SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

27. Februar 2013, 14:27 Uhr

Sicherheit

Jeder Dritte verzichtet auf Passwort fürs Smartphone

Die meisten Apps merken sich Passwörter und Logins - umso wichtiger ist der Schutz des Smartphones mit einem Code. Doch laut einer neuen Studie verzichten viele genau darauf - und bringen sich so in Gefahr.

Dass Handys in der Online-Welt eine vielfach bedrohte Art sind, machte das IT-Sicherheitsunternehmen McAfee erst jüngst in seinem "Mobile Security: McAfee Consumer Trends Report" deutlich. Die Gefährdung durch Viren und Trojaner hat sprunghaft zugenommen, laufend kommen neue Varianten dazu. Doch eine nicht minder große Gefahr sind Smartphone-Besitzer selbst: Wie Sicherheitsexperte Robert Siciliano im hauseigenen Blog darlegte, verzichten mehr als 30 Prozent der Handybesitzer auf den Schutz durch ein Passwort.

Damit ermöglichen sie den problemlosen Zugriff auf vertrauliche Daten. Das können die persönlichen E-Mails sein, Kreditkarteninformationen oder das Profil fürs Online-Banking. Weil die App-Entwickler um die Faulheit der Anwender wüssten, würden sie ihre Programme möglichst simpel gestalten. Die Nutzer würden sich einmal anmelden, danach ändere sich daran für Tage oder gar Wochen nichts mehr. "Unglücklicherweise verliert jeder Dinge oder Geräte werden gestohlen", so Siciliano. Ohne Passwortschutz könnten die Folgen katastrophal sein.

Trotzdem, so das Ergebnis einer weltweit von McAfee und One Poll durchgeführten Untersuchung, verwenden 36 Prozent der Befragten keine Passwörter. Selbst jene, die ihr Smartphone ordnungsgemäß mit einer Passwortsperre schützen, sind nicht auf der sicheren Seite: 55 Prozent derer, die PIN oder Passwort benutzen, haben laut der Studie diese eigentlich vertraulichen Daten an andere weitergegeben, nicht selten an ihre Kinder.

Foto-Erinnerungen wichtiger als Bankdaten

Der Untersuchung zufolge gibt es erstaunliche Unterschiede im Sicherheitsbewusstsein, sowohl in Bezug auf die nationale Herkunft als auch hinsichtlich des Geschlechts. Eine Erklärgrafik verdeutlicht die Ergebnisse. So hätten sich Briten und Frauen als überdurchschnittlich sorglos erwiesen. 45 Prozent der Inselbewohner und 54 Prozent der weltweit befragten Frauen glaubten, auf den Passwortschutz verzichten zu können.

Auch die Einschätzung der Interviewten, was bei Verlust des Geräts am meisten schmerzt, ist ziemlich überraschend. Männer würden vor allem (zu 52 Prozent) den Verlust ihrer Kontakte bedauern, wohingegen 54 Prozent der Frauen darunter leiden würden, gingen ihre Fotos perdu. Den wesentlich schwerwiegenderen Verlust der eigenen Bankdaten würden dagegen nicht mehr als zehn Prozent der Befragten an erster Stelle nennen.

Wie es sich für eine Sicherheitsfirma gehört, werden noch einige nützliche Tipps an die Hand gegeben. So sollten grundsätzlich sämtliche Smartphones und Tablets mit einem Passwort oder PIN-Code geschützt werden. Bei der Auswahl sei es allerdings ratsam, keine Standardfolgen wie "1234" oder "1111" zu wählen. Auch sollte beim Login die "Angemeldet bleiben"-Option grundsätzlich deaktiviert sein. So schwer es auch falle, der Sperrcode dürfe mit niemandem geteilt werden, auch nicht mit Familienmitgliedern.

meu

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH