Roboterbands Musikalisches Schwermetall

Die Zeit der Roboterbands ist gekommen. Musizierende Kleiderständer, Ensembles in Sanitäranlagen-Optik, dirigierende Maschinen, tanzende Elektrohunde - SPIEGEL ONLINE zeigt eine kleine Web-Video-Schau aus der weiten Welt der wirklich elektronischen Musik.


Eine Armee der blechernen Blechbläser, damit könnte man doch jeden Krieg gewinnen! Für Halfbakery-Erfinder AfroAssault kam die Erleuchtung im Winter 2001: "Eine Roboterarmee, mit Flöten, Trommeln und Tubas ausgerüstet, welche einfach nur musizierend die Frontlinien überschreitet, könnte jede nur erdenkliche Taktik des Feindes zerstören und letztlich zu dessen Untergang führen." Was AfroAssault damals nicht ahnen konnte: Seine Vision nahm in den folgenden Jahren Form an. Die Zeit der Roboterbands - jetzt ist sie da.

Amateure schrauben in Hobbykellern an Robot-Musikern, Technologiekonzerne brachten weißglänzende, selbsttätige Notenständer auf die Bühne, die australischen Rockroboter von "Captured by Robots" gingen auf Welttournee. Plötzlich erscheint die Vision der Düsseldorfer Elektronikband Kraftwerk, in der der Mensch hinter der Maschine "Musik" zurücktritt, furchtbar verklärt. Statt hinter der Musik trat der Mensch 2008 hinter den Musikmaschinen in den Hintergrund.

Einige Robot-Bauer fühlen sich sogar schon von den eigenen Kreaturen unterjocht, fürchten, die Blechkameraden seien bereits im Begriff, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Wird bald also mehr als nur Notenköpfe rollen?

Wohl kaum, wenn die Roboter weiterhin so niedlich und rein bleiben wie Toyotas elektrisches Quartett aus zwei Trompeten, einer Tuba und einem Schlagzeug. Auf Befehl spielen sie immer und immer wieder perfekt vor, was ihnen einprogrammiert wurde. Noten sind die programmierte Seele der musizierenden Blech- und Plastikgötzen.

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