Sarah Harrison SPD ehrt Snowden-Vertraute für "politischen Mut"

Sie hat Edward Snowden begleitet und ist eine enge Vertraute von WikiLeaks-Gründer Julian Assange: Sarah Harrison wird von der SPD ausgezeichnet - mit einem Sonderpreis für "besonderen politischen Mut".

Harrison (2014 in Berlin): "Großen politischen Mut bewiesen"
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Harrison (2014 in Berlin): "Großen politischen Mut bewiesen"


Die SPD ehrt die Aktivistin und Whistleblower-Verteidigerin Sarah Harrison für ihren "besonderen politischen Mut". Die Britin wird den Sonderpreis beim Internationalen Willy-Brandt-Preis erhalten, den die Partei jährlich vergibt.

Harrison wurde als ein Gesicht der Enthüllungsplattform WikiLeaks und durch ihren Einsatz für Whistleblower bekannt. So begleitete sie etwa Edward Snowden auf seiner Flucht im Jahr 2013.

Ihr Wirken stehe "exemplarisch für das Streben nach Transparenz und den Einsatz gegen ausufernde Überwachung", begründet die SPD die Wahl. "Sarah Harrison hat mit ihrem Engagement für WikiLeaks und speziell in der Begleitung von Edward Snowden großen politischen Mut bewiesen."

Harrison, Jahrgang 1982, half dem NSA-Whistleblower Snowden im Sommer 2013 bei seiner Flucht aus Hongkong und blieb an seiner Seite, als er im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo strandete. Sie verhandelte auch die Asylmodalitäten für Snowden in Russland. Zuvor half die Britin auch WikiLeaks-Gründer Julian Assange bei der Flucht ins Exil der ecuadorianischen Botschaft in London.

In Deutschland war lange über Asyl für Edward Snowden gestritten worden: Die Opposition sprach sich dafür aus, die Regierung aus Union und SPD sah dafür keine "juristische Grundlage". Nun soll Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel der Snowden-Asylvermittlerin den Preis überreichen.

Flucht nach Berlin

Harrison ist nach den Monaten an Snowdens Seite in Moskau nach Berlin gezogen - sie fürchtet, bei einer Rückkehr nach Großbritannien festgenommen zu werden. In der deutschen Hauptstadt haben sich mittlerweile mehrere Unterstützer Snowdens niedergelassen.

Die SPD vergibt den Willy-Brandt-Preis zum vierten Mal. Geehrt werden sollen Persönlichkeiten, die sich im Sinne des ehemaligen Bundeskanzlers, Friedensnobelpreisträgers und SPD-Vorsitzenden um Verständigung und Frieden verdient gemacht haben.

Der Hauptpreis geht an die ungarische Professorin und Philosophin Ágnes Heller. Die 86-Jährige wird als "überzeugte Kämpferin gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung" geehrt. Sie stelle sich "auch in aller Deutlichkeit gegen einen neuen Autoritarismus in ihrem eigenen Land". Die Ehrung ist damit auch ein Statement gegen die Rolle der ungarischen Regierung, deren Verhalten während der Flüchtlingskrise von der EU scharf kritisiert wird. Die Preise an Harrison und Heller werden am 19. Oktober in Berlin verliehen.

fab



insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
LarsLondon 17.09.2015
1.
Sorry, das halte ich fuer falsch. Insbesondere die Beihilfe zur Flucht Julian Assanges sollte nicht geehrt werden. Der Mann entzieht sich der schwedischen Justiz. Welches Rechtsverstaendnis hat die Willy Brandt Stiftung?
ackergold 17.09.2015
2.
Wenn die SPD wirklich ebenfalls politischen Mut beweisen will, dann setzt sie sich als Regierungspartei für die Einbürgerung Edward Snowdens ein und holt ihn unter freiem Geleit aus Moskau. Ansonsten sieht es irgendwie etwas seltsam aus, wenn Feiglinge andere für deren Mut auszeichnen.
ptb29 17.09.2015
3. Whistleblower
war da mal nicht etwas mit NSA und Selektorenlisten. Auf Bundesebene bleibt die SPD schön brav, da nützt jetzige Loben auch nichts.
Untertan 2.0 17.09.2015
4. Ach wo
Zitat von LarsLondonSorry, das halte ich fuer falsch. Insbesondere die Beihilfe zur Flucht Julian Assanges sollte nicht geehrt werden. Der Mann entzieht sich der schwedischen Justiz. Welches Rechtsverstaendnis hat die Willy Brandt Stiftung?
Nun, was Assange in Schweden getan haben soll (einvernehmlicher Geschlechtsverkehr mit Volljährigen), ist in zivilisierten Ländern nunmal keine Straftat.
ackergold 17.09.2015
5.
Zitat von LarsLondonSorry, das halte ich fuer falsch. Insbesondere die Beihilfe zur Flucht Julian Assanges sollte nicht geehrt werden. Der Mann entzieht sich der schwedischen Justiz. Welches Rechtsverstaendnis hat die Willy Brandt Stiftung?
Die schwedische Justiz hat sich vor den amerikanischen Karren spannen lassen. Sie strebt nicht an, Assange wegen irgendwelcher vorgeschobenen Gesetzesbrüchen anzuklagen, sondern sie strebt an, ihn an die USA auszuliefern, wo er die Todesstrafe zu erwarten hat.
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