"Shadow Brokers" Netzwerkhersteller warnen vor Folgen des NSA-Hacks

Nach dem angeblichen NSA-Hack haben Netzwerkhersteller Sicherheitswarnungen veröffentlicht. Sie bestätigen: Die von Hackern publizierten Sicherheitslücken sind gefährlich. Einige konnten seit Jahren ausgenutzt werden.

Cisco-Netzwerk-Hardware
REUTERS

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Die Anzeichen verdichten sich, dass die Behauptungen der Gruppe The Shadow Brokers tatsächlich wahr sein könnten. Vor wenigen Tagen hatten die Unbekannten mehrere Hundert Megabyte Software veröffentlicht. Angeblich wurden die Daten von der Equation Group kopiert, bei der es sich mutmaßlich um eine Abteilung der NSA handelt. Jetzt bestätigen Meldungen von Netzwerkausrüstern, wie gefährlich die veröffentlichten Informationen tatsächlich sind.

Cisco und Fortinet veröffentlichten am Mittwochabend sogenannte Security Advisorys. In den Meldungen, in denen sie ihre Kunden auf Sicherheitslücken in ihren Produkten hinweisen, sind die von den Shadow Brokers verteilten Daten enthalten.

Eine der Sicherheitslücken, die Cisco betrifft, scheint schon länger bekannt zu sein. Sie kann bereits seit 2011 durch einen Software-Patch beseitigt werden. Je eine Sicherheitslücke in den Produkten von Cisco und Fortinet ist den Herstellern aber neu. Beide stufen die Lücken als gefährlich ein, da sie Angreifern die Möglichkeit geben, sich Zugriff auf die Systeme zu verschaffen.

Patches gegen diese beiden Sicherheitslücken gibt es noch nicht. Sicher ist jedoch, dass beide Lücken schon älteren Datums sind. Bei Fortinet betreffen sie Software, die 2012 hergestellt wurde, in Cisco Systemen schlummert der Fehler mindestens seit 2013. Wer auch immer die Sicherheitslücken entdeckt hat, hatte in den vergangenen Jahren also reichlich Zeit, sie auszunutzen, um in fremde Netzwerke einzudringen, vermutet "The Register".

Rätselraten um die Shadow Broker

Wer die Shadow Broker wirklich sind, ist weiterhin ungeklärt. Edward Snowden vermutet Russland hinter der Aktion. Die Veröffentlichung der Daten könnte ihm zufolge eine Warnung an die NSA sein. Wer die fraglichen Daten besitzt wäre beispielsweise in der Lage, NSA-Hackerangriffe gegen andere Regierungen nachzuweisen. Snowden zufolge sei es mit diesem Wissen als Druckmittel möglich, die US-Außenpolitik zu beeinflussen.

Eine andere These jedoch ist, dass hinter dem Leak ein Insider steckt, ein Mitarbeiter der NSA also, so wie es Edward Snowden war, bevor er im großen Stil geheime Daten des Geheimdienstes an die Öffentlichkeit weitergab. Auf "medium.com" werden Angaben eines angeblich ehemaligen NSA-Analysten aufgelistet, die zeigen, welche Gründe dafür sprechen, dass es sich bei den Unbekannten um NSA-Mitarbeiter handeln könnte. Einer davon ist, dass derartige Tools nur auf einem sicheren Server liegen würde, der nicht mit dem Internet verbunden wäre.

Noch ist aber auch das reine Spekulation. Seit die Gruppe den ersten Teil ihres Datenpakets am Wochenende veröffentlicht und einen zweiten Teil für mehr als 500 Millionen Euro zum Kauf angeboten hat, hat sie sich nicht mehr öffentlich geäußert.

Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

mak

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Seite 1
Putin-Troll 18.08.2016
1. Bedenklich
Bedenklich finde ich jetzt weniger den Hack, sondern dass eine weltweit operierende Terrororganisation wie die NSA jahrelang unbemerkt ihr Unwesen in allen möglichen Netzwerken treiben konnte.
TS_Alien 18.08.2016
2.
Das Problem ist, dass viele Hersteller von Software ihre Produkte zu lasch analysieren und testen. Vor allem sollten die Bereiche der Software ausreichend analysiert und getestet werden, die für den Zugang zum Server vom Netzwerk aus zuständig sind. Offensichtlich ist die neue Lücke erst in der Software von 2012 oder später aufgetreten, war vorher also nicht vorhanden. Rückblickend muss man herausfinden, wie es dazu kommen konnte, ein funktionierendes Zugangssystem durch ein fehlerhaftes zu ersetzen.
tommit 18.08.2016
3. Wie jetzt
Zitat von Putin-TrollBedenklich finde ich jetzt weniger den Hack, sondern dass eine weltweit operierende Terrororganisation wie die NSA jahrelang unbemerkt ihr Unwesen in allen möglichen Netzwerken treiben konnte.
unbemerkt? Was meinen sie was ein Grossteil des Budget ausmacht? Und wer von den Laien 4 h/d Pokemon Go soll das denn bitte bemerken....
Gyros Pita 18.08.2016
4. Interessant...
So wie das für mich aussieht, sind das keine Sicherheitslücken, vor denen CISCO und Co da jetzt warnen, sondern Hintertüren für die NSA. Dumm, das die Software der NSA jetzt öffendlich ist. Nun sind die Hintertürchen wirklich Sicherheitslücken.... :-)
simone20100 18.08.2016
5. Ist es wirklich Neuland?
Ist es nicht jedem klar, das es bei der NSA & Co für jeden Computer dieser Welt Namen und Adresse gibt? Ist es wirklich nicht klar, das dann von jedem dazugehörendem Email- oder Webkonto die Passwörter oder Inhalte vorliegen? Glaubt wirklich irgend jemand der die Aktivitäten des Herrn Snowden beobachtet, dass dieser nichts anderes als ein Trojanisches Pferd ist? Diese Hacker werden gar nichts verkaufen wollen. Sie wollen einfach nur sagen, dass es Zeit zum Aufwachen ist.
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