"Safety Check" Facebook will bei Naturkatastrophen helfen

Nutzer von Facebook sollen künftig im Falle von Katastrophen schneller wissen, ob ihre Kontakte wohlauf sind. Die Betroffenen bekommen dazu eine Meldung aufs Handy. Ein Haken bleibt.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Archivbild): Freunde finden in Krisengebieten
DPA

Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Archivbild): Freunde finden in Krisengebieten


Wie geht es den Facebook-Freunden im Katastrophengebiet? Einer der Hauptzwecke des Netzwerks besteht darin, die Freunde über den aktuellen Zustand zu informieren. Das kann für Angehörige nach einem Erdbeben oder einer Überschwemmung von besonderer Bedeutung sein. Zu diesem Zweck haben die Netzwerkmacher eine neue Funktion namens "Safety Check" eingeführt.

Die Funktion ist dabei so schlicht gehalten, dass sie auch von Besitzern von einfachen Handys genutzt werden kann. Diese sogenannten Feature Phones sind vor allem in Entwicklungsländern noch weit verbreitet. Ohne funktionierende Internetverbindung ist das Facebook-Werkzeug allerdings weitgehend nutzlos.

Die Idee geht auf das das 2011 entwickelte Disaster Message Board zurück, das nach dem großen Tsunami für Japan eingesetzt worden war. Das am Mittwoch von Unternehmenschef Mark Zuckerberg in Tokio vorgestellte Werkzeug identifiziert bei bestehender Verbindung zum Internet unter anderem die aktuelle Position des Anwenders.

Befindet sich die in Nähe einer Naturkatastrophe, fragt Safety Check beim Nutzer an, ob alles in Ordnung ist. Bestätigt der Nutzer die Anfrage, indem er den "I'm safe"-Button drückt, erhalten alle Freunde in der Kontaktliste eine entsprechende Push-Benachrichtigung. Hat die App den Anwender irrtümlich in einer Katastrophenzone lokalisiert, kann er auch die Option "Ich befinde mich nicht in dem Gebiet" anklicken.

Am Donnerstag schrieb Netzwerkgründer Mark Zuckerberg, gerade in Zeiten von Krisen und Unglücken sei es besonders wichtig, sich mit Verwandten und Freunden verbinden zu können.

Die Entwickler erklärten am Mittwoch die Funktionen des Tools noch genauer. Befinden sich am Ort einer Katastrophe weitere Facebook-Freunde, wird man darüber informiert, wenn bei ihnen alles in Ordnung ist. Außerdem können auch Freunde als "sicher" markiert werden.

meu



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insgesamt 3 Beiträge
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Abbuzze 16.10.2014
1.
Panik Button? Nett gemeint, aber dummer weise nicht zu Ende gedacht. Ist wohl der in der Überschrift erwähnte Haken. Wenn bei einer Naturkatastrophe der Strom weg bleibt, dürften auch die Handynetze nicht mehr in Funktion sein. Der unverletzt Überlebende kann also gar nichts senden. Also produziert die Funktion mehr Panik bei Angehörigen als sie vermeidet.
ocmbdf 17.10.2014
2. keinen Bock auf Facebook
FB und Konsorten betreiben eine Ausweitung des Drucks zu neuen Notwendikeiten, immer (klar, über FB) alles mögliche Auskunft geben zu müssen.....diesen Teil der von FB, Google &Co angeschobenen Dynamik mavht es schwer, sich aus dem sozialen Druck zu befreien, wenn auch in einem Notfall, antworten zu müssen. Mir reicht es jetzt schon, dass es fast unverschämt erscheinen kann, wenn ich nicht dauernd irgendwelchen FB-Kontakten zum Geburtstag gratuliere.....unddannsoll man noch mitteilen, ob es einem gutgeht, ob dieanderen Kontakte in der Nähe auch wohlauf sind, dann wahrsvheinlich auch mal wieder die Handynummer zur Sicherheit hinterlegen, all das selbstverständlich inkl. automatischer Auskunft an FB zu genauem Aufenthaltsort......ich vermute hier mal, FB kann die Datenfressenichtvoll genug bekommen und bedient sich der emotionalen Erpressung umseine Ziele zu verfolgen.....wer würde im Notfall schon ablehnen mitzuteilen ob er lebt oder nicht?
toffa 17.10.2014
3.
Würde nicht eine Nummer wo man kurz ne sms hin schicken kann mit seinem Benutzernamen und nem Codewort mehr Sinn machen?? Nach ner Katastrophe steht glaube ich die Herstellung des Telefonnetzes höher auf der Prioritätenliste als die Wiederherstellung des Internets oder??
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