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Sexting: Regierung warnt Teenager vor Nacktfotos

Freizügigkeit mit Folgen - immer mehr Jugendliche lichten sich in erotischen Posen ab und verschicken die Bilder per Handy. Eine australische Regionalregierung setzt auf Aufklärung und will nicht nur Teenies vor Gefahren im digitalen Zeitalter warnen - sondern auch deren Eltern.

Als es mit der Liebe vorbei war, fiel auch die letzte Hemmschwelle. David verschickte Nacktfotos von Karen an Freunde und Mitschüler der damals 13-Jährigen. Knapp ein Jahr zuvor hatte David seine Freundin zu diesen Aufnahmen gedrängt.

Sexting: Erotische Selbstporträts werden per Handy verschickt
Getty Images

Sexting: Erotische Selbstporträts werden per Handy verschickt

Fälle wie diesen haben die Mitarbeiter am Elterntelefon des australischen Bundesstaats New South Wales schon häufiger gehört. Heranwachsende geben sich lasziv und freizügig, oft ganz freiwillig - ohne mögliche Folgen und Gefahren zu bedenken. "Sexting" - zusammengesetzt aus den Worten Sex und Texting - heißt der zweifelhafte Trend, der durch Handys und soziale Netzwerke wie MySpace wächst.

Die Regierung von New South Wales will etwas dagegen tun. Im Vordergrund stehen nicht Strafen für Besitzer und Versender der Bilder, denn allzu oft sind das die betroffenen Jugendlichen selbst. Es geht es um Aufklärung vor den Risiken im digitalen Zeitalter. "Jugendliche bedenken oft nicht die Folgen ihres Handelns. Was sie für einen unschuldigen Witz oder einen harmlosen Flirt halten, kann ihnen sehr schaden, wenn es in die falschen Hände gerät", sagte Linda Burney, Ministerin für soziale Dienste in New South Wales.

Ein Infoblatt mit dem Titel "Safe Sexting: No such thing" (PDF) soll an Schulen, Jugendliche und auch deren Eltern verteilt werden. "Verschickt keine Fotos von euch, und verteilt keine Bilder weiter, die ihr bekommen habt", fordert sie Heranwachsende auf. Ob dieser Appell gegen die "Sexting"-Kultur wirkt, ist ungewiss - trotz der vorangestellten Warnung, es sei nahezu unmöglich, einmal verbreitete Aufnahmen, die an Dritte oder auf öffentliche Internet-Seiten gelangt sind, zu löschen. "Sie sind für immer da und können die künftige Karriere und Beziehungen beschädigen", so Ministerin Burney.

Studie belegt "Sexting"-Aktivität

Immerhin geht New South Wales mit der Kampagne einen anderen Weg als Strafverfolger in den USA. Die zerren Jugendliche vor Gericht, die Pornobilder speichern, und klagen 14-jährige Mädchen an, weil diese Nackt- und Halbnacktaufnahmen an Freunde schicken. Gestoppt hat das die digitale Zeigefreudigkeit nicht. Eine Studie in den USA (PDF) kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als 21 Prozent aller Mädchen "Sexting"-aktiv seien, 18 Prozent der Jungen verschickten Aufnahmen.

Die Australier nehmen aber auch Eltern in die Pflicht. An sie geht die Mahnung, sich damit zu befassen, was ihr Nachwuchs mit dem Mobiltelefon und auf Web-Seiten treibt. Sie sollten die Facebook- und MySpace-Profile ihrer Kinder kontrollieren und lernen, mit deren Handys umzugehen.

tko

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