Glitch Art auf Instagram Die hohe Kunst des zersprungenen Displays


Kaputte Computer haben auch ihre schöne Seite - das zeigt ein US-Techniker, der Apple-Geräte repariert. Von seinen elektronischen Patienten macht er Fotos, die trotz aller Zerstörung vollkommen wirken.

Für viele Smartphone- oder Tablet-Besitzer ist es ein emotionaler Moment, wenn ihr Gerät auf einmal den Geist aufgibt. Insbesondere dann, wenn dem Ausfall ein mehr oder weniger tiefer Fall vorangegangen ist, bei dem etwa der Bildschirm zersplittert ist.

Um ähnliche Unfallopfer kümmert sich John Bumstead. Der Amerikaner kauft Apple-Computer aller Art und in jedem Zustand. Danach repariert er sie, rüstet sie auf und verkauft die wiederbelebten Rechner wieder.

Bumstead macht "Glitch Art"

Manchmal macht Bumstead allerdings auch Fotos von den von ihren Unfällen gezeichneten Geräten. Kaputte Bildschirme zeigen ja gern mal seltsame Dinge an, erst recht in Kombination mit kaputten Grafikkarten.

Bumsteads Firma trägt den prägnanten Namen RDKL, was wie "roadkill" ausgesprochen werden soll, das englische Wort für ein überfahrenes Tier. Seine Aufnahmen nennt er "Glitch art", besonders gelungene Aufnahmen landen auf Instagram.

Die Bilder entfalten einen ganz eigenen Zauber, wobei unklar bleibt, mit wie viel Nachbearbeitung die erstaunlichen Farbeffekte zustande kommen. Auch Bumstead scheint von seinen Werken überzeugt zu sein, er bietet seine Fotografien auch als Kunstdrucke zum Kauf an.

Ein Schiff wird kommen

Die Wirkung seiner Motive ist unterschiedlich: Mal wirken die Bilder gänzlich abstrakt, mal sehen sie aus wie Luftaufnahmen. Bei diesem Foto zum Beispiel könnte man auf die Idee kommen, es käme ein Schiff angefahren:

Hier fühlt man sich an den Lauf eines Flusses erinnert:

Und dieses Bild könnte wohl problemlos in einer Kunstgalerie hängen:

Bumstead macht übrigens noch mehr als psychedelische Fotos. Er betreibt auch noch auch einen eigenen YouTube-Kanal. Dort findet sich eine Reihe von Clips und Tutorials, in denen der Tüftler Tipps zur Reparatur vor allem von entzwei gegangenen MacBooks gibt. Das ist vielleicht keine Kunst, aber zumindest sehr praktisch.

meu



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1 Leserkommentar
anders 13.11.2015

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