Search and Copy: Microsoft tappt in die Google-Falle

Für die Treffer seiner Suchmaschine Bing nutzt Microsoft offenbar auch Ergebnisse der Konkurrenz. Google schmuggelte Links zu sinnlosen Zeichenketten in den eigenen Index - wenig später sollen sie bei dem Rivalen aufgetaucht sein.

Google-Logo: Der Konzern hat der Microsoft-Konkurrenz eine Falle gestelltZur Großansicht
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Google-Logo: Der Konzern hat der Microsoft-Konkurrenz eine Falle gestellt

New York/Berlin - Im Wettstreit von Google und Microsoft auf dem Suchmaschinenmarkt geht es neuerdings zu wie in einem Krimi. Google stellte in einer aufwendigen Geheimaktion eine Falle für den Rivalen auf, um zu beweisen, dass Microsofts Suchmaschine Bing auch auf Google-Treffer zurückgreift, um die eigenen Ergebnisse zu verbessern. Nach Google-Angaben wurde Bing dabei in mehreren Fällen ertappt.

Google publizierte die Geschichte nicht wie sonst üblich in einem Blog-Eintrag, sondern erzählte sie exklusiv dem Blogger Danny Sullivan, der sich seit 15 Jahren mit Internet-Suchmaschinen beschäftigt. Sullivan veröffentlichte am Dienstag einen ausführlichen Bericht in seinem Blog Searchengineland.

Demnach fiel Google vergangenen Oktober auf, dass es auf einmal eine höhere Überschneidung zwischen den beiden Suchmaschinen gab: Die zehn Top-Treffer und das passendste Ergebnis, das an oberster Stelle steht. Von da an habe Google Verdacht geschöpft, schrieb Sullivan unter Berufung auf Amit Singhal, der bei Google den Suchmaschinen-Algorithmus beaufsichtigt.

Deswegen stellte Google eine Falle auf: Die Treffer für mehrere sinnlose Suchanfragen wie "mbzrxpgjys" wurden manipuliert. Das Kalkül war einfach: Gibt Bing für diese Anfragen die gleichen Treffer wie Google aus, muss Microsoft auf irgendeine Weise auf die Google-Ergebnisse zurückgegriffen haben.

Nach der Vorbereitung sollten Google-Mitarbeiter die Anfragen von zuhause aus in Microsofts Internet Explorer stellen und das Suchergebnis auch anklicken. Dem Bericht zufolge dauerte es zwei Wochen - vom 17. bis 31. Dezember - bis Bing für "mbzrxpgjys" oder "hiybbprqag" die gleichen Ergebnisse wie Google anzeigte. Am Dienstagnachmittag tauchte bei Microsofts Suchmaschine nach diesen Suchanfragen nur noch der Link zu Sullivans Artikel auf, weil diese die genannten Zeichenfolgen enthalten. Sullivan belegte die Darstellung aber mit Screenshots aus den Tagen davor.

Google vermutet als mögliche Erklärung, dass der Internet Explorer und die Bing-Toolbar Informationen über Suchanfragen und danach aufgerufene Websites an Microsoft weiterleiten könnten und die Daten zur Verfeinerung des Such-Algorithmus genutzt werden. Google betrachte das als Trickserei, sagte Singhal. Bing-Chef Stefan Weitz sagte auf Sullivans Anfrage, dass die Suchmaschine auf verschiedenste Informationen zurückgreife und das "Google-Experiment" wirke wie ein Hack, um dieses Verfahren zu manipulieren.

Das Suchmaschinengeschäft ist die tragende Säule von Google - den Großteil der Milliardengewinne bringen dem Konzern immer noch die Anzeigen, die im Umfeld der Suchergebnisse eingeblendet werden. Microsoft versucht schon seit Jahren, mit massiven Investitionen die Dominanz von Google bei der Internet-Suche zu brechen, konnte aber auch mit dem Start von Bing nur einige Prozentpunkte Marktanteil abringen. Der Windows-Konzern schreibt mit seinem Internet-Geschäft daher seit Jahren hohe Verluste.

ore/dpa

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insgesamt 27 Beiträge
Klau3 01.02.2011
Wer auf der Suche nach einer guten Google alternative im Bereich Suchmaschinen ist, wird hier fündig: - http://duckduckgo.com (kennt kaum jemand, ist aber super gut - http://en.wikipedia.org/wiki/Duck_Duck_Go) - [...]
Wer auf der Suche nach einer guten Google alternative im Bereich Suchmaschinen ist, wird hier fündig: - http://duckduckgo.com (kennt kaum jemand, ist aber super gut - http://en.wikipedia.org/wiki/Duck_Duck_Go) - http://yandex.com (gut, ähnlich Yahoo) - www.ixquick.com (gut, aber nicht sehr gut - reicht für die meisten) Tja, Mictosoft war und ist eben am schummeln - alles bleibt beim Alten.
Rubeanus 01.02.2011
Wer die Suchqualität von Google schätzt, aber Bedenken wegen Datenschutz etc. hat, nutzt Scroogle: http://www.scroogle.org/cgi-bin/scraper.htm
Wer die Suchqualität von Google schätzt, aber Bedenken wegen Datenschutz etc. hat, nutzt Scroogle: http://www.scroogle.org/cgi-bin/scraper.htm
goox 01.02.2011
Aber schöner als die Google-Suche ist Bing auf alle Fälle (und Beta ist sie auch noch).
Aber schöner als die Google-Suche ist Bing auf alle Fälle (und Beta ist sie auch noch).
GertL 01.02.2011
Ach nee, der Datensammler google beschwert sich, dass die Konkurrenz auch Daten sammelt?
Ach nee, der Datensammler google beschwert sich, dass die Konkurrenz auch Daten sammelt?
miaki 01.02.2011
diese neue Suchmaschine taugt nichts. Du machst reine Werbung das ist doch klar... Diese Suchmaschine ist einfach zu langsam...Habe ich eben heute mit verschiedenen Suchbegriffen mit Google verglichen...Tja... Warum wirbt man für [...]
diese neue Suchmaschine taugt nichts. Du machst reine Werbung das ist doch klar... Diese Suchmaschine ist einfach zu langsam...Habe ich eben heute mit verschiedenen Suchbegriffen mit Google verglichen...Tja... Warum wirbt man für die schlechtere Produkte überhaupt? Kann ich nicht nachvollziehen.. Eine Perfektion anzustreben ist doch eine wirklich bessere Alternative. gruß miaki
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  • Dienstag, 01.02.2011 – 18:29 Uhr
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Marktanteile der Tech-Riesen
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications



Googles Geschichte
Angeblich konnten Larry Page und Sergey Brin einander erst einmal nicht besonders gut leiden, als sie sich im Jahr 1995 zum ersten Mal trafen. Der 24-jährige Brin war übers Wochenende in Stanford zu Besuch, der 23-jährige Page gehörte angeblich zu einer Gruppe von Studenten, die Besucher herumführen mussten. Der Legende nach stritten Brin und Page ununterbrochen miteinander.



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