Silvesterparty-Planer: Wenn mein Ex kommt, bleib ich daheim!

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Welche Musik wollen die Gäste hören? Was trinken sie? Und wen wollen sie auf keinen Fall treffen? Die Organisation einer Silvesterparty kann schnell in Stress ausarten. Wie gut, dass Web-Dienste wie Doodle, Mobaganda und Drinkify dabei helfen. Eine Auswahl der besten Partyplaner.

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Corbis

Silvesterparty: Dresscode kann man online nicht abstimmen, den Rest schon

Es gibt Schnapsideen, die überdauern nicht mal die nächste Runde. Und es gibt Ankündigungen, an die sich am Morgen nach der Kneipentour seltsamerweise alle erinnern: etwa die, dass man dieses Jahr eine Silvesterparty veranstalten will. Plötzlich steckt man mitten im Planungsstress: Wann soll es losgehen? Wer kommt? Welche Musik passt? Profane Fragen, die Millionen Gastgeber beschäftigen.

Angesichts dieser Tatsache verwundert es kaum, dass sich zahlreiche Web-Dienste dem Organisieren von Partys verschrieben haben. Dazu zählt nicht nur die bekannte Möglichkeit, bei Facebook Veranstaltungen zu erstellen (wobei man seine Privatparty lieber nicht als öffentlich deklarieren sollte). Neben dem sozialen Netzwerk existieren eigenständige Angebote wie Doodle, Mobaganda, Stereopill und Songvote. Doch wie sehr helfen sie beim Planen?

Partybeginn per Umfrage festlegen

Cocktails um sechs? Essen um acht? Das Datum für eine Silvesterparty steht zum Glück fest, der Gastgeber muss nur eine Startzeit finden, die den meisten Gästen recht ist. Ein praktischer Web-Dienst dafür - wie fürs Terminfinden im Allgemeinen - ist Doodle. Der Dienst lässt sich in der Grundversion kostenlos und ohne Anmeldung nutzen.

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Partyplanung: Die besten Online-Helfer
Nach einem Klick auf "Einen Termin finden" und der Datumseingabe kann man bei Doodle Vorschläge für den Beginn eingeben, zum Beispiel 18, 19 und 20 Uhr. Ist die Umfrage erstellt, generiert der Dienst einen Link, den der Veranstalter an seine Gäste weiterleitet. Unter Angabe ihres Namens oder eines Pseudonyms können diese anschließend mitteilen, welche Zeit ihnen am liebsten wäre. Doodle markiert auf Basis der Daten dann diesen Termin - sehr demokratisch.

Die Gästeliste als RSS-Feed

Sind Formalitäten wie die Uhrzeit geklärt, kann man sich dem Persönlichen widmen, etwa der Frage, wer am 31. Dezember denn nun wirklich kommt. Zum Erstellen einer elektronischen Gästeliste eignet sich Mobaganda. Hat man seine Party auf dem schlicht gestalteten Web-Portal angekündigt, haben alle Bekannten, die den Link kennen, die Möglichkeit dort zu- oder abzusagen. Dafür müssen sie neben ihrem Namen lediglich eine E-Mailadresse angeben, die allerdings nicht veröffentlicht wird. Für jede Veranstaltung richtet Mobaganda einen RSS-Feed ein, der seine Abonnenten über weitere Zu- oder Absagen informiert. Ein Feature, wie gemacht für Freundeskreise, in denen Sätze fallen wie "Wenn mein Ex kommt, bleib' ich zu Hause".

Zusätzlich zum Feed erstellt Mobaganda einen Verteiler, über den alle Gäste, die zugesagt haben, per E-Mail zu erreichen sind - sehr praktisch zum Kommunizieren kurzfristiger Änderungen. Wenn die Gäste außer ihrem Namen noch angeben, was sie zur Party mitbringen, kann man mit Mobaganda auch das Essen und die Getränke organisieren. Zum Planen gehobener Silvesterfeiern eignet sich der kostenlose Dienst allerdings nur bedingt: Die einzigen Designs, die zur Verfügung stehen, heißen "cool" und "niedlich".

Musikwünsche online abfragen

Dem wohl heikelsten Teil des Partyplanens - der Musikauswahl - dient Stereopill. Der Dienst ermöglicht es Gastgebern, die Musikwünsche ihrer Gäste vorher kennenzulernen. Mit diesem Wissen kann man seinen sperrigen Selbstprofilierungssong vielleicht so zwischen den Hits positionieren, dass er die Tanzenden nur kurzzeitig ins Stocken bringt.

Das Stereopill-System funktioniert so, dass der Veranstalter eine Eventseite erstellt, auf der die Gäste ihre Favoriten bekanntgeben. Dafür müssen sie sich nicht einmal registrieren. Über ein Eingabefeld können sie Songs vorschlagen, aber auch Wünsche anderer unterstützen. Stereopill erstellt dann für den Gastgeber eine Liste der meistgewünschten Songs.

