Netzwelt-Ticker: US-Computerfirmen wegen Geheimabsprachen vor Gericht

Von Carolin Neumann

Haben sich Apple, Intel und weitere IT-Konzerne abgesprochen, um Mitarbeiter zu halten? Das wird nun vor Gericht geklärt. Außerdem im Überblick: Aktien kaufen auf Facebook, Acta stoppen und "Prince of Persia" nachbauen.

Apple-Mitarbeiter: Anti-Abwerbe-Absprachen mit der Konkurrenz? Zur Großansicht
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Apple-Mitarbeiter: Anti-Abwerbe-Absprachen mit der Konkurrenz?

Sieben große IT-Unternehmen müssen sich in den USA einer Sammelklage wegen angeblicher Geheimabsprachen stellen. Apple, Intel, Adobe, Google, Intuit, Lucasfilm und Pixar hatten versucht, den Zivilprozess abzuwenden. Nun befand jedoch eine Bundesrichterin in Kalifornien, dass die Vorwürfe weiterverfolgt werden müssen und es Grund zur Annahme gibt, dass die Chefetagen Bescheid gewusst und die Deals abgesegnet hätten.

Der Vorwurf lautet, die IT-Riesen hätten vor Jahren vereinbart, sich gegenseitig keine Mitarbeiter abzuwerben. Unter anderem wird in den Gerichtsdokumenten aus E-Mails zitiert, wonach es ein Abkommen zwischen der Adobe-Spitze und dem damaligen Apple-Chef Steve Jobs gegeben haben soll. Zu den Klägern gehören Software-Entwickler aller entsprechenden Unternehmen, die von ähnlichen Vereinbarungen mit dem verstorbenen Firmengründer sprechen.

Der Prozess wird für Juni 2013 erwartet, schreibt "TechCrunch" und stellt fest, dass Steve Jobs Aussagen Apple und die anderen Beklagten Hunderte Millionen Dollar kosten könnten. Im vergangenen Jahr war eine Kartellklage des Justizministeriums in der Sache bereits beigelegt worden; die Firmen hatten sich verpflichten müssen, zukünftig keine derartigen Vereinbarungen zu schließen.

Aktien kaufen bei Facebook

Das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook ist demnächst nicht nur selbst Handelsobjekt an der New Yorker Börse, sondern soll auch zum Online-Aktienanbieter werden. Demnächst soll es möglich sein, Aktien direkt auf den Facebook-Seiten der jeweiligen Firma zu erstehen - ohne zwischengeschalteten Händler, ohne Gebühren und ab zehn Dollar. Mit nur drei Mausklicks sollen Facebook-User zu Anteilseignern werden können.

Die Ankündigung stammt allerdings nicht von Facebook selbst, sondern von der in San Francisco ansässigen Firma Loyal3, die eine entsprechende Technologie entwickelt hat.

Den "sozialen Börsengang" nennt Loyal3-Chef Barry Schneider das Verfahren. Nach Verhandlungen mit der Börsenaufsicht ist das Konzept offenbar so gut wie einsatzbereit. Das Unternehmen habe auf einer Konferenz von einem Start des Systems im Juni gesprochen, berichtet "Business Insider". Loyal3 will mit den Social-Media-Transaktionen jede Menge ungenutztes Potenzial nutzbar machen, also Menschen zu Aktiengeschäften verleiten, die bisher von den Hürden, die dem entgegenstehen gebremst wurden. Genau das ruft Kritiker auf den Plan, die befürchten, die simple Loyal3-Methode könnte zu unüberlegten und uninformierten Käufen verleiten.

Eine Stellungnahme von Facebook zu den Plänen stand zunächst aus.

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Facebook-IPO: Die Profiteure des Börsengangs
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  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.

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