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Spionage-Software: USA und Briten sollen Trojaner Regin entwickelt haben

Belgacom in Brüssel: Provider für EU-Institutionen und Spionageziel von Geheimdiensten Zur Großansicht
REUTERS

Belgacom in Brüssel: Provider für EU-Institutionen und Spionageziel von Geheimdiensten

Die Spionage-Software Regin verblüfft Sicherheitsforscher. Nun berichtet eine Enthüllungsplattform: Der Trojaner hat unter anderem EU-Rechner ausgeforscht und den Telefonanbieter Belgacom - beides Spionageziele von NSA und britischem GCHQ.

Forscher aus der IT-Sicherheitsindustrie gehen davon aus, dass sowohl die NSA als auch der britische Geheimdienst GCHQ den Trojaner Regin eingesetzt haben - unter anderem bei Cyberattacken auf den Telefonanbieter Belgacom, über die der SPIEGEL vergangenes Jahr auf Basis von Snowden-Dokumenten berichtete. Von dieser Vermutung berichtet die Enthüllungswebsite "The Intercept".

Die Software Regin macht seit Sonntagabend weltweit Schlagzeilen. Es handelt sich um eine von der Sicherheitsfirma Symantec entdeckte, ungewöhnlich komplexe Spionage-Software, mit der über Jahre Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen vor allem in Russland und Saudi-Arabien ausgespäht wurden. Das Programm sei so aufwendig, dass nur Staaten als Auftraggeber infrage kämen, schrieb Symantec. Auch Konkurrent F-Secure vergleicht die Software mit Programmen wie Stuxnet und Flame.

Im Einsatz gewesen sein soll Regin zunächst von 2008 bis 2011, im Wesentlichen in zehn Ländern, darunter auch Belgien. 2013 soll dann eine neue Version der Software aufgetaucht sein.

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Operation "Sozialist": Auszüge aus der Geheimdienstpräsentation
Der russische Sicherheitsfirma Kaspersky Lab berichtete am Montag, sie habe die Software auch in Deutschland gefunden. Insgesamt habe man 27 Ziele in 14 Ländern entdeckt, die Zahl der betroffenen einzelnen Computer sei deutlich höher. Als ein konkretes Ziel nennt das Unternehmen den belgischen Kryptografen Jean-Jacques Quisquater. Dem war im Februar 2014 aufgefallen, dass er Opfer eines Cyberangriffs wurde. Die ältesten Software-Fragmente gehen laut Kaspersky bis ins Jahr 2003 zurück. Es sei davon auszugehen, dass das Spionage-Netzwerk weiter aktiv sei.

"The Intercept" berichtet nun mit Verweis auf Industriequellen, Regin sei auf infizierten Computersystemen und E-Mail-Servern von Belgacom gefunden worden. Außerdem habe man die Malware auf Computersystemen der Europäischen Union entdeckt, die die NSA im Visier hatte. Bislang war unklar, welche Software bei den Angriffen zum Einsatz gekommen war.

Belgacom äußerte sich am Montag nur allgemein zu den Regin-Enthüllungen, ohne zu bestätigen, ob die Software auf den eigenen Rechnern gefunden wurde. Auch die NSA und der GCHQ lehnten es ab, das Thema konkret zu kommentieren.

Als Teil seiner Berichterstattung hat "The Intercept" auch Auszüge aus der Malware ins Netz gestellt, mit der Aufforderung an Fachleute, die Software zu untersuchen und zu analysieren. Die entsprechende Datei ist verschlüsselt und lässt sich mit dem Passwort "infected" öffnen. Auch Symantec veröffentlichte eine detaillierte Analyse für Fachleute.

mbö/dpa

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1. Für cyberAngriffe gehören immer zwei
Ishibashi 25.11.2014
zum einen jemand der Trojaner entwickelt, aber auch naive Nutzer die sich nicht schützen. Sensible Daten sind in meiner Firma schon immer auf separaten Rechnern ohne Internet Anbindung.
2. ich frage mich
freigeist1964 25.11.2014
wer noch Feinde brauch, wenn man solche "Freunde" hat. Es ist eine Schande, dass unsere Bunderegierung den Schwanz vor den USA und den Engländern einzieht und es nicht schafft, dieser Schnüffelei Einhalt zu gebieten. Aber anscheindend gehören Schnüffelei und Misstrauen zu den westlichen Werten, denn sonst würde MUTTI schon was sagen. Mein Fazit zu der Geschichte : die Begriffe DEMOKRATIE und FREIHEIT sind zu einem schlechten Witz verkommen.
3. Praxisfremd
j.vantast 25.11.2014
Zitat von Ishibashizum einen jemand der Trojaner entwickelt, aber auch naive Nutzer die sich nicht schützen. Sensible Daten sind in meiner Firma schon immer auf separaten Rechnern ohne Internet Anbindung.
Das mag ja in Kleinstbetrieben funktionieren. Aber wie wollen Sie Daten in einem Betrieb mit ein paar Hundert Usern bereitstellen? Soll sich da jeder die Daten mit einem USB-Stick in der IT abholen? Auch e-mails können sensible Informationen enthalten. Und ein e-mail Client ohne Netzwerk macht irgendwie keinen Sinn. Ihre Sicht ist ein wenig zu kurz.
4.
beob_achter 25.11.2014
Zitat von Ishibashizum einen jemand der Trojaner entwickelt, aber auch naive Nutzer die sich nicht schützen. Sensible Daten sind in meiner Firma schon immer auf separaten Rechnern ohne Internet Anbindung.
Viele EU-Parlamentarier nutzen ihre Handys mit Belgacom als Provider. Auch ich hatte eine Prepaidkarte von dieser Firma. Das EU-Parlament könnte man als "Firma" ansehen und von ihr "verlangen", die Abgeordneten zu schützen. Dazu muß aber erstens bekannt sein, daß spioniert wird und zweitens muß es ein wirksames Gegengift geben. Separate Rechner helfen gegen das Abhören von Handys wenig...
5.
alpenkraut 25.11.2014
Zitat von j.vantastDas mag ja in Kleinstbetrieben funktionieren. Aber wie wollen Sie Daten in einem Betrieb mit ein paar Hundert Usern bereitstellen? Soll sich da jeder die Daten mit einem USB-Stick in der IT abholen? Auch e-mails können sensible Informationen enthalten. Und ein e-mail Client ohne Netzwerk macht irgendwie keinen Sinn. Ihre Sicht ist ein wenig zu kurz.
Ja, aber nur mit einem als USB Tastatur getarnten.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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