NSA-Whistleblowerin Reality Winner zu fünf Jahren Haft verurteilt

Die NSA-Mitarbeiterin Reality Winner hat ein als streng geheim eingestuftes Dokument weitergegeben. Enttarnt wurde sie im Rekordtempo. Nun fällte ein Richter in den USA ein hartes Urteil gegen die 26-Jährige.

Winner bei ihrer Ankunft am Gerichtsgebäude
AP/ The Augusta Chronicle

Winner bei ihrer Ankunft am Gerichtsgebäude


Wegen der Weitergabe streng geheimer Informationen des Geheimdienstes NSA an ein Nachrichtenmedium ist die Amerikanerin Reality Winner zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Ein Bundesrichter im US-Bundesstaat Georgia verhängte am Donnerstag eine 63-monatige Haftstrafe gegen die 26-Jährige. Winner hatte für einen Dienstleister der NSA gearbeitet und war im Juni 2017 festgenommen worden.

Im Video: NSA außer Kontrolle - Einblick in den Geheimdienst

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Die Vorwürfe gegen Winner drehen sich um ein als streng geheim eingestuftes NSA-Dokument aus dem Mai 2017. Es wurde kurz nach Winners Festnahme vom Portal "The Intercept" veröffentlicht. Es geht darin um angebliche Erkenntnisse des Geheimdienstes zu russischen Hackeraktivitäten, die auf die US-Präsidentschaftswahl im November 2016 zielten. Russland bestritt die Vorwürfe stets.

Im Rekordtempo enttarnt

Winners Fall sorgte auch deshalb für weltweite Aufmerksamkeit, weil sie im Rekordtempo als mutmaßliche Informantin enttarnt worden war. Sie wurde bereits am Tag der Veröffentlichung durch "The Intercept" angeklagt. Das Portal sah sich nach der Veröffentlichung massiven Vorwürfen ausgesetzt, es habe seine Quelle nicht gut genug geschützt.

Der Richterspruch erfolgte im Gegenzug für ein Schuldeingeständnis Winners. Es ist das härteste Urteil, das in den USA jemals für einen einzigen Anklagepunkt hinsichtlich der Weitergabe vertraulicher Informationen an die Medien verhängt wurde.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte undichten Stellen den Kampf angesagt.

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gru/AFP



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