Schadensersatzklage: Konkurrent verklagt Google auf 295 Millionen Euro

Vorwurf Wettbewerbsverzerrung: Das französische Unternehmen 1plusV hatte gegen Google schon Beschwerde bei der EU eingelegt. Nun legt die Firma mit einer Schadensersatzforderung nach: 295 Millionen Euro will 1plusV, weil Google die Angebote des Unternehmens aus dem Index gestrichen haben soll.

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dapd

Suchmaschinen-Gigant Google: Französisches Unternehmen fordert Schadensersatz

Wettbewerbsverzerrung und unlautere Methoden wirft der französische Suchmaschinenanbieter 1plusV dem Online-Riesen Google vor. Deshalb wollen die Franzosen 295 Millionen Euro Schadensersatz. Noch an diesem Dienstag soll die Klage beim Pariser Handelsgericht eingereicht werden, teilte 1plusV mit.

1plusV hatte bereits im vergangenen November und Februar zwei Beschwerden bei der EU-Kommission eingereicht.

Das Unternehmen 1plusV entwickelt spezielle Suchmaschinen, die auf einer eigenen Suchtechnologie beruhen, darunter die französischsprachigen Suchdienste Ejuistice.fr und Eguides.fr.

"Die heutige Klage ist die logische Konsequenz aus unseren Beschwerden bei den Wettbewerbshütern der EU", sagte 1plusV-Gründer Bruno Guillard. Von der Klage würden sicher auch andere Suchmaschinen-Anbieter profitieren, so Guillard.

Google habe über Jahre mit seinem "unethischem Verhalten" den Wettbewerb verzerrt und so Wachstum und Werbeeinnahmen von 1plusV verhindert, begründet das Unternehmen die Klage. Einer der Vorwürfe: Wer Googles Werbesystem nutzen will, sei gezwungen, auch Googles Suchmaschine zu nutzen. Alternative Suchmaschinenanbieter haben dadurch kaum Chancen, sich am Markt zu behaupten.

Google soll zudem Seiten von 1plusV aus dem Suchindex geworfen haben. Kurz nachdem die Prüfkommission der EU ihre Arbeit Ende 2010 aufgenommen habe, seien die Seiten ohne weitere Erklärung wieder in den Suchergebnissen erschienen. Bis zu diesem Zeitpunkt seien dem Unternehmen große Verluste entstanden.

Google-Sprecher Kay Oberbeck sagte, dass Google die Beschwerde gerade erst erhalten habe und er sie daher noch nicht im Detail kommentieren könne.

1plusV rechnet mit der am Handelsgericht üblichen Prozessdauer von bis zu zwei Jahren.

kad

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1. domain existiert gar nicht
analyst94 28.06.2011
die im text erwähnte domain Ejuistice.fr gibt's nicht !
2. Klingt nach "Geld vom Erfolgreichsten abgreifen"...
nurmeinsenf 28.06.2011
...wenn sich der geschäftliche Erfolg sonst eher bescheiden darstellt. Wenn irgendwo so ein großer Kuchen rumsteht, ist die Verlockung besonders groß, sich davon ein Stück abzuschneiden. Klar ist der Wettbewerb schwierig, wenn ein Anbieter einen Defacto-Standard darstellt und mit der Anziehungskraft eines Schwarzen Lochs alle Anfragen auf sich zieht. Aber es zwingt einen ja niemand zu dem Versuch, sich in diesem schwierigen Umfeld zu behaupten.
3. Seltsam
Gani 28.06.2011
Habe eben drei Franzosen die hier arbeiten gefragt ob sie 1plusV kennen - Antwort unisono: nie gehört. Nun, das könnte auch an den Vorwürfen liegen, mag der geneigte Google-Hasser einwenden, doch kenne ich recht viele alternative Suchmaschinen, allesamt nur ein Fliegenschiss im Vergleich zum grossen G. Die dürfte ja dann auch niemand kennen.. In Wahrheit hat der Betreiber letzte Woche gelesen, dass die FTC in den USA nun offiziell in Sachen Google ermittelt und da in der EU Google schon lange argwöhnisch beäugt wird, hängt man sich als erfolgloser Lutscher eben mit einer Klage an den Rattenschwanz dran und hofft es fallen ein paar Millionen ab.
4. qwer
sverris 28.06.2011
Zitat von nurmeinsenf...wenn sich der geschäftliche Erfolg sonst eher bescheiden darstellt. Wenn irgendwo so ein großer Kuchen rumsteht, ist die Verlockung besonders groß, sich davon ein Stück abzuschneiden. Klar ist der Wettbewerb schwierig, wenn ein Anbieter einen Defacto-Standard darstellt und mit der Anziehungskraft eines Schwarzen Lochs alle Anfragen auf sich zieht. Aber es zwingt einen ja niemand zu dem Versuch, sich in diesem schwierigen Umfeld zu behaupten.
Aber was, wenn der Grosskotz sich den Kuchen mit unlauteren Mitteln angeeignet hat? Das oft zitierte Argument "es zwingt einen ja niemanden" ist auch hier wieder voelliger Quatsch. Sagt Ihnen Ihr Chef auch, bei Gehaltsverhandlungen, vergessen Sie's, und es zwingt Sie ja niemand, fuer mich zu arbeiten?. Und Sie sagen: ok?
5. Verklagen, alle miteinander!
nemediah 28.06.2011
Würde mir Pepsi Cola gehören, würde ich Coca Cola auch verklagen, weil sie meinen Softdrink nicht in deren Flaschen abfüllen wollen und es wagen, mich am Markt auszustechen ... Meine Herren! Wenn ich Google nutzen will, um mich bekannt zu machen, muss ich damit rechnen, dass das Google nicht gefällt. Das ist weder ein gemeinnütziges noch ein offentlich-rechtliches Unternehmen. Sondern eines, das seine eigenen Bilanzen im Blick hat. Umgekehrt stellt sich die Frage, ob eine unabhängige, nichtkommerzielle Plattform nicht doch überfällig ist. Allerdings sind alle Versuche dahin gehend ja bisher kläglich gescheitert.
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Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix
Google
Der Konzern
Reuters
Google wurde 1998 von den Studenten Sergey Brin und Larry Page gegründet und ging ein Jahr später online. 2010 machte die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben davon 8,5 Milliarden Dollar als Gewinn übrig. Die dominierende Stellung im Markt für Online-Werbung sorgt für ein attraktives Geschäftsmodell, birgt aber auch die Gefahr der extremen Abhängigkeit von nur einer Ertragsquelle. Immerhin 96 Prozent der Einnahmen erzielte Google im vergangenen Jahr mit Werbung.
Die Geschäftsfelder
Google hat im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen übernommen - so etwa 2006 die Videoplattform YouTube und 2007 den Online-Vermarkter Doubleclick. Gleichzeitig hat die Firma ihre Geschäftstätigkeit auch selbst ausgebaut, zum Beispiel mit dem Dienst Google Street View oder dem E-Mail-Anbieter Google Mail.

Produkte, die Google nie veröffentlichen wollte

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