Selbstzensur Google streicht Nazi-Seite aus dem Suchindex

Auf Initiative des deutschen jugendschutz.net hat Google die Webseiten des bekennenden Neonazis Gerhard Lauck aus dem Suchindex gestrichen.


Gary Lauck: In Deutschland wegen Volksverhetzung und sechs anderer Straftatbestände vorbestraft
DPA

Gary Lauck: In Deutschland wegen Volksverhetzung und sechs anderer Straftatbestände vorbestraft

Der amerikanische Neonazi Gerhard Lauck betreibt einige der prominentesten Neonazi-Webseiten weltweit. Über seine Web-Präsenzen kann man antisemitische Propagandafilme beziehen, indizierte Bücher und Spiele. Wichtiger noch: Laucks Seiten sind ein Umschlagplatz für rechtsextreme Informationen.

An die, hofft das bundesdeutsche jugendschutz.net, wird man künftig weniger leicht herankommen. Google, die weltweit führende Suchmaschine, strich Laucks Seiten aus dem Suchindex: Wer nach ihm sucht, sollte ihn künftig nicht mehr finden.

"Diese Sperrung", so jugendschutz.net-Leiter Friedemann Schindler, "ist ein wichtiges Signal dafür, dass rechtsextremes Gedankengut auch im Internet nicht akzeptiert wird."

Mehr aber auch nicht: Im Gegensatz zu zahlreichen echten Sperrungen, die jugendschutz.net in den letzten Jahren erwirkte, verschwinden die Lauck-Seiten nicht wirklich. Sie sind nur für diejenigen schwerer zu finden, die die Web-Adressen nicht kennen.

jugendschutz.net wurde 1997 als gemeinsame Einrichtung von den Jugendministern der Länder gegründet und ist an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) angebunden. Die Zentralstelle hat den Auftrag, jugendgefährdende und entwicklungsbeeinträchtigende Angebote im Internet zu überprüfen und auf deren Veränderung oder Herausnahme zu drängen. Ziel ist ein vergleichbarer Jugendschutz wie in den traditionellen Medien.



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