Abfällige Kommentare: Samsung droht Strafe für Schmierkampagne

Smartphone von Samsung: Die Konkurrenz wurde angeblich schlecht geredet Zur Großansicht
AP/dpa

Smartphone von Samsung: Die Konkurrenz wurde angeblich schlecht geredet

Marketing mit fragwürdigen Mitteln: In Taiwan soll Samsungs Werbeagentur offenkundig Studenten dafür bezahlt haben, Konkurrenzprodukte in Internetforen schlechtzureden. Die dortige Handelsbehörde ermittelt bereits.

Bezahlt Samsungs taiwanische Werbeagentur Studenten dafür, dass diese anonym negative Kommentare zu Konkurrenzprodukten veröffentlichen? Dieser Vorwurf war Anfang der Woche öffentlich geworden, Medienberichten zufolge sah sich der Anbieter HTC als Opfer einer solchen Schmierkampagne. Sammelstelle der mutmaßlich gekauften Kritiken waren demnach taiwanische Blogs und Foren, in denen Kommentatoren anscheinend gezielt über HTC-Produkte schimpften und Samsung-Produkte lobten.

Mit einer öffentlichen Stellungnahme hat Samsung nun offenbar bestätigt, dass die Vorwürfe eine Grundlage haben. In dem Statement, dessen Volltext zum Beispiel The Register veröffentlicht hat, bezeichnet Samsung den "jüngsten Zwischenfall" als "unglücklich" und führt ihn auf ein "ungenügendes Verständnis" grundlegender Prinzipien des Unternehmens zurück. Man bedauere etwaige Unannehmlichkeiten. Außerdem heißt es, dass Samsung Electronics Taiwan jegliche Marketing-Aktivität mit anonymen Kommentaren eingestellt habe.

Unabhängig davon, ob man das Statement eher als Schuldeingeständnis interpretiert oder als Entschuldigung an HTC - noch könnten die Werbemaßnahmen für Samsung ein Nachspiel haben. Wie Bloomberg berichtet, ermittelt Taiwans Handelsbehörde gegen das Unternehmen, seit sie Hinweise auf die verdächtigen Kommentare erreicht haben.

Laut dem Nachrichtenportal droht Samsung eine Strafe von bis zu 25 Millionen Taiwan-Dollar, sollte dem Unternehmen "Werbebetrug" nachgewiesen werden. Umgerechnet wären das rund 642.000 Euro. Nach Informationen von The Register erwägt zudem HTC, gerichtlich gegen Samsung vorzugehen.

mbö

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insgesamt 18 Beiträge
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1.
Ha.Maulwurf 19.04.2013
Zitat von sysopUmgerechnet wären das rund 642.000 Euro.
Das wird Samsung das Genick brechen!
2. Sonst noch etwas
altae 19.04.2013
So ein Schwachsinn. Wie bitte soll so ein lächerlicher Zwischenfall Samsung das Genick brechen, wenn gleichzeitig Massenselbstmorde von Foxconn Mitarbeitern die Geschäfte von Apple nicht signifikant beeinflussen? Wohl Apple Fan :-)
3. Ha ha ha...
resomax 19.04.2013
Wie genial: Samsung (die Copycats par excellence) müssen schon zahlen, um die Konkurrenz schlecht zu machen!.. Ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha!!!!!! Man, ist das gut!
4. Schade nur...
hd-softail 19.04.2013
Zitat von sysopMarketing mit fragwürdigen Mitteln: In Taiwan soll Samsungs Werbeagentur offenkundig Studenten dafür bezahlt haben, Konkurrenzprodukte in Internetforen schlechtzureden. Die dortige Handelsbehörde ermittelt bereits. Samsung droht Strafe für mutmaßliche Schmierkampagne gegen HTC - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/samsung-droht-strafe-fuer-mutmassliche-schmierkampagne-gegen-htc-a-895369.html)
Schade nur, dass nicht alle offensichtlichen und auch eher subtileren gekauften Kommentatoren das Handwerk gelegt werden kann. Das "Schlechtreden" von "Mitbewerbern" ("Konkurrenz" ist ja nicht mehr PC) und das Loben der eigenen Produkte ist so alt wie das Gewerbe selbst. Seit es "Bewertungsplattformen" gibt, kann nun aber Jeder dafür gewonnen werden um Pro oder Contra etwas oder Jemandem zu sein. Bitter für Samsung, dass sie sich eine Werbeagentur ausgesucht haben, die zu doof war ihre "Aktivitäten" zu verschleiern so wie es jede Andere große Firma auch macht.... Ja, ich bin tatsächlich davon überzeugt, dass das alle machen. Manche besser als die Anderen, manches ist einfach zu offensichtlich, manches sehr subtil... Krass ist nur, dass so Mancher dies auch "freiwillig" macht, zwar genauso verlogen weil unwissend - nur ohne dafür entlohnt zu werden. Mich würde echt mal interessieren, wie hoch die Anzahl der "gekauften" oder wissentlich falschen Aussagen in Kommentaren im Durchschnitt so ist??
5. 2 kleine Hinweise
swnf 19.04.2013
Zitat von altaeSo ein Schwachsinn. Wie bitte soll so ein lächerlicher Zwischenfall Samsung das Genick brechen, wenn gleichzeitig Massenselbstmorde von Foxconn Mitarbeitern die Geschäfte von Apple nicht signifikant beeinflussen? Wohl Apple Fan :-)
- Ha.Maulwurd ist der wahrscheinlich größte ANTI-Apple-Fanatiker hier im Forum - die Selbstmordrate bei Foxconn war/ist niedriger als in jeder Deutschen Stadt gleicher Größe - kann man wohl kaum "Massenselbstmorde" nennen
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  • Natalie Stosiek
    Markus Böhm schreibt von München aus am liebsten über Medien und die Menschen dahinter. Als "Kioskforscher" setzt er sich voller ungesunder Begeisterung bloggend mit Zeitschriften auseinander.

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