MDR-Tweet Widerspruch, wo vorher keiner war

Soziale Netzwerke können als moralisches Immunsystem funktionieren, schrieb Sascha Lobo, nachdem der MDR auf Twitter einen Sturm der Empörung ausgelöst hatte. Im Podcast greift er die Reaktionen seiner Leser auf.

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Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #35. Umstrittener MDR-Tweet: Diese Art der Empörung ist wichtig

Der Mitteldeutsche Rundfunk wird den 17. April 2018 so schnell nicht vergessen. Mit der auf Twitter gestellten Frage, ob man heute noch [das N-Wort] sagen darf, bewarb er eine geplante Talkshow über "Political Correctness". Was folgte, war ein elektronischer Aufstand der Anständigen, der letztlich dazu führte, dass der Sender die Talkshow absagte. Und das war die einzig richtige Entscheidung, wie Sascha Lobo in seiner Kolumne "Diese Art der Empörung ist wichtig" darlegte. Im Podcast zum Text antwortet er nun auf die Kommentare seiner Leser.

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
Daniel M. 22.04.2018
1. Richtige Entscheidung?
Wenn die Entscheidung des MDR, auf eine Talkshow zu diesem Thema auf Grund eines digitalen Sturms sog. Anständiger zu verzichten, die richtige sein soll, dann muss sich niemand wundern, dass der gemeine Wutbürger von Zensur und Lügenpresse spricht. Zumal sich der zeternde Onlinemob ausschließlich auf ein unglücklich gewähltes Beispiel zum Hauptthema stürzte. Schreckliche neue Welt.
adieu2000 22.04.2018
2. Meinungsbildung durch Zensur behindern?
Der Aufstand der Anständigen gründete sich auf die Auswahl der Gäste, die diese Anständigen ablehnen oder gern Mundtot sehen würde erinnert einen sehr an öffentlicher Vorführung von Beschuldigten oder Juden im 3.Reich, ohne ihnen die Möglichkeit einer Verteidigung zu geben. Nennt sich das nicht Propaganda oder Meinungsdiktatur? Wer anders denkt ist in dieser Diktion wohl ein Feind der Gesellschaft.
Leser161 22.04.2018
3. Überzeugen
Man muss die Menschen überzeugen, statt es bei Empörungswellen egal von welche Seite zu belassen. Manche Leute sagen, das sie das N-Wort früher ohne bösen Gedanken verwendet haben. Es war (in Deutschland) einfach die Bezeichnung von Schwarzen (Gilt auch für mich) und fragen sich warum ein ehemals wertneutrales Wort jetzt böse ist. Aber wie Lobo bereits in seiner Kolumne bemerkte muss man das Wort im gesellschaftlichen Kontext sehen, der Verwender mag sich nichts dabei denken, aber wie sehen das die Betroffenen? Zack, schon hat man wieder ein paar Leute überzeugt (Mich zumindest), man sollte das Wort unabhängig von der eigenen Intention nicht verwenden. Dann hätte man noch die generelle Problematik von sich abnutzenden Wörtern (Krüppel-Behinderter-Menschen mit anderen Fähigkeiten) diskutieren können und es wäre superinteressant geworden. Ist Farbiger überhaupt noch okay? ("And you have the nerve to call me coloured")
deppjones 22.04.2018
4. Bewusstes Umgehen mit Sprache
Bewusstes Umgehen mit Sprache (etwa ab Minute 11) und das auch noch nur nach vorher festgelegten Kriterien (von wem auch immer), sollte über kurz oder lang zwangsläufig in die Meinungs-Richtung führen, die jene, die die Kriterien festgelegt haben, sich auch so gewünscht haben. Das wäre dann das absolute Gegenteil von Meinungsvielfalt. Gerade der unbewusste, intuitive Umgang mit Sprache schafft doch die Möglichkeiten zu einer nicht nur kommunikativen Annäherung zu anderen "Gruppen" und kann logischerweise auch das Gegenteil bewirken. Aber ohne sich zu trauen, "frei nach Schnauze" zu reden, bedeutet doch nur, dass "wir" zunehmend weniger Möglichkeiten haben, unsere Meinung frei zu äußern und damit auch eine mögliche Annäherung zu "anders" empfindenden Menschen aufbauen zu können.
Wolfno 22.04.2018
5. Überempfindlich
Wir sind überempfindlich und über korrekt geworden, man hat Angst das irgendjemand sich benachteiligt fühlt, deswegen darf keiner was sagen oder tun. Am Ende sind wir so weit das jeder lieber seinen Mund halten muss, und kontrovers diskutiert oder sogar provokant wird eine Straftat. Was für eine Welt.
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