Sicherheit: Jeder Dritte verzichtet auf Passwort fürs Smartphone

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Lockscreen eines iPhones: 30 Prozent der Handynutzer verzichtet auf Schutz

Die meisten Apps merken sich Passwörter und Logins - umso wichtiger ist der Schutz des Smartphones mit einem Code. Doch laut einer neuen Studie verzichten viele genau darauf - und bringen sich so in Gefahr.

Dass Handys in der Online-Welt eine vielfach bedrohte Art sind, machte das IT-Sicherheitsunternehmen McAfee erst jüngst in seinem "Mobile Security: McAfee Consumer Trends Report" deutlich. Die Gefährdung durch Viren und Trojaner hat sprunghaft zugenommen, laufend kommen neue Varianten dazu. Doch eine nicht minder große Gefahr sind Smartphone-Besitzer selbst: Wie Sicherheitsexperte Robert Siciliano im hauseigenen Blog darlegte, verzichten mehr als 30 Prozent der Handybesitzer auf den Schutz durch ein Passwort.

Damit ermöglichen sie den problemlosen Zugriff auf vertrauliche Daten. Das können die persönlichen E-Mails sein, Kreditkarteninformationen oder das Profil fürs Online-Banking. Weil die App-Entwickler um die Faulheit der Anwender wüssten, würden sie ihre Programme möglichst simpel gestalten. Die Nutzer würden sich einmal anmelden, danach ändere sich daran für Tage oder gar Wochen nichts mehr. "Unglücklicherweise verliert jeder Dinge oder Geräte werden gestohlen", so Siciliano. Ohne Passwortschutz könnten die Folgen katastrophal sein.

Trotzdem, so das Ergebnis einer weltweit von McAfee und One Poll durchgeführten Untersuchung, verwenden 36 Prozent der Befragten keine Passwörter. Selbst jene, die ihr Smartphone ordnungsgemäß mit einer Passwortsperre schützen, sind nicht auf der sicheren Seite: 55 Prozent derer, die PIN oder Passwort benutzen, haben laut der Studie diese eigentlich vertraulichen Daten an andere weitergegeben, nicht selten an ihre Kinder.

Foto-Erinnerungen wichtiger als Bankdaten

Der Untersuchung zufolge gibt es erstaunliche Unterschiede im Sicherheitsbewusstsein, sowohl in Bezug auf die nationale Herkunft als auch hinsichtlich des Geschlechts. Eine Erklärgrafik verdeutlicht die Ergebnisse. So hätten sich Briten und Frauen als überdurchschnittlich sorglos erwiesen. 45 Prozent der Inselbewohner und 54 Prozent der weltweit befragten Frauen glaubten, auf den Passwortschutz verzichten zu können.

Auch die Einschätzung der Interviewten, was bei Verlust des Geräts am meisten schmerzt, ist ziemlich überraschend. Männer würden vor allem (zu 52 Prozent) den Verlust ihrer Kontakte bedauern, wohingegen 54 Prozent der Frauen darunter leiden würden, gingen ihre Fotos perdu. Den wesentlich schwerwiegenderen Verlust der eigenen Bankdaten würden dagegen nicht mehr als zehn Prozent der Befragten an erster Stelle nennen.

Wie es sich für eine Sicherheitsfirma gehört, werden noch einige nützliche Tipps an die Hand gegeben. So sollten grundsätzlich sämtliche Smartphones und Tablets mit einem Passwort oder PIN-Code geschützt werden. Bei der Auswahl sei es allerdings ratsam, keine Standardfolgen wie "1234" oder "1111" zu wählen. Auch sollte beim Login die "Angemeldet bleiben"-Option grundsätzlich deaktiviert sein. So schwer es auch falle, der Sperrcode dürfe mit niemandem geteilt werden, auch nicht mit Familienmitgliedern.

meu

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insgesamt 17 Beiträge
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1.
forenuser 27.02.2013
Zitat von sysopDie meisten Apps merken sich Passwörter und Logins - umso wichtiger ist der Schutz des Smartphones mit einem Passcode. Doch laut einer neuen Studie verzichten viele genau darauf sich - und bringen sich in Gefahr. Smartphone: Jeder Dritte verzichtet auf Passwort fürs Smartphone - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/smartphone-jeder-dritte-verzichtet-auf-passwort-fuers-smartphone-a-885831.html)
Wer speichert denn Bankdaten aufm Handy? :o Ganz ehrlich, wenn ich mal mein Telefon verlieren sollte(Das kam in 12 in denen ich Handys benutze noch nie vor) dann ist das ärgerlich, aber nicht mehr.
2. Langweilig
mactor2 27.02.2013
Ich habe auch meinen "PIN"/"Passwort" am Smartphone entfernt. Ist einfach nur nervend. Wenn das Telefon mal weg ist sage ich nur: Cloud. Die Daten dort sind Tagesaktuell weil immer wenn das Telefon geladen wird wird es abgeglichen. Meine Bankdaten, Meine Kontakte, Meine Fotos, Musik, Videos, Apps... einfach alles.... alles in (verschiedenen) Clouds. Und mein Telefon läßt sich schön über Fernwartung sperren, löschen und ggf. wiederfinden. Alles schon ausprobiert. Wenn ich mein Telefon verliere/geklaut wird ist das zwar ärgerlich aber mehr nicht. Aber ein Hauptpasswort das ich jedesmal/ständig eingeben muss um was machen zu können kommt nicht in Frage.
3.
meinmein 27.02.2013
Zitat von sysopDie meisten Apps merken sich Passwörter und Logins - umso wichtiger ist der Schutz des Smartphones mit einem Passcode. Doch laut einer neuen Studie verzichten viele genau darauf sich - und bringen sich in Gefahr.
Und worin besteht diese Gefahr? Datenverlust, Konto leer geräumt? Wer seine Bankdaten auf dem Handy speichert, hat das verdient. Fotos, Kontakte und andere wichtige Daten sollten schon zuhause irgendwo gesichert sein. Leider ist es so, dass diese Minicomputer namens Smartphone die meisten DAUs völlig überfordern. Alle meine Bekannten können noch nicht mal ihre Fotos auf den Laptop überspielen, geschweige denn auf eine externe Festplatte. Da muss ich dann zu denen nach Hause kommen, und nachdem ich ihnen das gezeigt habe, wird das sofort wieder vergessen. Das nächste Mal alles wieder von vorne......
4. Auchmalwassagenwill
loops-2000 27.02.2013
Die meisten APPs sind sehr komfortabel (z. B. Musterverriegelung oder Gesichtserkennung). Damit verriegelt man schnell und unkompliziert das Gerät.
5. Omg
overdog 27.02.2013
Mein Handy ist weg, mit allen meinen Daten. Egal. Glücklicherweise habe ich ja noch mein passwortgeschütztes Portemonnaie, das allen Findern oder Dieben den Zugriff verweigert und mein Geld und Kontodaten und Fotos und Krankenkassenkarte sicher für dich behält. Puh, hab ich noch mal Glück gehabt, dass es nur dad Handy war.
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