Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Online-Drogenbörse "Silk Road 2.0": Kunden bekommen verlorene Bitcoin zurück

Bitcoin-Symbolbild: Nutzer bekommen Geld zurück Zur Großansicht
AP/dpa

Bitcoin-Symbolbild: Nutzer bekommen Geld zurück

Was ist eigentlich aus dem Kryptogeld geworden, das Nutzer der Online-Drogenbörse "Silk Road 2.0" im Februar verloren haben? Eine amerikanische Tech-Site gibt nun Einblicke in die Zeit nach dem Hack.

Die Story von Silk Road ist bislang nicht gerade eine Erfolgsgeschichte. Im Oktober hatte das FBI den Drogenmarktplatz geschlossen, der bald darauf online gegangene Ableger "Silk Road 2.0" wurde im Februar Ziel einer Hacker-Attacke, bei der die Täter Bitcoin im Wert von damals knapp zwei Millionen Euro erbeuteten. Viele Nutzer glaubten seinerzeit nicht, ihr verlorenes Kryptogeld je wiederzubekommen, ähnlich wie bei der Bitcoin-Börse Mt. Gox. Die Tech-Site "Motherboard" hat nun einen längeren Artikel veröffentlicht, der sich mit der Entwicklung nach diesen Ereignissen beschäftigt.

Überraschenderweise haben die "Silk Road 2.0"-Betreiber demnach auf dem Tiefpunkt nicht das Naheliegende getan und das Weite gesucht. Als der Bitcoin-Verlust bekannt wurden, hatten einige Beobachter sogar den Verdacht geäußert, dass Mitarbeiter der Plattform an dem Betrug beteiligt gewesen sein könnten. Angeblich hätten ähnliche Vorgänge bei den Online-Handelsplätzen Project Black Flag oder Sheep Market diese Vermutung nahelegt.

Statt unterzutauchen, suchten die Plattform-Betreiber laut "Motherboard" nach der Sicherheitslücke und schlossen diese. Nun seien die Betreiber dabei, den betroffenen Nutzern ihre verlorenen Bitcoin zu erstatten. Die dazu benötigten Summen würden sie durch den Verzicht auf die sonst bei jeder Transaktion anfallende Gebühr zusammenbekommen.

Die Hälfte der Betroffenen soll entschädigt worden sein

Inzwischen stehe ein großer Bitcoin-Betrag zur Erstattung bereit, hat "Motherboard" von einem "Silk Road 2.0"-Mitarbeiter mit dem Pseudonym DoctorClu erfahren. Seit dem 8. April sei bereits die Hälfte der Hack-Opfer entschädigt worden. Die restlichen bestohlenen Nutzer hätten ihr Geld noch nicht erhalten, weil sie sich seit dem Februar-Hack nicht mehr auf der Seite angemeldet hätten. Der Rückerstattungsprozess laufe so, dass ein zufällig ausgewählter Betroffener bei jedem über die Plattform abgewickelten Kauf fünf Prozent der jeweiligen Kosten gutgeschrieben bekommt.

Auf diese Weise seien von den 4400 ursprünglich verschwundenen Bitcoin bereits knapp 2300 erstattet worden. Über die Zahl der Geschädigten und die Höhe ihres jeweiligen Verlusts wollten die Betreiber "aus Sicherheitsgründen" keine Auskunft geben. Noch sollen sich etwa 1000 Bitcoin, Kryptogeld im Wert von umgerechnet rund 500.000 Dollar, in den Geldbeuteln von Nutzern befinden, die sich seit dem Hack nicht mehr eingeloggt haben.

meu

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. optional
al3x4nd3r 23.04.2014
Das kann man ja wohl nicht Rückerstattung nennen, wenn die Betroffenen einen Rabatt bekommen.
2.
oljako 23.04.2014
Zitat von al3x4nd3rDas kann man ja wohl nicht Rückerstattung nennen, wenn die Betroffenen einen Rabatt bekommen.
für einen virtuellen drogenbasar, ist das trotzdem geradezu hanseatisch korrekt.
3. Ach ja, die armen Betroffenen...
murun 23.04.2014
Zitat von al3x4nd3rDas kann man ja wohl nicht Rückerstattung nennen, wenn die Betroffenen einen Rabatt bekommen.
... Bekommen Sie halt einen Rabatt bei den nächsten Lieferungen von Drogen, Amphetaminen und eigentlich verschreibungspflichtigen Medikamenten. Wenn es mal bei Online-Betrugsfällen die Richtigen getroffen hat, dann wohl hier...
4. Ein guter Schritt....
michi_meissner 23.04.2014
ich bin sehr zuversichtlich, was Bitcoin angeht. Laut einem Bericht von vorgestern sind die Coins gerade dabei in Afrika Westernunion abzulösen, auch in Deutschland haben viele Shops (die Meldung vom Uhrenshop www.uhrzeit.org ging gerade durch die Presse) erst nach dem Zudammenbruch von Mt.Gox die Bitcoin als Zahlungsmittel eingeführt. Heute wurde nun veröffentlicht, dass sogar facebook die Bitcoin als Zahlungsmittel zulassen wird: bitcoinmoney.net/blog/bitcoin-social-facebook/ Ich bin sehr bullisch, was den Bitcoin-Kurs angeht!!!
5. Bitcoins
murun 23.04.2014
Zitat von michi_meissnerich bin sehr zuversichtlich, was Bitcoin angeht. Laut einem Bericht von vorgestern sind die Coins gerade dabei in Afrika Westernunion abzulösen, auch in Deutschland haben viele Shops (die Meldung vom Uhrenshop www.uhrzeit.org ging gerade durch die Presse) erst nach dem Zudammenbruch von Mt.Gox die Bitcoin als Zahlungsmittel eingeführt. Heute wurde nun veröffentlicht, dass sogar facebook die Bitcoin als Zahlungsmittel zulassen wird: bitcoinmoney.net/blog/bitcoin-social-facebook/ Ich bin sehr bullisch, was den Bitcoin-Kurs angeht!!!
Nun ja, Ihre Beispiele sind ja nicht wirklich seriöse Referenzen...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Zum Autor
  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: