Selbstmorde in Japan Verabredung womöglich über Internet

In Japan haben sich an zwei voneinander entfernten Orten insgesamt neun Menschen kollektiv umgebracht. Die Polizei untersucht nun, ob sie sich über das Internet zum Suizid verabredet hatten - wie schon in mehreren Fällen zuvor.


Nachdem sich heute in Japan insgesamt neun Menschen kollektiv das Leben genommen haben, untersucht die Polizei, ob es sich bei dem Gruppensuizid wieder um einen so genannten Internet-Selbstmord handelt. Mit diesem Schlagwort hatten japanische Medien in der Vergangenheit ähnliche Fälle betitelt.

Die Leichen wurden an zwei verschiedenen Orten gefunden, die rund 80 Kilometer voneinander entfernt liegen. Sechs tote Männer und Frauen wurden in einem Transporter gefunden, der auf einem abgelegenen Parkplatz bei Miura in der Nähe von Tokio abgestellt war. Drei weitere Tote wurde in einem Auto in der Stadt Higashi Izu gefunden.

Beide Gruppen hatten sich mit Kohlenmonoxid vergiftet. In dem einen Fahrzeug hätten außerdem mehrere leere Schnapsflaschen und Schlaftabletten gelegen. Eine Frau hinterließ einen Abschiedsbrief.

Die Polizei untersucht nun, ob sich die Selbstmörder schon länger kannten oder übers Internet miteinander Kontakt aufgenommen hatten. In den vergangenen Monaten hatte es in Japan ein halbes Dutzend Gruppenselbstmorde unter ähnlichen Umständen gegeben.

Nach Polizeiangaben hatten sich im Jahr 2003 insgesamt 34 Menschen nach solchen Verabredungen über das Internet umgebracht.



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