, die mir auch relativ egal sind. oder nein. ich fühle mich ab jetzt zu tiefst beleidigt durch die tatsache, daß der bayer an sich immer mit lederhosen und masskrug dargestellt wird. oder daß der "deutsche" stets verknöchert, humorlos und arbeitsbesessen, wenn nicht gleich ein liegestuhlbesetzender nazi ist. eigenschaften, die auf mich nicht grundsätzlich zutreffen, daher werd ich bei der nächsten gelegenheit, sollte ich so eine stereotypische darstellung finden, sofort klagen. so ein schmarrn.
4. sch**ß auf PC!
DJ Doena 30.07.2007
---Zitat--- wo die "Menschen nicht so feinfühlig gegenüber politischer Korrektheit seien wie in Nordamerika" ---Zitatende--- Ich hoffe, dass wir das auch nie werden! Wir sind jetzt schon viel zu pc und viele Sachen werden nicht gesagt, weil sich irgendjemand auf den Schlips getreten fühlen könnte.
5. schade schokolade
timboe 30.07.2007
Sauerkraut, Lederhosen, Bier und Bretzeln... Da fühlt sich doch auch keiner von uns diskriminiert.
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