Auftritt auf der re:publica Freiheit, Snowden und Hasselhoffs Cheeseburger

Eigentlich sollte David Hasselhoff die Nerds und Geeks auf der re:publica dazu bringen, ein Manifest für die Internetfreiheit zu verfassen. Singen war nicht vorgesehen. Eigentlich.

David Hasselhoff auf der re:publica: Hunderte verließen während der Werbeveranstaltung den Saal
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David Hasselhoff auf der re:publica: Hunderte verließen während der Werbeveranstaltung den Saal

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Am Ende hat er doch noch gesungen: David Hasselhoff hat auf der Internetkonferenz re:publica nicht nur Werbung für digitale Freiheit gemacht, sondern zusammen mit den Besuchern seinen Wende-Hit "I've Been Looking for Freedom" angestimmt. Aber erst, nachdem aus dem Publikum die erste Strophe angesungen wurde.

Zusammen mit Mikko Hyppönen, der für einen Hersteller für Anti-Viren-Software arbeitet, rief er die mehreren tausend Teilnehmer der re:publica zur Mitarbeit an einem Manifest auf. "Hier ist jemand, der sein Leben lang für Freiheit gekämpft hat", so stellte Hyppönen den Stargast auf der Werbeveranstaltung vor.

Bis Ende Juni sollen sich nun alle über das Internet zu Massenüberwachung, digitaler Verfolgung und Kolonisierung sowie dem Recht auf Meinungsfreiheit Gedanken machen. Das Manifest will die Firma dann Regierungschefs und Parlamentariern übergeben.

"Ich möchte noch einreisen dürfen, wenn ich nach Hause fahre"

Die Veranstalter der re:publica hielten es Anfangs selbst für einen Witz, dass David Hasselhoff zur Konferenz kommen sollte - bis sie sich mit der Idee dann doch angefreundet haben. Der Andrang zur Veranstaltung mit dem "Knight Rider"- und "Baywatch"-Star war riesig.

Viele Besucher wollten einen Star aus ihrer Jugend einmal live erleben. Hyppönen und Hasselhoff, beide in schwarzem Anzug mit rotem Einstecktuch, betonten den Wert der Privatsphäre, gerade im digitalen Zeitalter.

Hasselhoff steuerte eine eigene Erfahrung bei: Vor sechs Jahren war ein Video ins Internet gelangt, auf dem er - offensichtlich betrunken - versucht, einen Cheeseburger zu essen. Gefilmt hatte das seine Tochter, deren Computer gehackt wurde. Elf Millionen Menschen sahen den Clip binnen vier Tagen, erzählt Hasselhoff.

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Gastauftritt: The Hoff auf der re:publica
Er warnte, dass Überwachung nun überall sei. "Sie knacken deine E-Mails, SMS, Fotos, Verträge und Finanzen, alles", sagt Hasselhoff. Nach kurzem Zögern ("Ich möchte noch einreisen dürfen, wenn ich nach Hause fahre") bezeichnete der Amerikaner die Massenüberwachung als falsch.

Über Edward Snowden sagte er nur vorsichtig, dass er einerseits die Überwachung öffentlich gemacht, andererseits aber Namen genannt habe. Das Publikum war da entschiedener und spendete dem Whistleblower Applaus.

Hunderte verließen den Saal während der Werbeveranstaltung

IT-Experte Hyppönen und Hasselhoff plauderten außerdem über Googles selbstfahrendes Auto. Den Stargast erinnerte das an sein intelligentes Auto aus "Knight Rider": "Alles, was K.I.T.T. vor 30 Jahren gemacht hat, kann heute ein Google-Auto machen."

Eigentlich wollten sich Hyppönen und Hasselhoff nach dem Aufruf zur kollektiven Arbeit am Manifest von der Bühne stehlen. Singen stand nicht auf dem Programm. Es gehe schließlich um ein ernstes Thema, entschuldigte sich Hasselhoff.

Zur Freude der bis dahin im Saal verbliebenen Zuschauer - etliche hundert verließen den Saal während der Werbeveranstaltung - sang er dann schließlich doch noch.

SPIEGEL ONLINE ist Kooperationspartner der re:publica. Die Veranstaltungen auf der Hauptbühne finden Sie bei uns im Livestream.



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
tiefseetanker 06.05.2014
1.
Ich werde nicht so ganz schlau aus dem Artikel. Es war also eine Werbeveranstaltung? für Freiheit? Und darum haben viele den Saal verlassen? Bis auf die, die mit ihm singen wollten?
ZehHa 06.05.2014
2. tiefseetanker
Ja, während der re:publica. Nein, für einen Anti-Viren-Software-Herstellen; und für dessen "Manifest". Ja. Ja. Jetzt alles klar? ;-)
gemib 06.05.2014
3. re:pub 2014
und mit David Hasselhoff in die Zukunft, ein echter re:tro hit.
Don Pedro 07.05.2014
4. ??
Worum geht es hier bitte?? Das ist ja nicht mal ein Schulaufsatz..
M. Michaelis 07.05.2014
5.
Freiheitskämpfer Hasselhoff, das soll ja wohl ein Witz sein.
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