Ryanair-Flüge Panne bei JT Touristik legt Kundendaten offen

Das hätte nicht passieren dürfen: Das Unternehmen JT Touristik hat für seine Kunden Flüge bei Ryanair über eine einzige E-Mail-Adresse gebucht. Dadurch konnte jeder Kunde die Daten von knapp 5000 Reisenden einsehen. Nun zieht das Unternehmen Konsequenzen.

   JT-Website: Eine E-Mail-Adresse für Tausende Kunden


JT-Website: Eine E-Mail-Adresse für Tausende Kunden


Berlin - Beim Reiseveranstalter JT Touristik (Just Travel) ist eine Datenschutzlücke bei Flügen mit der Billigfluglinie Ryanair entdeckt worden. Dabei waren nach Recherchen der Nachrichtenagentur dpa die Daten von Tausenden Ryanair-Flugreisenden für andere JT-Kunden einsehbar.

JT Touristik bestätigte, dass Kunden bei Buchung einer Pauschalreise mit einem Ryanair-Flug in der Vergangenheit eine einheitliche E-Mail-Adresse für den Web-Check-in erhalten haben. Dadurch konnten Kunden von JT Touristik, die auch einen Ryanair-Flug gebucht hatten, die Daten von knapp 5000 anderen JT-Kunden abrufen.

Das Unternehmen teilte mit: "Die einsehbaren Buchungen betreffen ausschließlich Reservierungen, die vor Bekanntwerden der Sachlage vorgenommen wurden. Dadurch konnten sie auch fremde Buchungen auf der Internetseite von Ryanair einsehen, aber nicht ändern." Jasmin Taylor, Geschäftsführerin JT Touristik, sagte: "Das Unternehmen zieht Konsequenzen und bietet ab sofort keine Reisen mehr mit Ryanair an."

Ryanair-Sprecherin Henrike Schmidt sagte, die Vermittlung von Ryanair-Flügen über Drittanbieter wie JT Touristik erfolge ohne Einwilligung der Airline. "Unser Buchungssystem richtet sich an Einzelpersonen oder privat veranstaltete Gruppenreisen, nicht an gewerbliche Wiederverkäufer." Das stehe auch so in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Ryanair.

Anfang Januar war dieses Datenleck auch beim Reiseanbieter Urlaubstours entdeckt worden, der zu Unister gehört.

ore/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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tschautsen 01.02.2013
1. Unister
Zitat von sysopDas hätte nicht passieren dürfen: Das Unternehmen JT Touristik hat für seine Kunden Flüge bei Ryanair über eine einzige E-Mail-Adresse gebucht. Dadurch konnte jeder Kunde die Daten von knapp 5000 Reisenden einsehen. Nun zieht das Unternehmen Konsequenzen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/ryanair-fluege-panne-bei-jt-touristik-legt-kundendaten-offen-a-880933.html
Bei der Leipziger Firma hat man mit der Datenschutzkeule geschwungen, hier spricht man von "das hätte nicht passieren dürfen"... Merkwürdige Welt da draußen...
verpiler 01.02.2013
2.
Zitat von tschautsenBei der Leipziger Firma hat man mit der Datenschutzkeule geschwungen, hier spricht man von "das hätte nicht passieren dürfen"... Merkwürdige Welt da draußen...
So ein Verfahren würde in Deutschland wegen offensichtlicher Unfähigkeit / Unzurechnungsfähigkeit eingestellt werden.
pelegrino 01.02.2013
3. Der Kunde bezahlt...
...einen Schundpreis und er erhaelt - ein Schundprodukt. Das Buchungssystem von RyanAir (und wohl auch der selbiges nutzenden Reiseunternehmen) genuegt den Anspruechen einer Airline die kaum den Service eines Busunternehmens bietet welches zum Beispiel kaum als Schulbusanbieter geschweige denn nur fuer Kaffeefahrten in Frage kaeme. Wer sich auf ein derartiges Angebot einlaesst wird wohl auch von einem Huetchenspieler in irgendeiner x-beliebigen Fussgaengerzone serioeses Geschaeftsgebaren erwarten.
johndv 01.02.2013
4.
Der Verantwortliche bei JT hat grob fahrlässig gehandelt. Ich bin zwar kein Fan von Ryanair aber die Buchungsbedingungen sind in dem Punkt klar und wie auch bei manchen anderen Fluglinien kann ich meine Buchungsdaten mit der Mailadresse und der Buchungsnummer abrufen und einchecken.
flaschenöffner 01.02.2013
5.
Gerade gestern hätte ich beinahe über JP ein Hotel gebucht. Ich googelte vorher aber nochmal nach diesem Reiseveranstalter und angesichts der zahlreichen schlechten Meinungen habe ich es glücklicherweise dann doch gelassen.
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