Ratgeber für Einsteiger 15 Tipps für bessere Smartphone-Fotos

Längst braucht man keine teure Ausrüstung mehr, um tolle Fotos zu machen: Vielen Nutzern dürfte ein Smartphone reichen, selbst für die Nachbearbeitung. Das Magazin "t3n" gibt 15 Einsteiger-Tipps, mit denen Handyfotos besser werden.

Von "t3n"-Autor  Sébastien Bonset  


Bei unseren grundlegenden Fotografier-Tipps geht es um viele Dinge, die passionierte Fotografen bereits wissen. Es soll hier auch nicht um Empfehlungen für Foto-Apps gehen - eine Menge von Apps zum Fotografieren, Nachbearbeiten, Organisieren und Anwenden von Effekten finden sich hier für Android und hier für das iPhone und das iPad.

1. Die richtigen Einstellungen für Phoneography

Für die besten Ergebnisse sollte man die Auflösung und Bildqualität auf hoch stellen. Das eröffnet nicht nur mehr Möglichkeiten bei der Nachbearbeitung, sondern verhindert auch ein böses Erwachen, wenn man seine Fotos vergrößert oder drucken lässt.

2. Linse säubern

Ein Smartphone ist ein Alltagsgegenstand, der in der Hosentasche auch schon mal dreckig wird. Man sollte es sich zur Gewohnheit machen, vor dem Fotografieren die Linse seines Handys zu reinigen.

3. Smartphone mit beiden Händen stabilisieren

Man sollte sein Smartphone mit zwei Händen halten, auch wenn die Verlockung groß ist, das Handy einhändig zu halten. Überhaupt bietet es sich an, das Smartphone wie eine Kompaktkamera zu positionieren. Das sorgt nicht nur für mehr Stabilität und verringert damit auch die Gefahr von verwackelten Fotos, sondern ist auch ergonomischer. Man muss sein Telefon nicht unnatürlich mit ausgestreckten Armen halten, sondern darf den Bildschirm ruhig näher an die Augen bringen.

4. Zoomen mit den Beinen

Eine alte Fotografenweisheit lautet: "Zoomen sollte man mit den Beinen". Das trifft auch und in erheblich größerem Ausmaß für die Phoneography zu. Da Smartphones in der Regel über keinen optischen, sondern einen digitalen Zoom verfügen, verlieren die Bilder oftmals schon bei ein wenig Heranzoomen an Qualität. Besser ist es - sofern es die Situation zulässt logischerweise - wenn man sich einfach näher an sein Motiv herantraut.

5. Einfache Bildkomposition

Eine einfache Bildkomposition ist oft ansprechender für den Betrachter. Das gilt umso mehr, da digitale Fotos häufig auch auf kleineren Bildschirmen angesehen werden (beispielsweise als E-Mail-Anhang auf einem Smartphone). Alle im Bild zu sehenden Inhalte sollten die Stimmung wiedergeben, die der Fotograf einfangen wollte.

6. Mehrere Fotos schießen

Das Schöne an der Digitalfotografie und Phoneography ist, dass man ohne Mehrkosten herumprobieren und so Fehler ausbügeln kann. Man sollte stets ein paar Fotos vom selben Motiv aufnehmen, um dann hinterher das beste auszuwählen. Die anderen Fotos sollte man aber nicht sofort löschen, denn oft erkennt man erst auf einem größeren Bildschirm, welches Foto tatsächlich am schönsten geworden ist.

7. Das richtige Licht

Die Qualität des Lichts entscheidet darüber, ob ein Foto gelingt oder nicht. Bei der Phoneography ist "gutes" Licht sogar noch wichtiger, denn je weniger Licht, desto körniger das Foto und desto größer die Gefahr von Bildrauschen. Man sollte stets versuchen, die Lichtquelle hinter sich zu haben und sein Hauptmotiv gut zu beleuchten. Allerdings kann man durch Brechen dieser Regeln ebenfalls zu unerwartet tollen Resultaten kommen. Auch dunkle Szenen oder Fotos bei Nacht können gelingen. Hier gilt es einfach, möglichst viel zu experimentieren, um so die Kamera seines Smartphones kennen zu lernen.

8. Das richtige Licht für Porträts

Möchte man ein Porträts schießen, sollte man in der Regel direktes, hartes Licht auf dem Gesicht seines Motivs vermeiden, da dies nicht nur dazu führt, dass das Motiv die Augen zusammen kneift, sondern auch in unschönen Schatten resultiert. Bessere Resultate lassen sich oft mit weichem Licht erzielen. Auch hier gilt allerdings, dass Regeln besonders in der Fotografie dazu da sind, gebrochen zu werden. Dies kann zu interessanten und ungewöhnlichen Ergebnissen führen.

9. Lichtspielereien mit Phoneography und Taschenlampe

Taschenlampen sind ein simples und mobiles Zubehör für kreative Phoneographen, das sich auch bei Tageslicht sinnvoll einsetzen lässt. Ein Objekt muss schließlich nicht immer gleichmäßig ausgeleuchtet werden. Mit dem geschickten Einsatz von einer oder mehr Taschenlampen kann man gezielt bestimmte Ausschnitte hervorheben oder Räumlichkeit erzielen.

