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Filesharing: Schwedisches Gericht verhängt Rekordstrafe

Illegaler Dateiaustausch (Symbolbild): Rufschädigung des Urhebers fließt in das Strafmaß mit ein Zur Großansicht
Corbis

Illegaler Dateiaustausch (Symbolbild): Rufschädigung des Urhebers fließt in das Strafmaß mit ein

Im Jahr 2011 nutzte ein junger Schwede den BitTorrent-Tracker Swebits zur Verbreitung von über 500 Filmen. Der Mann wurde ertappt und die Webseite Swebits geschlossen. Ein Prozess folgte mit einer noch nie dagewesenen Strafe.

Die Nutzung eines Torrent-Netzwerks kam einen 28-jährigen Mann aus Schweden teuer zu stehen: Ein Gericht verurteilte ihn wegen illegalen Filesharings von 517 Filmen über ein Tauschprogramm zu einer Bewährungsstrafe und 160 Sozialstunden. So glimpflich dieser Teil der Strafe noch ist, sorgten die Richter dann für große finanzielle Konsequenzen: Für die Verbreitung eines einzigen Films brummten sie dem jungen Mann eine in Schweden bislang unerreichte Rekordstrafe von umgerechnet rund 480.000 Euro auf.

Die Höhe erklärt die schwedische Urheberrechtsschutz-Organisation Rights Alliance damit, dass ungefähr dieser Betrag für eine Lizenz zur legalen Verbreitung des damals noch unveröffentlichten Streifens fällig geworden wäre. Zudem sei er für weitere durch ihn entstandene Verluste haftbar gemacht worden, darunter auch Marktstörung. Hinter diesem eher unverständlichen Begriff verbirgt sich eine originelle Erklärung: Ein Teil der Strafe rührt aus der Rufschädigung, die der Ertappte dem Rechteinhaber zugefügt habe, weil er den strittigen Film in schlechter Qualität hochgeladen hatte, so "ComputerSweden".

Schlechte Bildqualität fließt ins Strafmaß mit ein

Während die Filmindustrie das Urteil begrüßt, beurteilte die schwedische Piratenpartei den Schuldspruch negativ. Denn die verhängte Strafsumme, so merkt das Filesharing-Blog "TorrentFreak" an, übertreffe die in den USA in solchen Fällen üblichen Entschädigungszahlungen von 150.000 Dollar deutlich. "Eine dermaßen harte Strafe für etwas, das Millionen Schweden tun, zeigt, wie veraltet unsere Gesetzgebung ist", wird der Chef der schwedischen Jungpiraten zitiert. Es bedürfe einer radikalen Reform der Urheberrechtsgesetze, um das Teilen und Tauschen von Kulturinhalten zu ermöglichen.

Doch derzeit ist eher mit weiteren Verurteilungen zu rechnen. Rights-Alliance-Anwalt Hendrik Pontén versprach, dass weitere Fällen vor Gericht gebracht und Entschädigungsforderungen für mindestens einen Film erhoben würden.

meu

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insgesamt 196 Beiträge
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1. optional
Freidenker10 19.12.2013
Spinnen die? Das Gericht hat hier wohl eher die US-Interessen vertreten als alles andere...
2. Die Tatsache, dass Viele einen Fehler machen
ironbutt 19.12.2013
legalisiert dieses Verhalten nicht. Das wollen die (Jung) Piraten irgendwie nicht verstehen. Nur weil nachts kaum jemand das Tempolimit auf Landstrassen beachtet heisst das ja nicht, dass es legal wäre, mit 120 über die Landstrasse zu fahren. Und wird Man erwischt (selbst wenn man Niemandem schadet), muss man eben die Strafe zahlen.
3. Schweden USA hörig?
juergenhesse 19.12.2013
Warum ist Schweden so daran interesiert, den Amis zu helfen? Erst die Farce mit Julian Assange und jetzt diese Angelegenheit. Na, für mich kein Schweden Urlaub mehr.
4.
Peter Werner 19.12.2013
Zitat von Freidenker10Spinnen die? Das Gericht hat hier wohl eher die US-Interessen vertreten als alles andere...
Ja, die spinnen. Anders lässt sich dies nicht bezeichnen. Ich bin gewiss kein Freund von der unerlaubten Verbreitung geschützter Werke. Die hier verhängte Strafe besitzt jedoch keinerlei Maß, steht in keinerlei Verhältnis zum begangenen Delikt. Dies kann auch nicht im Interesse der Urheber sein, diese machen sich mit solchen Prozessen mehr und mehr zum Haßobjekt.
5.
joeeoj 19.12.2013
Tja, er hätte Banker oder Politiker werden sollen. Da wäre ihm nichts passiert.
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