Stereopill kennt allerdings nicht alle Songs: Bei Lady Gaga und Adele etwa stellt die Datenbank viele Songs inklusive Hörproben zur Auswahl, bei AC/DC dagegen nur Coverversionen. Zudem fehlt mancher deutsche Künstler wie etwa Tim Bendzko komplett. Außerdem lässt sich Stereopill leider nur einmal kostenlos nutzen, danach kostet der Service umgerechnet 11,50 Euro pro Party. Viel Geld angesichts der Tatsache, dass man sich die Lieder aus der Liste auch noch selbst als Musikdateien zusammensuchen muss.

Playlisten erstellen per Crowdsourcing

Die Funktion, die Stereopill fehlt, bietet der Konkurrent Songvote. Dort kann man die Songs einer online konzipierten Playlist direkt bei iTunes kaufen. Gleichzeitig setzt Songvote radikaler auf die gemeinschaftliche Musikauswahl als Stereopill. Denn neben Gästen, die per E-Mail eingeladen werden, können auch alle Nutzer der Plattform darüber abstimmen, welche Lieder in die Playlist für eine bestimmte Fete gehören. Nur auf expliziten Wunsch des Veranstalters bleibt eine Liste vor der Community verborgen.

In der Praxis enttäuscht dieses Crowdsourcing jedoch. Obwohl Songvote kostenlos ist, scheint das Angebot kaum aktive Nutzer zu haben. Der Aktivitätsübersicht "Songvote-Stream" zufolge gibt es sogar Tage, an denen niemand sein Musikwissen preisgibt. Ein Grund dafür könnte die Hörprobenfunktion sein, die zum Zeitpunkt dieses Tests nicht funktionierte. Ebenfalls ernüchternd: Bevor Nichtmitglieder ihre Stimmen abgeben können, müssen sie sich registrieren.

Getränke, die zur Musik passen

Keinen Log-in, sondern nur einen Klick benötigt man bei Drinkify, einer Website, die bei der Getränkeauswahl helfen kann. Gibt man auf Drinkify den Namen einer Band ein, bekommt man einen Drink angezeigt, der angeblich zur Musik passt. Für Bon-Jovi-Partys empfiehlt der Dienst zum Beispiel einen Arak-Schnaps und zu Lady Gagas Musik Wodka, dekoriert mit Oliven.

Und wenn Musik, Drinks und Gäste am Ende doch nicht harmonieren, hat man zumindest eine Website, die Schuld daran ist!

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insgesamt 6 Beiträge
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1. hmm
spatenheimer 29.12.2011
Naja, wers braucht... ich lad einfach alle für ~20 Uhr ein, die kommen dann halt pünktlich oder nicht. Dazu noch stapelweise Bier, Fusel, Essen und Looping Louie und die Party läuft. Und ob es da irgendeine Exfreundinnenproblematik gibt, ist mir doch egal. Sollen die Leute ihren emotionalen Beziehungsmist unter sich ausmachen.
2. Silvesterparties
wind_stopper 29.12.2011
Zitat von sysopWelche Musik wollen die Gäste hören? Was trinken sie? Und wen wollen sie auf keinen Fall treffen? Die Organisation einer Silvesterparty kann schnell in Stress ausarten. Wie gut, dass Webdienste wie Doodle, Mobaganda und Drinkify*dabei helfen. Eine Auswahl der besten Partyplaner. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,806063,00.html
Bei Silvesterparties ist es wie bei einer Geburt; je mehr man plant, desto mehr geht schief und umso angespannter wird es. Einfach um zehn ins Bett und ausgeschlafen das neue Jahr in Angriff nehmen.
3.
Trondesson 29.12.2011
Was gibt es eigentlich zu feiern? Daß wir dieses wunderschöne Jahr so erfolgreich abgeschlossen haben? Was für ein heuchlerisches Volk wir doch geworden sind...
4. So wird jedes Käferfest zum internationalen Topenvent
wintergreen 29.12.2011
Zitat von sysopWelche Musik wollen die Gäste hören? Was trinken sie? Und wen wollen sie auf keinen Fall treffen? Die Organisation einer Silvesterparty kann schnell in Stress ausarten. Wie gut, dass Webdienste wie Doodle, Mobaganda und Drinkify*dabei helfen. Eine Auswahl der besten Partyplaner. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,806063,00.html
selbst wenn nur 3 Leute kommen braucht es Doodle! Offenbar ist es für einige Zeitgenossen nicht mehr möglich, auch nur eine Party spontan zu feiern, ohne ihre kleinen elektronischen Helferlein, die ihnen und den gestressten Gästen das Gefühl der Wichtigkeit vermitteln sollen. Kein Wunder, dass die Leute im Burnout enden, wenn selbst die Feier überorganisiert ist. Oder haben diese kleinen Eventmanager einfach das Gefühl für das Lächerliche verloren?
5.
Sleeper_in_Metropolis 29.12.2011
Zitat von sysopWelche Musik wollen die Gäste hören? Was trinken sie? Und wen wollen sie auf keinen Fall treffen? Die Organisation einer Silvesterparty kann schnell in Stress ausarten. Wie gut, dass Webdienste wie Doodle, Mobaganda und Drinkify*dabei helfen. Eine Auswahl der besten Partyplaner. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,806063,00.html
Nach Weddingplaner nun also auch noch Partyplaner. Manche Leute scheinen nicht mal den Gang auf die Toilette ohne vorheriger, aufwendige Planung bewältigen zu können. Wer keine Probleme hat, macht sich welche...
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