"Project Seen" Diese Schrift zensiert automatisch

Sie haben nichts zu verbergen? Das wollen wir doch mal sehen. Ein Designer hat eine Schriftart entwickelt, die schon beim Schreiben Schlüsselwörter markiert, für die sich Geheimdienste interessieren dürften.

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Die amerikanische Verfassung als Beispieltext: Selbst hier gibt es Schwärzungen

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Zu den neugierigsten Geheimdiensten der Welt gehört bekanntlich die NSA. Der US-Militärgeheimdienst späht weltweit Telefonate und E-Mails von Politikern wie Normalbürgern aus. Die entsprechenden Suchbegriffe und Schlagwörter werden allerdings geheim gehalten. Jedoch kursiert im Netz beispielsweise eine Liste mit 370 Suchwörtern, die der amerikanische Heimatschutz angeblich bei der Überwachung von sozialen Netzwerken benutzt.

In dieser Liste sind naheliegende Schlüsselwörter wie "assassination", "North Korea" oder "suicide bomber" (Attentat, Nordkorea, Selbstmordattentäter) enthalten. Daneben aber auch völlig unscheinbare Begriffe wie etwa "help", "pork" und "snow" (Hilfe, Schweinefleisch, Schnee).

Wie schnell Verfasser selbst der harmlosesten Texte bei solchen Suchbegriffen Verdacht erregen können, illustriert jetzt ein kleines Kunstprojekt des slowenischen Designers Emil Kozole.

Er hat seit 2013 eine Schriftart namens "Seen" entwickelt, die während des Schreibens verschiedenste Schlüsselwörter markiert. Analog zu den normalen Wahlmöglichkeiten wie "normal", "fett" oder "kursiv" kann hier gewählt werden, ob die kritischen Begriffe komplett geschwärzt, durch- oder unterstrichen angezeigt werden.

Einfach einmal die eigenen E-Mails testen

Auf der Projektseite gibt es einen Downloadlink, laut Kozole funktioniert die Schriftart mit gängigen Programmen wie Word, Illustrator oder Indesign. Wer sich das Herunterladen und Installieren sparen will, kann den Effekt auch mit dem Browser direkt auf der Projektseite ausprobieren. Dazu muss im Fenster einfach nur ein englischer Text geschrieben werden. Jedes Mal, wenn ein Schlüsselwort auftaucht, wird es automatisch geschwärzt. Das funktioniert allerdings nicht mit allen Browsern zuverlässig. Bei unseren Tests wurden mit Google Chrome gute Ergebnisse erzielt.

Der Sinn der Sache: Es soll jedem deutlich gemacht werden, wie schnell Computernutzer Gefahr laufen, Verdacht zu erregen. "Seen" sei ein Experiment mit Ausweichtechniken rund um das Thema Online-Datenschutz und -Privatsphäre, so Kozole.

Wer also glaubt, selbst nur völlig harmlose und deshalb für Spione und Fahnder uninteressante E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten zu verfassen, kann das ja einmal testen: Einfach ein paar längere Texte aus dem eigenen Posteingang mit einem Übersetzungsprogramm ins Englische transferieren und dann ins Testfeld einfügen.

Hier ein paar Beispiele, wie ein Text nach so einer Prüfung aussehen kann:

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5  Bilder
Project "Seen": Schriftart mit eingebauter Zensur

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insgesamt 33 Beiträge
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alt+naiv 30.07.2015
1. setzen - 6
es dürfte sich hier nicht um eine Schrift oder Schriftart handeln, sondern um ein Programm. Und die verlinkte Liste der Schlüsselwörter ist ja topaktuell - aus 2011!
rjb26 30.07.2015
2. Gute idee
dann kann jeder sehen fuer was man in kuerze auch in deutschlsnd und z b bei Daimler rechtswirksam und mit zustimmung des bvg entlassen werden kann
shardan 30.07.2015
3. Minimale Korrektur
"Pork" übersetzt sich nicht mit "Schwein", sondern mit "Schweinefleisch". Das erklärt auch, warum der Begriff gescannt wird. Ansonsten ein schöner Artikel über ein interessantes Projekt wider dem "nichts zu verbergen haben"
no__comment 30.07.2015
4. Falsch!
Zitat von alt+naives dürfte sich hier nicht um eine Schrift oder Schriftart handeln, sondern um ein Programm. Und die verlinkte Liste der Schlüsselwörter ist ja topaktuell - aus 2011!
Mit Halbwissen glänzen wollen, ist nicht immer das Klügste. Versuchen Sie doch mal auf der verlinkten(!) Projektseite http://projectseen.com/ einzelne Buchstaben eines geschwärzten Wortes zu markieren. Es handelt sich nämlich sehr wohl um eine Schriftart.
hschmitter 30.07.2015
5.
Zitat von no__commentMit Halbwissen glänzen wollen, ist nicht immer das Klügste. Versuchen Sie doch mal auf der verlinkten(!) Projektseite http://projectseen.com/ einzelne Buchstaben eines geschwärzten Wortes zu markieren. Es handelt sich nämlich sehr wohl um eine Schriftart.
Eine Schriftart an sich ist erstmal keiner Logik unterworfen. Es wird einfach ein Tastaturcode (bzw. die Kombination mehrerer Tasten entsprechend der Kodierung Unicode, ISO-xxx usw unter Herausfilterung von Tasten wie F1 z.B.) in ein darstellbares Zeichen übersetzt. Das erscheint dann auf dem Bildschirm. Wo die oben beschriebene Transformation stattfindet bzw. wie sie umegsetzt wird, steht in diesem Text nicht. Hintergrundprogramm wäre für mich plausibel. Persönlich weiß ich nicht, ob man über Schriftdefintionsdateien solche Information, was zu schwärzen ist, mitteilen kann. Ist mir auch wurscht. Und mir ist es auch wurscht, wie die Seite, die Sie zitieren intern aufgebaut ist, könnte man ja mit den entsprechenden Werkzeugen auch noch untersuchen. Paßwörter-Kopieren in Webseiten sollten im übrigen auch Browser verhindern, das ist Programmlogik und keine Logik der Schrift bzw Kreise und Sternchen anstelle der Buchstaben. Aber wenn es nicht im Text steht, kann man dem anderen schwerlich Halbwissen unterstellen.
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