10. Belichtung

Es lohnt sich auch mit der Belichtung zu experimentieren. Eine über- oder unterbelichte Szene kann ein echter Eye-Catcher sein. Bei vielen Smartphones kann man dies erreichen, indem man innerhalb der Kamera-App auf den hellsten oder dunkelsten Bereich des Bildausschnitts tippt.

11. Reflektionen ergeben tolle Motive

Reflektionen können ein sehr eindruckvolles Motiv ergeben und sind quasi überall zu finden - in Pfützen, Schaufenstern, Spiegeln oder Autofelgen. Richtig in Szene gerückt, kann man den Betrachter eines Fotos mit einer Reflektion verwirren und begeistern - zum Beispiel, wenn er erst auf den zweiten Blick versteht, was da im Bild passiert.

12. Symmetrie

Gut komponierte Fotos folgen oft den Grundregeln des Designs. Sich wiederholende Linien, Muster und symmetrische Formen sind stets ein Blickfang.

13. Perspektive

Eine ungewöhnliche Perspektive kann große Auswirkungen auf die Wirkung eines Fotos haben. Man sollte ruhig auch mal vom Boden aus fotografieren oder Positionen ausprobieren, die sich mit einer normalen Kamera nur schwer erreichen lassen. Man muss sein Smartphone auch nicht immer exakt horizontal oder vertikal halten - unterschiedliche Winkel können dramatische Auswirkungen auf das Ergebnis haben.

14. Die Sache mit dem Maßstab

Besonders bei Landschaften oder Architekturfotos kann es sinnvoll sein, eine Person oder andere Objekte in den Bildausschnitt zu integrieren. Auf diese Weise bekommt der Betrachter einen Eindruck von der Größe des Motivs.

15. Nachbearbeitung

Die meisten guten Fotos sind noch nicht fertig, nachdem der Fotograf den Auslöser betätigt hat. In vielen Fällen profitieren Bilder von einer Nachbearbeitung. Diese gestaltet sich auf Smartphones wesentlich einfacher als viele vermuten. Mit wenigen Handgriffen kann man ein durchschnittliches Bild zum Hingucker machen. Mögliche Drehschrauben hierfür sind besonders die Belichtung, der Kontrast, die Helligkeit, die Farbtemperatur oder die Sättigung. Ob man seine Bilder am Rechner oder direkt am Smartphone nachbearbeitet, ist Geschmackssache.


Noch mehr Lesestoff zum Thema von t3n.de

t3n Magazin

Von "t3n"-Autor Sébastien Bonset



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
HaraldKönig 10.01.2016
1. Niemand will meine Bilder sehen
Sie können so viele Tipps geben wie sie wollen. Bei Fotowettbewerben meiner Regionalzeitung gewinnt immer der "Sonnenuntergang über dem Meer".
max-mustermann 10.01.2016
2.
"Längst braucht man keine teure Ausrüstung mehr, um tolle Fotos zu machen: Vielen Nutzern dürfte ein Smartphone reichen" Danke der war echt gut, bin gerade erst wieder unter dem Schreibtisch vorgekrochen. Ein Smartphone "reicht" vielleicht gerade so wenn mann sich die Schnappschüsse ausschließlich auf dem Mini Display anschaut. Sobald mann diese "Meisterwerke" auf Standard Fotogröße entwickelt um sie zu rahmen bleiben meist nur Pixelmatsch und Bildrauschen übrig, von künstlichen Farben und falscher Belichtung gar nicht erst zu reden.
brooklyner 10.01.2016
3.
Sorry, die Kamera in meinem iPhone 5 ist dermassen beschissen im Vergleich zur Konkurrenz, dass ich mich darauf beschränke, damit nur Schnappschüsse zu machen. Alleine das Betriebssystem hält mich bei diesem Teil.
andersganders712 10.01.2016
4.
Ich weiss nicht, was alle haben.. mein iPhone 6S Plus macht hervorragende Bilder, sowohl mit Front- als auch mit Backcam. Natürlich ist immer ausreichend Licht notwendig, sonst können Sie ihr Smartphone gleich aufs Stativ stellen mit hoher Belichtungszeit, käme auf das Gleiche hinaus. Von daher sollte man nicht, wie hier im Forum ja stets gewohnt "gegen den neuen Trend rudern."
markus_wienken 10.01.2016
5.
Zitat von max-mustermann"Längst braucht man keine teure Ausrüstung mehr, um tolle Fotos zu machen: Vielen Nutzern dürfte ein Smartphone reichen" Danke der war echt gut, bin gerade erst wieder unter dem Schreibtisch vorgekrochen. Ein Smartphone "reicht" vielleicht gerade so wenn mann sich die Schnappschüsse ausschließlich auf dem Mini Display anschaut. Sobald mann diese "Meisterwerke" auf Standard Fotogröße entwickelt um sie zu rahmen bleiben meist nur Pixelmatsch und Bildrauschen übrig, von künstlichen Farben und falscher Belichtung gar nicht erst zu reden.
Alles eine Frage des Anspruchs. Auch eine Frage, was man unter "toll" versteht. Einer meiner Freunde hat im Urlaub ausschließlich mit seinem Smartphone fotografiert, einige Bilder 10x15 ausgedruckt, den Rest schaut man sich am TV oder am PC an. Für ihn qualitativ völlig ausreichend. Insofern stimme ich dem Autor des Artikels zu, für die meisten Menschen ist das Smartphone (welches die kleinen Kompaktkameras gerade verdrängen) völlig ausreichend für tolle Fotots.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.