Mutmaßliche Terrorgruppe Facebook stuft "Revolution Chemnitz" als Hassorganisation ein

Wieso steht auf Facebook eigentlich noch eine Seite namens "Revolution Chemnitz" online? Das fragten sich am Dienstag diverse Nutzer des Netzwerks. Am Nachmittag folgte dann die Reaktion des Unternehmens.

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"Schon bald wird der Tag der Revolution kommen und viele werden eine lange Zeit von denen, die ihnen die meiste Kraft geben, getrennt sein." Solche Sprüche fanden sich auf einer Facebook-Seite namens "Revolution-Chemnitz ANW", auf der schon 2013 vom "Volkstod" schwadroniert wurde.

Bis zum Dienstagnachmittag ließ sie sich ganz normal bei Facebook aufrufen - als sei nicht tags zuvor eine Gruppe mutmaßlicher Rechtsterroristen festgenommen worden, die unter dem Decknamen "Revolution Chemnitz" eine Terrorvereinigung gebildet haben soll. Dienstagmittag gefiel die Seite rund 190 Nutzern.

Wieso löscht Facebook so etwas nicht, wenigstens jetzt?, fragten sich viele Nutzer. Mindestens einer von ihnen meldete die Seite (erfolglos), wieder jemand anderes nutzte die Gelegenheit, um auf die Chronik der Seite eigene Beiträge zu schreiben, wie "Gut, dass ihr aufgeflogen seid." Eine weitere Person kommentierte: "Was seid Ihr doch ein erbärmliches Nazi-Pack!"

Als Hassorganisation eingestuft

Am Dienstagnachmittag tat Facebook dann doch etwas und nahm die Seite offline. Wie der SPIEGEL erfuhr, lag das daran, dass die Gruppe "Revolution Chemnitz" vom Netzwerk als "Hassorganisation" eingestuft wurde. Eine Facebook-Sprecherin sagte dem SPIEGEL: "Organisationen oder Personen, die organisierten Hass verbreiten, sind auf Facebook nicht erlaubt."

In Facebooks Gemeinschaftsstandards heißt es zum Thema: "Eine Hassorganisation wird wie folgt definiert: Jedweder aus drei oder mehr Personen bestehender Zusammenschluss, der unter einem Namen, Zeichen oder Symbol organisiert ist und dessen Ideologie, Aussagen oder physische Handlungen Personen aufgrund bestimmter Eigenschaften, wie u.a. ethnische Zugehörigkeit, religiöse Zugehörigkeit, Nationalität, ethnische Herkunft, Geschlecht, sexuelle Orientierung, schwere Erkrankung oder Behinderung, angreifen."

Praktisch bedeutet die Einstufung, dass Facebooks Inhalte-Prüfer künftig wohl genauer darauf achten werden, was Nutzer zum Thema "Revolution Chemnitz" schreiben. Inhalte, die Hassorganisationen oder jedwede von ihnen begangenen Taten anpreisen, seien verboten, stellen die Standards des Netzwerks klar. Außerdem heißt es: "Symbole, die eine der oben beschriebenen Organisationen oder Personen repräsentieren, dürfen auf unserer Plattform ohne Kontext, in dem diese Inhalte verurteilt oder neutral diskutiert werden, nicht geteilt werden."

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insgesamt 2 Beiträge
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joergzs 02.10.2018
1. Facebook ist unten durch
Seit Jahren schon, nur ein Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker, Wunderheilen und rechte Welteroberer!
Peter Friedrichs 02.10.2018
2. Viele Menschen fürchten sich
vor der Vernunft, obwohl sie sich eher vor der Dummheit fürchten sollten. Wer eher für die Vernunft plädiert, ist bei Facebook und Ähnlichem überhaupt nicht angemeldet.
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